Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Auch in der Relegation setzt sich das große Geld durch

Am Wochenende wurde mit dem Finale in der Champions League in London zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München, in gewohnter Art und Weise, ein weiterer Titel ausgespielt, der, wie es der Steuerhinterzieher Uli Hoeneß schon im April ansprach, natürlich an den FCB ging. Herz verlor gegen Kapital. In der bekannten bayrischen Überheblichkeit, wies Karl-Heinz Rummenigge danach auch direkt daraufhin, dass man nächsten Samstag den VfB Stuttgart auch unter massivem Alkoholeinfluss im DFB-Pokal-Endspiel in Berlin besiegen würde. An dieser Stelle könnte man nun auch über die Vorbildfunktion des Rekordmeisters in Zeiten des Problems mit dem Komasaufen bei Jugendlichen sprechen aber um beim Fußball selbst zu bleiben, wo die Fans teures Geld für ihre Tickets bezahlen, stellen sich dort mittlerweile die gleichen Fragen der Schieflage, wie im Rest der Gesellschaft auch. Da hoffte man, dass das Rückspiel der Relegation zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und 1899 Hoffenheim am gestrigen Abend doch wirklich erfrischender und anders daher kommen würde aber leider geschah genau dies auch nicht. Die Abläufe im deutschen Fußball werden immer klarer erkennbar und es geht nicht mehr um Herz und Seele eines Vereins, sondern ganz offensichtlich nur noch um die Festgeldkonten, um in der Sprache des FCB zu bleiben. Natürlich spricht auch dies dafür, dass es auch im Fußball nicht friedlicher werden wird, da Vorurteile zum Ende der Jubiläumsaison weiter geschürt wurden. Da ist es bemerkenswert, wie genial die Antwort auf das große Geld am Betzenberg in Kaiserslautern war.

Die beste Antwort
Der Retortenverein von Dietmar Hopp, 1899 Hoffenheim, schaffte es schon nur durch einen absolut fragwürdigen, dem Schiedsrichter geschuldeten Auswärtssieg bei Borussia Dortmund am letzten Spieltag, dass sie überhaupt gegen den 1. FC Kaiserslautern antreten dürften. Schiedsrichter folgen aber ganz offensichtlich eben auch gerne den Festgeldkonten und nicht der Unabhängigkeit, dies zeigte sich auch beim Rückspiel der Relegation auf dem legendären Betzenberg deutlich und diese Parallele zum Spiel zwischen dem BVB und dem FCB war mehr als deutlich. Dieses Verhalten, gepaart mit Berichterstattungen, unter anderem im vermeintlich unabhängigen Staatsfernsehen, wo schon lange die Bayern auch die Positionen der so genannten Experten besetzen, bietet viel Zündstoff, den die deutsche Gesellschaft zusätzlich zur allgemeine Schieflage eigentlich nicht auch noch braucht. Der FCK verlor vor großartigem heimischem Publikum, nach einer Schiedsrichterleistung von Florian Meyer, die sich nahtlos in die unterirdischen Leistungen, die man von den angeblich Unparteiischen die ganze Saison her kennt, einreihte, mit 2:1 und bleibt somit in der 2. Liga. Die Antwort der Fans darauf war grandios, denn sie sangen jeglichen Versuch der Freude der Ligahopper einfach erbarmungslos nieder und dies ist im Fußball noch nicht unter Strafe gestellt. Es ist bedauerlich, wie deutlich auch dieser Abend zeigte, dass es nicht um Herz und Seele im deutschen Fußball geht, sondern nur noch das Kapital regiert. Ein weiteres Armutszeugnis für den deutschen Profifußball.

FCB und 1899 haben keine Mehrheit
Immer wieder berufen sich Vereine, gerade auch der FC Bayern München, auf Titel und große Fanscharen. Bei den Titeln, und dafür ist die Jubiläumssaison, die wie durch Zauberhand auch die absolute Rekordsaison des FCB wurde, der beste Beweis, sollte man sich genau anschauen, wie diese erreicht wurden. Da dürfte der Hauptdank nicht an irgendwelche Spieler und auch nicht an Trainer, wie Jupp Heynckes, gehen, sondern an die geballte Kraft der Schiedsrichter, die so vieles erst möglich machten. Was den Anhang angeht, vergisst man ganz schnell eines, auf die Fans des deutschen Fußballs bezogen, spricht man von einer Minderheit, wenn man die, die sich Fans des FCB nennen, gegen den Rest stellt. Es ist wie mit der Bundesregierung, die auch keine Mehrheit der Wahlberechtigten hinter sich vereint. Die DFL, wie aber auch der DFB sollten sich überlegen, was ihnen wichtiger ist, ein Block, den man ohne Protest unterhalten und ausbeuten kann oder die Mehrheit, die teures Geld für fairen, sportlichen Wettkampf bezahlen will. Hier schließt sich auch der Kreis zur Relegation wieder, denn die unterlegenen Lauterner verkauften in der 2. Liga im Schnitt 33.000 Karten pro Spiel, was mehr ist, als in Sinsheim überhaupt ins Stadion geht. Es wird Zeit, dass Fußball wieder eine Sache des Herzens wird und nicht von Festgeldkonten.

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