Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

acker

Früher reichte mir und meinen Freunden ein einfacher Acker, um ein bisschen zu kicken. Unsere Fußballtempel waren keine Arenen, sondern Stadien in denen es auch schon mal nass und kalt war. Heute gibt es Arenen mit Dächern, ohne Dächer, beheizt und multifunktional, alles wundervoller Schnickschnack der aber mit Fußball relativ wenig zu tun hat. Ich möchte keine Erlebniswelt, ich möchte ein ordentliches Spiel sehen, um zufrieden zu sein. Die meisten dieser Arenen tragen die Namen irgendwelcher Konzerne und von hier scheint auch mehr und mehr der Wind zu wehen. Ich habe Fußball nicht als Ware bestellt, was ich will ist purer, sportlicher Wettkampf. Dies ist wohl auch der Grund dafür, warum ich meine Jahreskarte schon vor ewigen Zeiten abgegeben habe und mich eher aus der Ferne mit alldem beschäftige und mich doch auch immer wieder amüsiere. Fußball ist einfach auch nicht mehr das was es einmal war und so sehe ich mich aktuell eher als Kritiker, als das ich mich als Fan bezeichnen würde. In der heutigen Zeit werden keine Legenden mehr geschaffen, sondern Sommermärchen geschrieben und Prinzessinnen gibt es im Fußballzirkus reichlich. Die Ikonen dieses Sports wirken doch allzu oft als kämen sie gerade vom Ballet und würden sich auf einem Acker alle Knochen brechen, deshalb gibt es wohl auch Rollrasen. Der Masse scheint das Konzept der Ware Fußball in ihren Erlebniswelten noch zu schmecken, dies hindert mich aber trotzdem nicht daran, mich mit Freude an meine Zeiten auf dem Acker oder vorm Garagentor zu erinnern, als Fußball noch Fußball war und es keinen Rollrasen gab, sondern eben einen guten, alten Acker und das hat auch gepasst. Was einem all dieser vermeintliche Fortschritt bringt, werde ich hier natürlich auch immer wieder schreiben, wenn mal wieder Vereine von der Insolvenz bedroht sind oder die Wettmafia zu geschlagen hat.