Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Das passende Ende eines Problems im deutschen Fußball

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Nun stand am gestrigen Abend der Länderspielauftakt nach der enttäuschenden Euro in Frankreich an und es ging erst einmal in einem Testspiel in Mönchengladbach gegen Finnland. Schon vor dem Anpfiff wurde klar, dass dieses Spiel, welches man zum Abschiedsspiel von Bastian Schweinsteiger gemacht hatte, den angemessenen Rahmen zu diesem Anlass bieten würde. Leider war er nun erst nach der Euro, wo er zum Misserfolg deutlich beigetragen hatte, zurückgetreten aber immerhin ist er nun kein Problem mehr. Glücklicherweise folgte ihm schließlich auch noch Lukas Podolski, der im März verabschiedet wird, womit es dann sogar gleich zwei Probleme in der Nationalmannschaft weniger gibt. Trotzdem muss man bedauerlicherweise auch festhalten, dass sich durch all dies am bisherigen Kurs von Bundestrainer Joachim Löw, welcher seine Rücktrittschance nach dem gebrochenen Titelversprechen nicht genutzt hatte, nichts verändern wird. Damit bleibt wohl auch weiter ein massives Ungleichgewicht von Anspruch und Realität. Er meint tatsächlich auch noch immer, sein Team wäre bei der letzten Euro das beste gewesen, was schon Tendenzen von Realitätsverlust aufzeigt. Im Staatsfernsehen sprach man in sportgeschichtsverfälschender Art und Weise auch gar nicht mehr von einem Versprechen, was den Titel in diesem Sommer anging, stattdessen waren es plötzlich nur noch Ambitionen, die man hatte. Auch so etwas ist natürlich einfach nur traurig. Gutes Stichwort, musste Oliver Bierhoff  bei der Auslosung zum DFB-Pokal doch um Zuschauer betteln, was einiges über dieses Trauerspiel aussagte. Am Ende gab es gähnende Leere, was man unter anderem mit dem Anstoßtermin erklären wollte, was total lächerlich war, denn dieser war absoluter Standard. Laut ZDF kamen 25.000 Zuschauer. Diese Peinlichkeit konnte man auch nicht kaschieren in dem man weite Teile des Stadions mit DFB-Werbung abdeckte. Offiziell waren es dann plötzlich aber angeblich doch noch 30.121 Zuschauer, die sich zur DFB-Jubelgarde machen ließen. Wahrscheinlich hatte man da versehentlich die abgedeckten Plätze mitgezählt, um es mit einem Schmunzeln zu sagen. So oder so war es die schlechteste Quote in diesem Stadion.

Eine Kulisse zum Heulen
Alles in allem war es eine komplett erbärmliche Show, was auch für die Standardchoreo galt, die vorher, ebenfalls von Bierhoff, als Highlight angekündigt wurde. Vorm Anpfiff gab es dann die großen Tränen von Schweini, was für manchen wohl bei der Kulisse und dem traurigen Abgang in Sachen Vereinsfußball einen Sinn ergeben haben dürfte. Das Spiel selbst war im Übrigen eine der größten Frechheiten, welche man in Sachen Fußball jemals mit der Zwangsabgabe namens Rundfunkbeitrag mitfinanzieren musste. Dies galt für die Partie selbst aber auch für die Stimmung, welche meistens gar nicht vorhanden war. Eine Halbzeit ohne Tore gegen Finnland war schon wieder unverschämt, gerade auch nach dem der Trainer erklärt hatte, Deutschland sei das beste Team in Europa. Gut zehn Minuten nach Wiederanpfiff gab es dann endlich das 1:0. Es war ein Abseitstor, was zu diesem Zeitpunkt schon völlig egal zu sein schien, Hauptsache endlich was zu jubeln und etwas, was ein wenig vom Einschlafen abhielt. Nach einer Stunde kam völlig unbehelligt ein Flitzer, der in Ruhe mit Schweini quatschte und ein Selfie machte, um den Platz auch wieder unbehelligt verlassen zu können. So kam Basti auch wieder ins Gespräch, was fußballerisch kaum möglich war. Im Ganzen wirkte dieser ganze Zwischenfall aber doch eher sehr inszeniert. Nach Abpfiff gab es übrigens noch einen Flitzer, der aber scheinbar nicht ins Konzept passte und ganz anders behandelt wurde. Kurz nach dem ersten Flitzer war Fußballdeutschland dann endlich von Sebastian Schweinsteiger erlöst. Danach gab es noch das 2:0-Eigentor und ein lächerliches Schauspiel um die Kapitänsbinde. Fazit, es war ein neuerlicher Tiefpunkt des deutschen Fußballs. Wobei man positiv bewerten kann, dass es mittlerweile offensichtlich eine Art Boykott kippt, wie die Leere zeigte und dies wäre natürlich endlich einmal die richtige Antwort. Ernst wird es nun schon am Sonntag in Oslo beim Auftakt gegen Norwegen zur WM-Quali und man darf gespannt sein, was man dann wieder alles versprochen bekommt und sollte es einfach aus den bekannten Gründen eher nicht glauben.

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