Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Das Derbywochenende und das Märchen vom Dialog

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Natürlich sollte dieser Spieltag wieder perfekt nach dem bekannten Drehbuch verlaufen und dabei wurde es auch dieses Wochenende wieder enger für DFB und DFL. Konnte man unter der Woche im Staatsfernsehen erst wieder erleben, dass Fußball offensichtlich nichts mehr mit Sport zu tun haben soll, war der 10. Spieltag grundsätzlich ein Derbyspieltag oder eher gesagt, es war ein heißes Derbywochenende und schon am Freitagabend ging es mit dem FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt los. Die Hessen sollten an diesem Abend, in einem eher schwachen Spiel, kein Tor schießen, brauchten sie aber auch gar nicht, denn die Mainzer schossen auf jeder Seite eins und so endete es 1:1. Die Strategen in Sachen Straßenplanung in Nordrhein-Westfalen hielten es für günstig eine der großen Hauptverbindungen zwischen Köln und Leverkusen am Wochenende wegen Bauarbeiten dicht zu machen. Zum Derby eine super Idee, wenn man völliges Verkehrschaos auslösen will. Man sieht, am Samstag war das große Derby am Rhein dann das Thema und Bayer 04 Leverkusen empfing den 1. FC Köln mit einer genauso passenden, wie grandiosen Choreo. Im Spiel ging es gleich mit einer riesigen Überraschung los, denn die Kölner sollten mit 1:0 in Führung gehen aber so war es im Derby gegen die Fohlen in der Vorwoche auch schon, von daher gab es erst einmal keinen Grund für Panik. Der Ausgleich nach der Pause zeigte dann auch wieder in die richtige Richtung, was selbstverständlich auch fürs 2:1 galt. Dann kam auch noch das 3:1 aber auch hier musste der Videobeweis für unnötige Schwierigkeiten sorgen und das Tor wurde zurückgenommen. Den umstrittenen Manuel Gräfe hier anzusetzen, passt ins Problemkonzept des DFB, was auch für Günter Perl in Köln, der den Videoschiri gab, galt. Am Ende blieb zum Glück trotzdem der zweite Derbysieg für B04 in nur einer Woche und der Fakt, dass die Domstädter im Moment eben nur Pokal können. Die Machtfrage am Rhein war damit selbstverständlich auch beantwortet.

Porta Westfalica
Richtig heiß ging es in Porta Westfalica zur Sache, Dortmunder Fans fingen dort einen Zug der Wölfe ab, die auf dem Weg nach Schalke waren, was einen ersten Einsatz der Bundespolizei zur Folge hatte, der später am Bahnhof in Hannover abgeschlossen wurde. So ist es, wenn sich auf dem Platz sportlich nichts mehr tut und es nur noch um Ausverkauf geht, da entsteht halt Frust. Deshalb war es auch keine Überraschung, dass das 1:0 zwischen Hannover 96 und Borussia Dortmund nach einem Elfer mit Videobeweis, welcher von Wolfgang Stark kam, fiel. Zur Pause stand es dann 2:1 aber nach der Halbzeitpause kam recht schnell der Ausgleich. Dann war wieder Schiri Patrick Ittrich am Drücker und dezimierte den BVB und es gab das 3:2. Hier muss man anmerken, dass es erstaunlich ist, wie gut Schiedsrichter manchmal sehen können. Nicht zu vergessen, um welches Schauspiel es auch an der Leine tatsächlich ging und so überraschte auch der Endstand von 4:2 nicht wirklich, passte er doch bestens ins angesprochene Drehbuch. Es sind solche Verläufe, welche die Situation in der Liga nicht befrieden werden. Natürlich sah es bei Schalke 04 gegen den VfL Wolfsburg ähnlich aus und so ging es dort ebenfalls mit einem Videobeweis samt Elfer los und mit 1:0 in die Pause. In der zweiten Halbzeit gab es dann einen Elfer für die Wölfe, auf den man aber nicht groß eingehen braucht, da er verschossen wurde und sich Mario Gomez, wenn auch etwas unglücklich, völlig zum Clown machte. Den Ausgleich sollte es aber tatsächlich trotzdem noch geben und dies fast in der letzten Sekunde und so endete es 1:1. Allerdings wurde den Wölfen ein zweiter, klarer Handelfer vorenthalten, was für ein Geschmäckle auch in diesem Spiel sorgte und zeigte, wie unterschiedlich doch Sehfähigkeit gelagert sein kann.

Das totale Antispiel
Eher mau war die Partie zwischen den zwei größten Städten Deutschlands. So stand es auch zwischen Hertha BSC Berlin und dem Hamburger SV zur Pause 1:0. Kurz nach der Pause legte die Hertha nach und es stand 2:0. Dann kam Hamburg noch ran, allerdings aber auch nicht mehr und so endete es 2:1. Zum Abschluss der Samstagnachmittagsspiele muss man noch 1899 Hoffenheim gegen Borussia Mönchengladbach erwähnen. Auch dort ging es mit 1:0 in die Halbzeit und es war damit eher überraschungsarm. Nach der Pause sollte es aber anders aussehen, denn es drehte sich, diesmal aber für die Gladbacher und so stand es am Ende 1:3. Das vermeintliche Topspiel am Abend war dann das sinnfreiste des gesamten Wochenendes, wusste man doch seit dem DFB-Pokal unter der Woche, dass dieses Spiel mit Sport rein gar nichts zu tun haben sollte und es war längst auch klar, wie sehr an diesem Wochenende wieder alles nach dem bereits mehrfach erwähnten Drehbuch laufen sollte. FC Bayern München gegen RB Leipzig bleibt ein Spiel, welches man einfach nur ablehnen muss. Völlig überraschend gewann übrigens der FCB gegen die Antitraditionalisten mit 2:0, also überraschend für die Menschen, die noch an Spannung, Fairness oder ähnliches in der Liga glauben. Tatsächlich war es war wieder so, wie man es am Mittwoch zuletzt erleben musste, dass der Schiri entscheidend war, in diesem Fall Daniel Siebert. Überzeugen konnten die Bayern gegen den selbstverständlich wieder dezimierten Brauseclub diesmal ebenfalls nicht. Es war der üblich langweilige Kick, eben das totale Antispiel, wozu auch die Tabelle passt.

Grindel und der Dialog
Man ahnt schon, dass das große Thema somit auch an diesem Spieltag die lächerliche neue Technik bleiben sollte und es gab Neuigkeiten, welche böse Vermutungen nur noch weiter untermauerten. Die ARD berichtete, dass die Probleme, auch wegen sehr schlechtem Bildmaterial in Köln, noch wesentlich größer sind, als bislang vermutet. Somit weist nun noch mehr darauf hin, dass der Videobeweis weg muss. Trotzdem heißt es jetzt schon, dass er wohl bleiben wird, was die Vermutung untermauert, das gezielt immer weitere Möglichkeiten der Spielmanipulationen geschaffen werden sollen. Der Konfrontationskurs von DFB und DFL gegenüber allen wahren Fans dieses tollen Sports wurde damit noch einmal unterstrichen. Spannend war in diesem Zusammenhang aber auch, dass der DFB dem Staatsfernsehen keinerlei Fragen zum Thema beantwortete, man kennt diese Art der Dialogbereitschaft im Hause des Reinhard Grindel bereits allzu gut und sie scheint sich immer mehr auszubreiten. Bevor es nun noch um die Sonntagsspiele geht, muss gesagt sein, dass so der Widerstand selbstverständlich gerechtfertigt ist. Bevor am Sonntag noch ein letztes Derby anstand, spielten Werder Bremen und der FC Augsburg gegeneinander und die Augsburger gingen vor der Pause überraschungslose mit 1:0 in Führung. Wem bis jetzt noch etwas fehlt, kein Problem, auch an der Weser gab es noch einen Elfer samt Videobeweis, ohne geht es eben offensichtlich nicht mehr, so endete die erste Halbzeit schon mit 2:0 und nach der Pause sollten die Augsburger noch einmal zuschlagen und gewannen so mit 3:0, was gar nichts Gutes für Werder bedeutete. Zeitgleich mit der Auslosung zur nächsten Runde des DFB-Pokals, welche wieder zur billigen Show für den Videobeweis missbraucht wurde, startete dann noch ein letztes Derby. Vorher aber noch der Witz mit dem Zufall, der vorbestrafte Karl-Heinz Rummenigge hatte sich ein Heimspiel gewünscht, was es dann zufällig auch gab und dies natürlich gegen den BVB. Ohne Worte. Das Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg machte dann auch den passenden Abschluss des Spieltags und so gab es dort nach Videobeweis, den an diesem Tag noch fehlenden, lächerlichen Platzverweis und zwar von Schiri Tobias Stieler gegen die Breisgauer. Stuttgart siegte so ebenfalls mit 3:0 und mit diesem Spieltag war der nächste Tiefschlag für diesen Sport perfekt.

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