Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Arme Millionäre

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Man fragt sich wirklich, wenn die Sportreporter des Mainstreams wieder einmal versuchen Spannung in der Bundesliga aufzubauen, ob sie sich nicht langsam lächerlich vorkommen. Freitagabend zum Auftakt des 5. Spieltags besiegte Borussia Dortmund den SC Freiburg mit 3:1 und nach dem bisherigen Lauf der Dortmunder war es eher ein kleiner Sieg und ansonsten einfach nur das Minimum gegen den Aufsteiger. Ähnlich sah es mit dem Heimsieg der anderen Borussia aus, denn Mönchengladbach siegte in einem schwachen Spiel mit 2:0 gegen den FC Ingolstadt und hier war dann auch das erste Mal die hohe Belastung der Teams ein Thema oder vielmehr sollte eines daraus gemacht werden. Um bei müden Kicks zu bleiben, war da dann noch der 1:0-Sieg vom FC Augsburg über Darmstadt 98, wobei hier angemerkt werden muss, dass die Lilien die gesamte zweite Hälfte nur zehn Mann auf dem Platz hatten. Kurz nach dem Platzverweis von Schiedsrichter Guido Winkmann, den man durchaus diskutieren konnte, fiel übrigens auch erst der Siegtreffer. Positives gab es aber wieder einmal von den wahren Fans zu berichten, die mit einer emotionalen Choreo an zwei verstorbene Kollegen erinnerten, welche genau vor einem Jahr auf der Rückfahrt von einem Auswärtsspiel im Rheinland ums Leben kamen. Solche Emotionen braucht man bei einem Verein aus dem Süden der Republik wohl nicht zu suchen, womit es aber ganz in den Norden gehen soll, wo der Hamburger SV eben den FC Bayern München empfing. Was man präsentiert bekam, war das übliche Schauspiel. Franck Ribéry rastete wieder aus und wird langsam aber sicher ein legitimer Nachfolger von Oli Kahn, dem dies alles auch nicht schadete, arbeitet er doch aktuell beim Staatsfernsehen und dies als vermeintlich unabhängiger Experte. Selbstverständlich bekam Ribéry für seine Tätlichkeit wieder einmal keine rote Karte, was jetzt bei Schiedsrichter Felix Zwayer auch nicht wirklich überraschte. Schaut man sich an, wie die Mannen des DFB zum Beispiel schon gegen den Mainzer Jose Rodriguez oder auch in der letzten Woche gegen Alexander Nouri, den Trainer von Werder, vorgingen, zeigt sich wieder die ganze Lächerlichkeit. Aber es wird deutlicher, was die Fans davon halten, so war dieses Spiel am Samstagnachmittag im Volksparkstadion nicht ausverkauft und so zerstören der DFB und die DFL mit ihrem Zirkus diesen Sport ganz alleine. Am Ende siegte der FCB 1:0 und dies wieder einmal ohne zu überzeugen. Da Ribéry an diesem Siegtreffer beteiligt war, zeigte sich schnell, was vom Ergebnis zu halten ist. Ein munteren Kick, wenn auch nicht so munter, wie das Ergebnis erahnen lässt, gab es noch am Main, wo Eintracht Frankfurt auf Hertha BSC Berlin traf und man sich 3:3 trennte, was ins vermutete Bild von der Entwicklung der Tabelle passt.

Bullen müssen draußen bleiben
Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, was für ein Krampf unternommen wird, um vermeintliche Spannung in der Bundesliga zu erzeugen. Dazu zählt auch die Geschichte, welche vom immer wieder kritisierten Teil der Medien gerne nach vorne gebracht wurde und laut der Bayer 04 Leverkusen ein Meisterschaftskandidat wäre. Folgt man dieser Sinnfreiheit, hätte am Samstagnachmittag auch der kommende Meister irgendwie fast gepatzt. Leverkusen musste zum FSV Mainz 05 und holte drei Punkte. Dies zum Positiven, die Begegnung war aber so eng, dass es auch ganz schnell zum endgültig verfehlten Start in die Saison für Vizekusen hätte kommen können. Über Jahrzehnte hat man sich ohne Titel erfreut, nicht umsonst ist der Name Vizekusen halbwegs offiziell. Nun scheint aber langsam eine neue Zeit zu beginnen, wo man auch mit dem dritten Tabellenplatz zufrieden ist und dies kann es wohl kaum sein und es wäre nichts anderes, als ein ganz deutlicher Abwärtstrend. Damit wäre man auch wieder beim Managementproblem, welches bald einmal behoben werden sollte und hier geht es immer wieder auch um Rudi Völler. Natürlich geht es noch wesentlich schlimmer, wie ein weiterer Blick in den Norden der Republik verrät und dort stand am Samstagabend das vermeintliche Topspiel an. Werder Bremen empfing den VfL Wolfsburg und die Bremer schossen erst einmal die Wölfe in Führung, schafften es danach aber noch zweimal das richtige Tor zu treffen und so mit einem 2:1-Heimsieg an der Weser die Probleme für die Mannschaft aus der Autoskandalstadt, wo sich der Fußball auch mehr und mehr dem Image des großen Sponsors anpasst, größer werden zu lassen. Der größte Witz des Spieltags war, dass man, wie bereits angedeutet, immer wieder auf die großen Belastungen der Stars und Sternchen hinwies, weil das Programm so eng sei. Schaut man sich den neuen Rekord beim Transfervolumen an, wird der Witz in der gesamten Kapazität deutlich und es dürfte vielen Fußballfreunden schwerfallen, großes Mitleid mit den gutbezahlten Protagonisten zu haben, vor allem, wenn es um solch mittelmäßige Spieltage, wie es der letzte war, geht. Bevor die Sonntagsspiele begannen, gab es noch das Nachspiel vom Samstag, welches allerdings eigentlich auch schon länger feststand und Bruno Labbadia verlor seinen Trainerposten beim HSV. Sonntag ging es in der ersten Partie auch gleich mit einem anderen Problemfall weiter und Schalke 04 musste bei 1899 Hoffenheim ran und sollte 2:1 verlieren. Da Tobias Welz den Schiri gab, war auch hier der Gesprächsstoff vorprogrammiert und den gab es spätestens bei der völlig übertriebenen Nachspielzeit von ganzen fünf Minuten. Es war wohl ein Geschenk an S04, die dieses aber auch nicht nutzen konnte und so auch das fünfte Spiel verlieren sollten. Ganz zum Ende des Spieltags empfing der 1. FC Köln dann noch RB Leipzig, wo sich der Kreis schließt, wenn es darum geht, was diesem Sport nicht gut tut. Deshalb war es auch so angemessen, dass die Domstädter ein richtig gutes Zeichen setzten und den Mannschaftsbus der Bullen blockierten und das Spiel so 15 Minuten später beginnen musste. Natürlich setzte sich der Protest auch im Stadion fort. Die Staatsmedien sind noch immer auf der Seite von RB und meinen Fußballdeutschland müsste sich mit diesem Zustand engagieren. Falsch, dieser Teil der Medien macht sich damit nur auch weiterhin im Fußball unbeliebt. Am Ende des Spiels stand mit dem 1:1 auch noch das ideale Ergebnis, womit der Spieltag doch noch versöhnlich zu Ende ging.

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