Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Alle Augen gen Norden

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Englische Woche und so ging es am Dienstagabend dann auch gleich mit der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals weiter und natürlich schaute man dabei auch auf Werder Bremen, der Nordclub, der sich gerade erst von seinem Trainer Robin Dutt getrennt hatte, nachdem dieser den schlechtesten Saisonauftakt in der Vereinsgeschichte verantwortete. Die Bremer mussten zum Chemnitzer FC und siegten auf der dortigen Baustelle mit 2:0. Damit heißt es erst einmal: Dutt weg, Erfolg da. Ganz anders sah es für Hannover 96 aus, die in den Süden der Republik zum VfR Aalen mussten und dort vor ziemlich leeren Rängen mit 0:2 verloren und es hätte durchaus noch eindeutiger werden können, was schon eine erste Überraschung war. Eher weniger überraschend ging es in Duisburg zu, wo der MSV den 1. FC Köln empfing, was unter anderem dafür sorgte, dass das Stadion seit 3 ½ Jahren erstmalig wieder ausverkauft war. Vorm Anpfiff gab es erst einmal ordentlich Pyro, ein Thema, welches gleich noch näher behandelt wird. Die Kölner sollten sich erst im Elfmeterschießen mit 4:1 durchsetzen, was deutlich macht, dass der Klassenunterschied hier nicht wirklich zu erkennen war. Klar zu erkennen war hingegen, dass die Schiedsrichter im DFB-Pokal nicht anders agieren, als sie es in der Liga auch tun und so sorgte Peter Sippel bei den Zebras für ein wahres Kartenspiel inklusive einer Roten. Zum Thema ausverkauftes Haus, was an diesem Dienstag nicht alltäglich war, passt auch das Spiel der Kickers aus Offenbach gegen den Karlsruher SC. Dort war der Andrang so groß, dass die Partie erst mit reichlicher Verspätung begann und es auch noch eine Überraschung geben sollte, da der OFC den zwei Klassen höher spielenden KSC mit 1:0 aus dem Pokal schoss.

St. Pauli bekommt von Pyro einfach nicht genug
Dreimal großer Fußball vor ziemlich leeren Rängen, sollte auch eines der Themen des Abends sein. So gewann der 1. FC Kaiserslautern sein Zweitligaduell gegen die SpVgg Greuther Fürth mit 2:0 aber eben nicht vor vollem Haus. Ganz ähnlich sah es in der Partie Arminia Bielefeld gegen Hertha BSC Berlin aus, wo die Bielefelder dafür sorgten, dass der Favorit im Elferschießen mit 4:2 ausschied und es wieder nicht schaffte, sich in Richtung Pokalheimfinale zu spielen. Ebenfalls nicht voll war es in Dresden, wo Dynamo den VfL Bochum mit 2:1 in der Verlängerung aus dem Pokal kickte und damit weiterhin ein Ruhrpottschreck bleibt. Der Knaller an diesem Dienstagabend war aber selbstverständlich die Begegnung zwischen dem FC St. Pauli und Borussia Dortmund. Ein wirklich tolles, hartes aber faires Spiel. Schiedsrichter Günter Perl griff zwar nicht spielentscheidend ein aber souverän waren seine Leistungen auch nicht. Am Ende war der 3:0-Sieg der Dortmunder hoch verdient aber das Spiel, welches im Staatsfernsehen übertragen wurde, sollte noch einen weiteren Leckerbissen bieten. Genau in dem Moment der Halbzeit, als Mehmet Scholl, der vermeintlich unabhängige Kommentator vom FC Bayern München, an der Reihe war, fackelte man eine richtig ordentliche Portion Pyro ab, womit die ARD dies nicht zensieren konnte. Nettes und sehr fein ausgewähltes Detail an dieser tollen Show, war die musikalische Untermalung mit dem Kultsong `I just can`t get enough` von Depeche Mode, was bedeutet, dass man einfach nicht genug kriegt. Ein sehr klares und unmissverständliches Zeichen an den DFB und andere Machthaber im deutschen Fußball. Interessant war auch, dass man sich auf Seiten der ARD mit den sonst an dieser Stelle üblichen Hasstiraden über die Verantwortlichen doch sehr zurückhielt. Die Vorlagen für die Mittwochsspiele waren damit gegeben.

Kommerz geht vor
In Sachen Kommerz im Fußball steht RasenBallsport Leipzig im Moment ganz oben auf der Agenda, wobei man den Hauptsponsor bei der ARD, wie durch Zufall, immer wieder gerne nannte und dies nicht nur beim Bericht zum Zweitligaduell der Ostmannschaften, wo sich die Leipziger vor recht leerer Kulisse in der Verlängerung mit 3:1 gegen Erzgebirge Aue durchsetzten. Dann gab es noch ein Duell der Krisenmannschaften aus der 2. und der 1. Liga, wo die Zweitligisten, vertreten durch 1860 München, zwar in Führung gingen aber am Ende doch klar gegen den Erstligisten, den SC Freiburg, mit 2:5 untergehen sollten und dies auch nicht gerade in einem vollen Stadion. Voll war es hingegen bei den Würzburger Kickern aus der 4. Liga, wo das Staatsfernsehen die Pyro einfach ignorierte, was auch keine Lösung sein wird und sich der Zweitligist, die Eintracht aus Braunschweig, mit 1:0 durchsetzte. Das Knallerspiel dieser frühen Mittwochsspiele gab es dann beim 1. FC Magdeburg, der gegen Bayer 04 Leverkusen antrat und wo es zum Auftakt auch wieder schöne Pyro gab, in dessen Nebel die Werkself in Führung ging. Beim Spielstand von 1:1 gab es dann eine allgemeine Treterei, die allerdings wieder nur für Leverkusen mit einer Roten endete, diesmal verantwortet von Schiri Daniel Siebert, womit sich das System aus der Liga auch im Pokal fortsetzte. Dezimiert ging es für die Leverkusener in die Verlängerung und am Ende stand es 2:2. Dann kamen die Elfer und ein grandioser Bernd Leno, welcher den 7:6-Sieg sicherte und einen Skandal abwendete. Schon zu diesem Zeitpunkt konnte man ein Fazit ziehen. Ohne wahre Fans gibt es nur noch stimmungslose und leere Stadien. Pyro kann man nicht verbieten und vor allem wird Fußball immer mehr zum Problem fürs System, wie es auch Franck Ribéry in Hamburg erleben dürfte.

Das Grottenspiel im Staatsfernsehen
Die letzten vier Spiele dieser Runde im DFB-Pokal boten Highlights, wie den souveränen 5:1-Sieg von 1899 Hoffenheim gegen FSV Frankfurt, wo man auch nicht von ausverkauft, sondern von gähnend leer sprechen musste. Leider schied dann auch noch die Eintracht aus Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach vor heimischem Publikum aus, was man zum Teil auch wieder dem vermeintlich Unparteiischen, in diesem Fall Knut Kircher, anlasten musste, der eine Verlängerung verhinderte, in dem er den Frankfurtern einen klaren Elfer verweigerte und sie so mit 1:2 verloren und einer Chance beraubt wurden. Trotz einer 1:0 Führung verlor der FC Heidenheim am Ende mit 4:1 beim VfL Wolfsburg, was den Klassenunterschied verdeutlichte und gerade einmal von knapp 7.000 Zuschauern im Stadion gesehen wurde, was den DFB nachdenklich stimmen sollte. Man sieht, es gab tolle Spiele aber das Staatsfernsehen entschied sich wieder einmal fürs Premiumprodukt der Bundesliga und zeigte den Hamburger SV gegen den FC Bayern München und damit ein Grottenspiel, welches 3:1 für die Bayern enden sollte. Keiner will so etwas langweiliges, oder entspanntes, wie man es in der ARD nannte, sehen. Um es auf den Punkt zu bringen, seien noch schnell die Tore der Bayern erklärt. Das 1:0 war ein Geschenk vom HSV. Das 2:0 war, wie man es aus der Liga gewohnt ist, ein Geschenk des Schiris und der dritte Treffer war ein Glückstreffer. Hier irgendeine Souveränität abzuleiten, ist schlichtweg lächerlich. Nach diesem unschönen Livespiel gab es dann auch noch die Auslosung fürs Achtelfinale, die zeigte, dass Judith Rakers eine schlechte Hütchenspielerin ist, der FCB bekam ein Heimfreilos gegen Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden den dritten Verein in Folge aus dem Ruhrgebiet und man darf nun gespannt sein, ob sie nach Schalke und Bochum tatsächlich auch noch die Jungs von Jürgen Klopp raushauen.

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