Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Der rote Spieltag

Ermöglicht durch: hÜlsberg-Die Sache mit dem Ü! Kurz vor der Bundestagswahl in fast genau einem Monat bleibt die 1. Liga auch weiterhin relativ unpolitisch, auch wenn die Überschrift anderes vermuten lässt. Das Rot, um welches es am 3. Spieltag ging, bezieht sich auf die Kartenflut des Spieltags, womit die Schiris einmal mehr im Mittelpunkt des Geschehens standen und dies natürlich meistens wieder in der gewohnt negativen Art und Weise. Im ersten Spiel am Freitagabend sicherte sich Borussia Dortmund im Heimspiel gegen Werder Bremen mit einem 1:0 Sieg auch weiterhin die Tabellenführung und hier gab es rote Karten von den Jusos mit einer wirklich gelungenen Anspielung auf den bayerischen Steuerbetrüger Uli Hoeneß, wobei solche Wahlwerbung beim Fußball natürlich nichts zu suchen hat. In diesem Spiel gab es aber auch ein sehr wichtiges Statement und zwar vom Anhang des BVB aber dazu später mehr. Am Samstagnachmittag bezogen sich die roten Karten dann vor allem auf das Spiel 1899 Hoffenheim gegen den SC Freiburg, welches 3:3 endete und der rote Karton gleich dreifach im Spiel war und sogar der Freiburger Trainer Christian Streich auf die Tribüne verbannt wurde, womit es letztendlich vier Platzverweise waren. Schiedsrichter, die so etwas verantworten, müssten eigentlich die rote Karte bekommen, da sie diesem Sport einfach nur schaden. Ebenso viel roter Karton war dann auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt zu sehen, wo sich Hannover 96 und Schalke 04 mit 2:1 trennten, womit der Fehlstart für S04 perfekt ist. Auch in Leverkusen spielte der Unparteiische eine nicht unerhebliche Rolle aber auch ohne eine kritische Entscheidung hätte die Werkself wohl gewonnen. Die Frage nach der Macht am Rhein klärte sich somit mit einem verdienten 4:2-Heimsieg für Bayer 04 Leverkusen gegen Borussia Mönchengladbach.

Der Witz des Spieltags
Den Witz des Tages gab es nicht ganz überraschenderweise einmal wieder in München, wo man die Stimmung auch diesmal über weite Strecken des Spiels vergeblich suchte, was einiges über das vermeintliche Premiumprodukt der Liga aussagt. Nach drei Spieltagen kann man wohl auch weiterhin behaupten, dass die Schiedsrichter ganz und gar Bayernfans sind, anders lässt sich ein zweifach erbettelter Elfer gegen die Clubber nicht erklären, auch wenn dieser nicht spielentscheidend war, da er gehalten wurde. Am Ende trennten sich der FC Bayern München und der 1. FC Nürnberg mit 2:0 und das Ergebnis wirkt wieder einmal wesentlich souveräner, als es die angeblich beste Mannschaft der Welt war. Wirklich souverän ist auch weiterhin der FSV Mainz 05, wo man das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg mit 2:0 beendete und somit den dritten Sieg einfuhr. In diesem Spiel gab es übrigens auch noch einmal den roten Karton, was den roten Spieltag ebenfalls untermauerte. Würde man all diese Entscheidungen, die zu dieser Flut an gelben und roten Karten führte und in den staatlichen Medien weitestgehend als korrekt verteidigt wurden, auch bei Spielen des FCB anwenden, würde am Ende eines jeden Spieltags kaum noch einen Bayernspieler auf dem Platz stehen. Dies zeigt auf, wie die Fairness in der Bundesliga verteilt ist und wie man unbedrängt Rekorde sammeln kann. Dieser Samstagsspieltag sollte dann mit der Partie Hertha BSC Berlin gegen den Hamburger SV im Vergleich relativ unspektakulär zu Ende gehen, wenn man von toller Pyro des Anhangs vom HSV absieht. Hertha legte ein verdientes, wenn auch schwaches 1:0 hin und damit den zweiten Heimsieg dieser Saison. Mit dieser Niederlage dürfte auch der Saisonstart des HSV eher verhagelt sein. Übrigens um Punkt 17 Uhr, als die meisten Partien dem Ende zugingen, war es soweit und es sollte genau 50 Jahre her sein, dass die Bundesliga zum ersten Mal angepfiffen wurde. Damals war die Welt noch in Ordnung, denn die Bayern waren nicht dabei.

Das bayerische Staatsfernsehen und das Thema Gewalt
Nach diesem Samstagsspieltag wurde vielfach die Chance genutzt, über die Gewaltexzesse der Polizei zur Wochenmitte beim internationalen Geschäft auf Schalke zu diskutieren. Fans der Schalker hatten die griechischen Fans provoziert, was einfach zum Fußball dazugehört und weder strafbar noch verfassungsfeindlich ist. Dies geschah mit einer mazedonischen Fahne, die die Polizei dazu veranlasste den Block der Schalker in Kampfmontur unter Einsatz von Schlagstöcken und Reizgas zu stürmen, wodurch sogar Sanitäter zum Rückzug gezwungen wurden. Im ZDF konnte man dazu live das Märchen hören, es handele sich um Ausschreitungen unter verfeindeten Fans von S04 und dies trotz unüberhörbarer Bullen-raus-Rufe, die man einfach unkommentiert ließ. Ein weiterer Beweis, dass es im Staatsfernsehen die teuer zu bezahlende Unabhängigkeit einfach nicht gibt. Aber dies sollte noch lange nicht alles sein, denn am Samstagabend bestand die Chance den Fehler im aktuellen FCB-Studio im ZDF, welches, wie immer, als Aktuelles Sportstudio getarnt daher kam, einzuräumen. Dies blieb aber aus, man berichtete nun zwar die Wahrheit, verschwieg aber die falsche Berichterstattung zur Wochenmitte. Diesmal war Hermann Gerland, der bayerische Co-Trainer, der bayerische Vertreter für vermeintlich unabhängige  Kommentare im Studio und er hatte auch gleich Trikots des FCB für den Moderator und den Quotenpromi Herbert Grönemeyer an der Torwand dabei, der Gast an der Torwand wurde, wie man es diesem Verein zurechnet, ignoriert. Auch wenn der Sender in Mainz sitzt, muss man hier wohl vom bayerischen Staatsfernsehen sprechen, welches nichts anderes tut, als die Premiummarke im deutschen Fußball zu fördern und damit auch die Gesellschaft weiter zu spalten. Am Ende des Tages bleibt unfreie Berichterstattung, die mit Fairness im Fußball rein gar nichts zu tun hat. Dies fördert natürlich den Widerstand im Fußball, was auch für die Szenen der staatlichen Gewalt auf Schalke, die keinerlei Berechtigung hatte, gilt.

Reaktionen auf den Exzess der Staatsgewalt auf Schalke
Selbst die verfeindeten Fans der Borussia aus Dortmund unterstützten in gewisser Weise die Fans aus Schalke, in dem sie am Freitag auf das wahre Gesicht der Polizei mit Transparenten hinwiesen und auch in Leverkusen konnte man im Fanblock am Samstag den Hinweis lesen, dass man nicht immer auf weit entfernte Krisenherde blicken muss, sondern ein Blick auf die NRW-Polizei reicht. Man kann gar nicht so viel offensichtlich geheuchelte Werbung gegen Hass und Gewalt im Fußball senden, wie man bräuchte, um solche Gräben zu schließen. Dieses Thema ist noch lange nicht vorbei und man darf abwarten, wie sich diese Saison noch entwickelt, denn die Feinde haben sich klar geoutet. Wahrscheinlich werden Fans, wie die auf Schalke, bald auch schon als Terroristen eingestuft und dann darf man sie auch mit der Bundeswehr bekämpfen und Panzer vor den Stadien aufziehen lassen. Deutschland wird nicht nur immer absurder, sondern auch immer beängstigender. Man sieht auch an solchen Exzessen, wie gescheitert das System ist, wie gescheitert der Kommerzilialsierungswahn der DFL ist. Welche Ziele verfolgt ein Staat und sein Fernsehen mit solchem Vorgehen und der passenden Berichterstattung? Am Sonntag wurden diese Themen dann erst einmal etwas nachhinten gerückt und es ging mit dem Duell der Eintracht aus Braunschweig gegen die aus Frankfurt los und die Frankfurter holten mit einem 2:0-Auswärtssieg ihre ersten drei Punkte in dieser Saison. Den Abschluss des Spieltags bot dann das Derby zwischen dem FC Augsburg und dem VfB Stuttgart, welches mit einem 2:1-Heimsieg für den FCA endete. Dieses Spiel sollte dann mit vielen Karten und natürlich auch wieder mit einem fragwürdigen Platzverweis einen geschichtsträchtigen Spieltag beenden.

Pfeiff das Spiel an und setz den ersten Kommentar

Du hast den Ball