Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Amateure haben im Kommerz scheinbar keine Berechtigung

Ermöglicht durch: hÜlsberg-Die Sache mit dem Ü! Es stand die 2. Runde im DFB-Pokal 2013 / 2014 an und direkt am ersten von zwei Spieltagen mussten auch die letzten Amateurclubs den DFB-Pokal verlassen. Man könnte glatt das Gefühl bekommen, als ob Amateure im Kommerz, wo nur das Kapital zählt und nicht der Sport, nicht erwünscht wären. Die Dienstagsspiele boten einiges, sogar Raritäten, wie das Spiel zwischen Preußen Münster und dem FC Augsburg. Zwei Mannschaften mit über 100 Jahren Vereinsgeschichte, natürlich pro Club und erst zwei Pflichtspielbegegnungen gegeneinander. Die letzte verlorenen die Münsteraner genau an dieser Stelle im Pokal vor einem Jahr und dies wiederholte sich nun und sie schieden diesmal mit 3:0 vor heimischem Publikum aus. Auch wenn der SV Sandhausen mit einem 3:1-Auswärtssieg und damit mit nicht wenigen Toren beim SC Wiedenbrück weiterkam, war dies doch eher eines der langweiligen Spiele. Langeweile erwartete wohl auch das Publikum beim VfL Wolfsburg, der vor nur etwas mehr als 6.000 Zuschauern spielte, was sich mit Medienberichten der letzten Tage über Abschaltquoten bei diesem Verein deckte. Die Wölfe traten gegen den VfR Aalen an und gewannen mit 2:0. Die Kurve der Wölfe war übrigens stimmungsvoll belegt, was dem DFB zum Denken anregen sollte, was den Umgang mit der Ware Fans und den wahren Fans angeht, ansonsten könnte es irgendwann ganz leer in deutschen Stadien werden.

Geniale Stimmung in München
Im großen Stadion der bayerischen Landeshauptstadt sucht man Stimmung meist vergeblich, anders sieht es aus, wenn dort nicht der FCB, sondern 1860 München spielt und vor allem wenn es gegen Borussia Dortmund geht. Aber auch die Topstimmung half den Löwen kaum, zwar schafften sie es in die Verlängerung, verloren dort aber trotzdem verdient mit 2:0 gegen den BVB. Zum bereits angesprochenen Thema wahre Fans, passte auch das Spiel zwischen dem Hamburger SV und der SpVgg Greuther Fürth, wo auch nur gut 26.000 Menschen im Stadion waren. Selbst der neue Trainer Bert van Marwijk, auch wenn er dies in diesem Spiel noch nicht war, schaute das Spiel nur in einem Hamburger Hotel. Übrigens gewann der HSV mit 1:0. Auch wenn 1899 Hoffenheim in die Verlängerung gegen Energie Cottbus musste, war auch dieser 3:0-Heimsieg eher ein langweiliger. Bayer 04 Leverkusen hatte übrigens in dieser Pokalrunde ein ähnliches Erlebnis, wie die Münsteraner und der FCA, denn auch die Werkself traf an dieser Stelle auf den Gegner des Vorjahres. Brauchte man im letzten Jahr allerdings noch die Verlängerung, klärte man es in diesem Jahr auf der Alm gleich in der regulären Spielzeit mit einem souveränen 2:0-Auswärtssieg. Kaum überraschend war auch, dass natürlich wieder die Schiedsrichter ihren Anteil hatten und sie in mindestens vier Partien allein an diesen Abend, was 50 Prozent aus macht, mit Fehlentscheidungen am Start waren. Eine davon könnte man durchaus auch als spielentscheidend einstufen, denn die rheinische Fahrstuhlmannschaft, der 1. FC Köln, kann sich für den 1:0-Auswärtssieg beim FSV Mainz 05 schon auch beim Schiri bedanken.

Ein Mittwoch zwischen Schalke und München
Natürlich bescherte das vermeintliche Losglück dem Premiumprodukt von DFB und DFL ein Heimspiel und so musste der FC Bayern München im Spiel gegen Hannover 96 nicht verreisen. Auf die Stimmung bei Bayernspielen wurde bereits hingewiesen und auch in Sachen Schiedsrichter überraschte es nicht, dass diese den FC Bayern München beim 4:1-Heimsieg gegen die Hannoveraner erst auf Kurs brachten, eine ganz große Fußballshow eben. Die einzige Frage die offen blieb und dies obwohl im Staatsfernsehen natürlich wieder Mehmet Scholl, als vermeintlich unabhängiger Moderator anwesend war und bewies, dass im gebührenfinanzierten Staatsfernsehen zwischen ARD und ZDF Unabhängigkeit eher selten anzutreffen ist, war, was jetzt eigentlich aus dem Prozess gegen Uli Hoeneß geworden ist. Keine offenen Fragen gab es bei Schalke 04, die auswärts bei Darmstadt 98 ran mussten, wo Fußballbegeisterung großgeschrieben wird aber trotzdem verloren die Darmstädter recht unspektakulär mit 3:1 gegen S04.

Mittelmaß und Schiedsrichterentscheidungen
Bis hierher gab es schon einige Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern, die zum Teil auch Spielentscheidend waren. Mit sieben Fehlentscheidungen in 16 Partien, gab es somit in fast jeder zweiten Begegnung Fehler. Vier Partien und damit glatte 25 Prozent kann man durchaus so einstufen, dass der vermeintlich Unabhängige entschied. Dies gilt auch für den 1:0-Auswärtssieg vom 1. FC Union Berlin beim VfL Osnabrück, wie auch beim lahmen Sieg des FSV Frankfurts gegen den FC Ingolstadt, wo sich etwas überraschend Ingolstadt mit 2:0 durchsetzte. Besser lief es da für die andere Frankfurter Mannschaft, die Eintracht, denn sie gewann in einem ebenfalls mäßigen Spiel vor heimischer Kulisse gegen den VfL Bochum mit 2:0. Und sonst? Eine weitere kleine Überraschung gab es im Saarland, wo der 1. FC Saarbrücken, als Underdog, einen 2:1 Heimsieg gegen den SC Paderborn schaffte. Der 1. FC Kaiserslautern besiegte am Betze Hertha BSC Berlin mit 3:1, womit das nächste Debakel im Zusammenhang mit der Hauptstadt nach der Bundestagswahl perfekt war. Und dann war da noch das große Derby in Baden-Württemberg zwischen dem SC Freiburg und dem VfB Stuttgart, was auch schon die Halbfinalbegegnung in der Saison 2012 / 2013 war, allerdings ging es diesmal genau umgekehrt aus und Freiburg gewann verdient mit 2:1. In der Gesamtheit war es eine eher mäßige 2. Hauptrunde im DFB-Pokal mit nur zwei Verlängerungen und nicht einem Elfmeterschießen.

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