Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Der Oscar und die Grippewelle

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Ganz passend zu der Oscarverleihung, welche an diesem Wochenende anstand, kam auch der 22. Spieltag daher und dies sollte nicht das Einzige sein, womit man sich dem annäherte, was die Menschen im Moment bewegt. Im Vergleich zum Karnevals-spieltag, wo es richtig hoch herging, sollte es am vergangenen Wochenende doch zum Teil etwas ruhiger zugehen, wo wohl auch die aktuelle Grippewelle ihren Teil zu beitrug. Den Auftakt machte auch diesmal am Freitagabend Borussia Dortmund, die im Schwabenland gegen den VfB Stuttgart ran mussten und es sollte ein interessantes Spiel werden, bei dem der BVB in Führung ging, die Stuttgarter allerdings kurz danach durch einen diskussionswürdigen Elfer ausgleichen konnten, was bei Schiedsrichter Deniz Aytekin keine Überraschung war. Die Borussia brachte dies nicht weiter aus dem Konzept und so erhöhten sie im Verlauf des Spiels bis auf 3:1. Der Anschlusstreffer der Schwaben kam zu spät und so verloren sie mit 2:3. Auch nicht uninteressant war, dass ein Flitzer auftauchte und sich völlig unbehelligt auf dem Platz bewegen konnte, als wäre es die normalste Sache der Welt. Man sieht in Stuttgart läuft auch weiterhin wirklich einiges neben der Spur, da passt es schon auch ins Bild, dass Robin Dutt dort mittlerweile im Management ist und man weiß eigentlich, dass es mit den Vereinen aus der Bundesliga, wo er tätig war, meistens nicht wirklich gut lief. Der Spieltag war übrigens auch von Derbys geprägt und so musste 1899 Hoffenheim im Breisgau beim SC Freiburg ran und bei diesem 1:1 spielte, neben der Grippe, Peter Gagelmann auch eine sehr wichtige Rolle und sorgte wieder einmal für ein Kartenspiel inklusive zweier Platzverweise und einer traf den Freiburger Trainer Christian Streich. Für ein weiteres Kartenspiel ähnlicher Natur sorgte dann auch noch Felix Brych, der ausgerechnet das Derby zwischen dem FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt pfeifen sollte. Auch ein Spiel, wo man die Gesundheitsprobleme, welche das Land fest im Griff haben, merken konnte. Frankfurt ging mit 1:0 in Führung, allerdings sollten die Mainzer das Spiel noch komplett drehen und am Ende mit 3:1 gewinnen, was man wohl einen gelungenen Einstand für Trainer Martin Schmidt nennen kann. Spielten, wie man lesen konnte, die Schiedsrichter bis zu diesem Punkt schon die bekannte, traurige Rolle, sollte es noch wesentlich schlimmer kommen.

Ein Oscar für den Fußball
Das Hallenfußballspiel zwischen Schalke 04, wo das Dach geschlossen war und Werder Bremen war ein echtes Topspiel und zum Glück auch nicht vom Schiedsrichter geprägt. S04 ging durch einen derben Torwartfehler des Werder Keepers in Führung und es sah lange Zeit so aus, dass sie dieses Spiel gewinnen sollten, allerdings schafften die Jungs von der Weser durch einen Last-Minute-Treffer noch ein verdientes 1:1. In der Augsburger Puppenkiste sollte man dann der großen Filmauszeichnung, welche gerade verliehen wurde, schon wesentlich näher kommen. In diesem weiteren Topspiel traf der FC Augsburg auf Bayer 04 Leverkusen. Die Werkself ging mit dem ersten Treffer der Samstagnachmittagsspiele früh und vor allem auch souverän in Führung und dann begann wieder das Problem, welches Leverkusen auch mit der vermeintlich großartigen Neuausrichtung, nicht in den Griff bekommt, denn es fielen keine weiteren Tore, was sich in der zweiten Halbzeit, durch den Ausgleich der Augsburger, rächen sollte. Genau an diesen Punkten beweist sich immer wieder, wie weit Anspruch und Realität auch aktuell wieder einmal auseinanderliegen und die Verantwortung trägt vor allem das Leverkusener Management. Ein weiteres Problem bei Spielen mit Beteiligung von Vizekusen bleiben allerdings auch die Schiris, in diesem Fall Tobias Welz. B04 ging tatsächlich mit 2:1 noch ein zweites Mal in Führung aber Welz ließ, warum auch immer, eine Ewigkeit nachspielen und so wurde es nichts aus dem so wichtigen Sieg für Leverkusen und man trennte sich 2:2, was einfach nicht reicht. Für das wirkliche Skandalspiel sorgte dann unter anderem Bastian Dankert, auch ein vermeintlich Unparteiischer, der in dieser Saison schon häufiger auffiel. Der SC Paderborn empfing den FC Bayern München und dieser zeigte die bekannt schwachen Leistungen, wie auch schon zu Beginn gegen den HSV in der Vorwoche. Auch diesmal war der Schiri am ersten Treffer des Premiumproduktes der Liga beteiligt, denn bei anderen Teams hätte dieser Treffer wohl wegen Abseits nicht gezählt. Im Gegensatz zum HSV stellten die Paderborner an dieser Stelle den Spielbetrieb nicht ein, auch nicht nachdem nächsten Treffer der Bayern, die so auch nicht wirklich ins Spiel kamen. Dies kann man natürlich mit einem Elfer und einer lächerlichen roten Karte ändern und so ging der SCP völlig unverdient mit 0:6 unter, wobei es noch einen weiteren ungerechtfertigten Treffer zu Gunsten des FCB gab. Solche (Schau)Spiele mögen für den Oscar geeignet sein aber nicht für die Bundesliga.

Köln bleibt das Topthema
Bekanntermaßen finden die Topspiele immer Samstagsabends statt, dies hätte für diesen Spieltag bedeutet, dass es die Partie zwischen dem 1. FC Köln und Hannover 96 gewesen wäre, was ein Blick auf die Tabelle schon einmal nicht verdeutlicht. Mit Sicherheit war es aber auch kein Topspiel von Schiri Günter Perl, der für ein weiteres Kartenspiel mit vielen Fragezeichen sorgte, welches am Ende 1:1 ausging. Hauptthema waren aber natürlich die Krawalle am Niederrhein aus der Vorwoche und die dafür verhängten Strafen gegen Fans des FC. Auch dort spaltet man die Gesellschaft weiter. Standardisierte Banner die Pyro und Gewalt wieder einmal pauschal in einen Topf warfen auf der einen Seite und der individuelle Protest der Kölner Ultras auf der anderen waren vielsagend. Natürlich positionierte sich das Staatsfernsehen an der Seite derer, die meinen ihnen gehöre der Fußball. Ihr Problem wird nur werden, dass Fußball ohne Stimmung, wie es in Köln massiv erkennbar war, auch weil die Ultras von Hannover durch Boykott wieder auf sich aufmerksam machten, einfach wesentlich unattraktiver ist. Fakt ist, die Art mit der man in Köln, wie auch allgemein beim DFB und der DFL versucht die Probleme zu lösen, wird genau zum Gegenteil führen aber dies ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, welches hier nicht weiter vertieft werden soll, schließlich gab es auch noch die beiden Sonntagsspiele und den Auftakt machte Borussia Mönchengladbach, die ganz im Norden beim Hamburger SV antraten. Der HSV hatte letzte Woche noch bewiesen, dass man dort keinen Fußball mehr spielen kann, umso erstaunlicher war die Leistung, die man diesmal ablieferte und die Fohlen konnten von Glück sprechen, dass auch sie mit einem Last-Minute-Tor noch ein 1:1 schafften, was spätestens an dieser Stelle auch das Trendergebnisse dieses Wochenende war. Natürlich sorgen solche Leistungsschwankungen schon auch für ein Geschmäckle in der Liga. Die letzte Partie lautete dann VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC Berlin. Und man ahnte schon, dass es für den Hauptstadtclub, der schwer in der Krise steckt, keine Vergnügungsreise nach Niedersachsen werden sollte, trotzdem stand es auch hier relativ schnell erst einmal 1:1. Gab es bis zu diesem Spiel schon wieder ausreichend Merkwürdigkeiten an diesem Spieltag, sollte am Ende dann aber ein verdienter und gar nicht überraschender Favoritensieg stehen und die Wölfe gewannen mit 2:1. Trotzdem muss man leider festhalten, dass es am Ende eigentlich einen Oscar für die Bundesliga geben sollte, für besondere schauspielerische Leistungen und dies ist einfach nur traurig und schädlich für den Sport.

Pfeiff das Spiel an und setz den ersten Kommentar

Du hast den Ball