Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

BOYKOTT des 29. Spieltags in der 1. Liga

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Da es nun seit einiger Zeit in der 1. Liga schon nicht mehr um die Meisterschaft geht, wie auch die Tabelle zeigt, da man diese ganz offensichtlich der Förderung des vermeintlichen Premiumproduktes des deutschen Fußballs geopfert hat und die etablierten Massenmedien nun krampfhaft versuchen andere Dinge in den Fokus zustellen, fällt die Berichterstattung zum 29. Spieltag hier aus. Dieser Boykott soll ein Zeichen sein aber auch dafür genutzt werden, noch einmal näher auf das Problem Uli Hoeneß einzugehen, da dieser Skandal immer größer wird und es mittlerweile laut verschiedenen Medienberichten schon um Milliardensummen geht. Auch sehr interessant ist es, dass es wohl um ein Zeitfenster geht, welches sich zur Mitte der 1970er Jahre bereits geöffnet haben soll. Es wird wohl immer deutlicher, welche Zockermentalität, welche gnadenlose Gier ohne Rücksicht auf Regeln und Gesetze beim ehemaligen Bayernpräsident den Boden für den Erfolg ebneten. Dies bedeutet, man muss die so oft gelobte und auch zur Verteidigung genutzte Lebensleistung wohl langsam in einem ganz anderen Licht betrachten und da wird es ziemlich dunkel. Da man Uli Hoeneß immer gerne mit dem FCB gleichgesetzt hat und den vermeintlichen Erfolg dieses Vereins immer an diesem Straftäter festgemacht hat, sollte man auch hier den Blickwinkel einmal verändern. In der Gesamtheit muss man wohl ebenfalls festhalten, dass man nur die Spitze des Eisbergs kennt, was verdeutlicht, wie groß der Imageschaden beim FC Bayern tatsächlich sein sollte. Dieser hält sich allerdings im Moment noch in erstaunlichen Grenzen, was aber natürlich auch daran liegt, dass sich hier vor allem auch das deutsche Staatsfernsehen doch eher schützend vor das Premiumprodukt des deutschen Fußballs stellt und sich dies auch noch über die Zwangsabgabe namens Rundfunkbeitrag teuer von so gut wie jedem Haushalt finanzieren lässt.

Zweierlei Maß
Natürlich irritiert es im gerade genannten Kontext auch nicht, dass nun mit Günter Netzer ein ehemaliger, vermeintlicher Experte des Staatsfernsehens sich für Uli Hoeneß einsetzt. Dies tun natürlich auch andere, was aufzeigt, dass dieses System von den Beteiligten fortgesetzt werden will. Irritierender ist es dann schon eher, dass man kaum eine Chance auslässt, Fußballfans, die zum Beispiel Pyrotechnik zum Einsatz bringen, zu kriminalisieren, während man auf der anderen Seite kaum bemühen zeigt, die tatsächlichen  Machenschaften beim FC Bayern München, und Hoeneß ist nicht der einzige Kriminelle dort, aufzudecken. Schlimmer noch, wird sein absolut asoziales Verhalten, und anders kann man eine solche Schädigung der Gemeinschaft nicht bezeichnen, auch noch banalisiert. So spaltet man nicht nur die Fußballwelt ganz hervorragend und stiftet weiterhin Unfrieden und dies im Namen des Kommerzes. Die neusten Spekulationen bei den Themen Haftdauer und Haftbedingungen von Uli Hoeneß lassen noch größere Schäden erahnen, welche diese Steueraffäre mit sich bringen könnte. Sollte auch nur ein Bruchteil dessen, was in diesem Zusammenhang, von minimalster Haftdauer bis Luxusknast, zu lesen ist, so eintreten, wäre dies ein weiterer Tiefschlag gegen die Justiz in Deutschland, würde es doch belegen, dass sich die Big Player im Wirtschaftsfaschismus vor nichts fürchten zu brauchen. Hier sei nur noch einmal an den Prozess gegen Hoeneß erinnert, der in nur vier Tagen trotz Bergen an neuem Material, welches während der Verhandlung auftauchte, planmäßig runter gespult wurde und an dessen Ende sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft erstaunlich schnell in Sachen Ablehnung der Revision einig waren. Den Glauben in den Rechtsstaat stärkt man mit so etwas natürlich nicht.

Der Pott und das Staatsfernsehen
Wie hier schon mehrfach erwähnt, kommt das Staatsfernsehen, wenn es um Fußball geht, sehr regelmäßig, als FCB-TV daher, was man nicht nur an den vermeintlichen Experten merkt, die doch meistens dem Premiumprodukt des deutschen Fußballs zugeordnet werden müssen. Sehr beliebt, wenn es um die Pflege des gerade angesprochenen Produktes geht, ist es mittlerweile, andere Teams und ihre Protagonisten in ein schlechtes Licht zu stellen. Stefan Kießling von Bayer 04 Leverkusen musste dies in der laufenden Saison in Sachen Phantomtor schon über sich ergehen lassen. Im Ruhrgebiet reagierte man zuletzt, auf eine Art der Programmgestaltung, die mit Unabhängigkeit kaum noch etwas zu tun hatte, sehr deutlich. So verweigerte Schalke 04 vor einiger Zeit dem ZDF einfach jegliches Gespräch, was genauso lobenswert ist, wie das Verhalten des Erzrivalen Borussia Dortmund. Beim BVB ist es Trainer Jürgen Klopp, der mittlerweile mit einer begrüßenswerten Regelmäßigkeit die Mitarbeiter des ZDF nicht nur stehen lässt, sondern auch ziemlich dumm aussehen lässt. Jüngstes Beispiel war unter der Woche Jochen Breyer, der allein schon rein optisch eher zu KiKa passen würde, der Kloppo dann richtig überheblich kam, was dieser mit passenden Kommentaren und einem wundervollen Abgang quittierte. Es sind diese Zeichen, die es noch viel mehr geben muss, damit der Spuk in der Bundesliga endlich endet und es wieder um ehrlichen Sport, wo man Kriminelle einfach nicht braucht, geht. Dies sollte übrigens geschehen, bevor es richtig eskaliert.

Bislang ein Ballkontakt

  1. 9. April 2014

    | 09:10

    [...] zeigt, wie sinnfrei diese Abgabe in Wirklichkeit ist. Unverschämt wird es dann, wenn das ZDF versucht die Schuld für stetig steigende Bedeutungslosigkeit dem Publikum zu geben, spricht [...]

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