Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

100 Mal und noch immer kein wirklicher Erfolg

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Am Freitagabend war es in Mailand soweit und Joachim Löw trat zum 100. Mal an der Außenlinie für die deutsche Nationalmannschaft an. Es war der erste von zwei Relegationsspieltagen für die WM 2014 in Brasilien. Da Deutschland sich direkt qualifiziert hatte, war Platz für Freundschaftsspiele. Italien auszuwählen, war da natürlich ein genialer Schachzug. Denn zum Jubiläum von Löw konnte es nur gutgehen, hatte man doch aus deutscher Sicht seit 18 Jahren nicht mehr gewonnen, was vor allem zu einem Pflichtspieltrauma geführt hatte. Diese Bilanz sollte sich auch weiterhin nicht verändern aber Löw hatte (für diesen Fall) vorm Spiel angemerkt, dass sich in sechs Monaten niemand mehr an dieses Spiel erinnern würde. Dies sollte allerdings so nicht ganz stimmen, denn zu mindestens Sami Khedira wird sich noch lange erinnern, stellte er sich beim Foulen doch so ungeschickt an, dass er sich gleich mehrere Bänder im Knie riss und wohl nicht bei der WM in sieben Monaten dabei sein wird. Es war ein ansehnliches Spielchen, welches auf deutscher Seite natürlich wieder einmal zahlenmäßig vom FC Bayern München dominiert wurde, die vor allem wieder die Rolle als Statisten voll ausfüllten und durch Unfairness auffielen, ganz wie man es aus der Liga kennt. Jogi Löw machte im Vorfeld einmal mehr klar, dass der Bayernblock nicht zwingend sein müsste, aus der Vergangenheit weiß man allerdings, dass dies an der Aufstellung meist nichts ändert. Etwas richtig Schönes hatte dieses Spiel übrigens auch noch zu bieten, denn die Übertragung auf dem zweiten Kanal des deutschen Staatsfernsehens fand ganz ohne den vermeintlichen Experten Oliver Kahn statt, was diese Übertragung doch wesentlich angenehmer machte.

Italien und die Bayern
Am Ende konnte man wohl festhalten, wenn es in diesem Zustand gegen die Italiener im nächsten Jahr in Brasilien zur Sache gehen sollte, könnte es, wie immer, düster für Deutschland werden. Joachim Löw feierte mit diesem 1:1 seine 100. Partie als DFB-Coach, womit er noch einige Trainer vor sich hat, die diese Marke bereits längst gerissen haben, allerdings hat er noch immer nicht den einzig wahren Erfolg, einen Titel, erreicht und dies ist nun einmal alles was zählt. Nun darf man abwarten, wie es in der nächsten Woche gegen England in London ausgehen wird, wobei auch dies natürlich wieder nur ein Freundschaftsspiel sein wird, dessen Wichtigkeit sich nach dem Ergebnis richten wird. Zu den Bayern sei noch angemerkt, dass sie die ersten drei Interviewplätze nachdem Spiel im ZDF bekamen und nach so viel Sinnfreiheit musste ich abschalten. Wenn sich Thomas Müller zum Thema Fairness im Spiel äußert, wird es lächerlich. Wenn Philipp Lahm, der im Spiel wieder einmal nicht nur wegen seiner Körpergröße völlig unterging, die Überlegenheit des deutschen Teams lobt, fragt man sich, wie weit der Realitätsverlust im Süden der Republik mittlerweile fortgeschritten ist. Die Antwort zeigt sich darin, dass dort noch immer ein Steuerhinterzieher Präsident ist und ein verurteilter Straftäter den Vorstandschef gibt und dies alle für völlige Normalität halten. Joachim Löw sollte sich vielleicht langsam einmal überlegen, ob er weiter auf diese Bayern setzen will und dann vielleicht einen neuen Rekord aufstellen wird, als Trainer mit den meisten Spielen ohne Titel, was immerhin auch ein Titel wäre oder ob er seine Prioritäten in Zukunft anders setzen will.

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