Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Deutschland gibt den Chancentod

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Zum Wochenstart gab es noch einmal nur zwei Spiele beim großen Turnier des Sommers und damit den Abschluss in der Gruppe B. Die Slowakei traf in Saint-Etienne auf die Engländer und die Russen in Toulouse auf die Waliser und man ahnte schon, dass Gewaltexzesse auch diesmal ein Thema sein sollten. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Sache mit dem Alkoholverbot in beiden Städten wieder nicht funktionierte, was einfach zum allgemeinen Bild der Organisation dieser Euro 2016 in Frankreich passte. Allerdings blieb es diesmal tatsächlich an beiden Spielstädten friedlich, was bei den Ergebnissen, die es gab, doch eine Überraschung war. In Bezug auf Russland ist der Umgang mit Ausschreitungen längst fester Bestandteil antirussischer Propaganda geworden. Im Privatfernsehen schreckte man auch nicht davor zurück, sogar von Staatshooligans zu sprechen, was merkwürdig klingt, wenn es aus einem Land mit einer Fußballkanzlerin kommt. Was England und Wales anging, waren natürlich Anspielungen auf den möglichen BREXIT in dieser Woche auch gesetzt. Ganz nebenbei war es aber vor allem sportlich sehr interessant, da es viele Möglichkeiten gab, wie es enden könnte. Den ersten Treffer des Abends erzielten die Waliser gegen die Russen nach gut 10 Minuten. Von den Toren her wurde so mit den Spielen des Vorabends schon gleichgezogen. Zehn Minuten später waren dann auch die Tore des Vorabends gänzlich überholt und damit natürlich auch verdoppelt. Wales führte nun schon 2:0 gegen Russland, womit es erst einmal ziemlich düster fürs größte Land der Welt aussah. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Pause, während es in Saint-Etienne weiter torlos blieb. Bis gut 20 Minuten nach der Pause tat sich wieder kaum etwas auf den beiden Plätzen und dann fiel das 3:0 in Toulouse für die Waliser und es war der dritte Treffer für Gareth Bale und sein erster aus dem Spiel heraus. So endete die Skandalgruppe B dann mit einem 0:0 zwischen der Slowakei und England, womit die Slowaken noch etwas hoffen konnten, die Engländer peinlich hinter Wales landeten und der Ausrichter der WM 2018 aus dem Turnier flog und dies nicht ohne Beschimpfungen aus allen Rohren, was noch einmal verdeutlichte, woher der Wind bei den systemtreuen Medien tatsächlich weht. Die erste sachliche Nachricht aus Russland ließ aber auch nicht lange auf sich warten und war ebenfalls nicht sehr überraschend, denn der Trainer quittierte seinen Dienst. Noch einmal zu den Teams die sicher weiterkamen, nach BREXIT sah am Ende dieses Abends natürlich auch im Sport rein gar nichts mehr aus. Die Trefferquote zum Vorabend verdreifacht zu haben, ist selbstverständlich eine Leistung und auch die ging aufs Konto der Waliser, letztendlich das einzige Team, welches an diesem Abend auch wirklich überzeugte.

Wieder vermeintlicher Fehlalarm in Paris
Erschreckendes gab es übrigens auch schon am Montag aus der deutschen Gruppe zu vermelden, die am gestrigen Tage zuerst ausgespielt wurde. Das deutsche Mannschaftshotel in der französischen Hauptstadt musste wieder geräumt werden. Offiziell war es auch diesmal wieder nur ein Fehlalarm. Das letzte Mal, dass dies passierte, war im November letzten Jahres, was danach geschah, ist hinlänglich bekannt.  Diesmal passierte zum Glück nichts Weiteres. Am Dienstag stand sportlich dann die Partie der LÖWenherzen in Paris an, die ein Torfestival geben musste, da das vom FCB geprägte Team, den Fans dies einfach schuldig war und die Ausreden schon lange aufgebraucht waren. Zwei Tore in zwei Partien einer Freilosgruppe sind nun wirklich auch nicht weltmeisterlich. Im Fernduell um die Tabellenführung in der Gruppe C wurden die Polen in Marseille von der Ukraine empfangen, also das Duell der letzten Gastgeber. Dort gab es dann auch wieder schwere Ausschreitungen und man war so gar nicht mehr überrascht. Den ersten Treffer gab es aber in Paris durch die LÖWenherzen, allerdings auch erst nach 30 Minuten, so ging es auch in die Halbzeit und was die DFB-Auswahl in den ersten 45 Minuten an eigenen Chancen vernichtete, war einfach nur unfassbar aber da es in Marseille noch immer 0:0 stand, war es in Sachen Tabellenführung zur Pause erst einmal kein Problem. Allerdings schossen die Polen gut 10 Minuten nach der Pause auch das 1:0, womit der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt war. So blieb auch alles bis zum Schluss und Deutschland gewann somit diese Freilosgruppe völlig glanzlos, mit nur einem Treffer Vorsprung vor den Polen, die so auch direkt durch waren. Nordirland muss noch bangen und die Ukraine fährt ohne Punkte und eigene Tore zurück. Bundestrainer Joachim Löw war nicht zufrieden, was nachvollziehbar war, gab es doch wieder kein Torfestival und mit Chancen alleine gewinnt man keine Titel. Man muss aber auch bedenken, er setzt immer wieder auf den eben angesprochenen Mannschaftstyp und so muss man sagen, dass er es auch verantwortet, denn es gibt andere Möglichkeiten aber wer weiß schon, welche Kräfte dies verhindern. Die übertriebene Freude über diesen Minimalsieg im übertragenden Staatsfernsehen war auch wieder einmal nur lächerlich aber auch hier muss man das ganze Turnier über schon eine bayerische Einfärbung ertragen, welche rein gar nichts mit unabhängiger Berichterstattung zu tun hat. Nun geht es am Wochenende gegen einen Tabellendritten weiter, womit man von einem weiteren Freilos sprechen muss und gespannt sein darf, wie es dann wird. Geht es weiter, wie bislang schon, darf man sich nicht wundern, wenn keine große Euphorie aufkommt, denn vom Team wird diese auch nicht versprüht.

Krawall auch in Bordeaux
Zum Abschluss standen am Abend noch die Entscheidungen in der Gruppe D an und Kroatien traf in Bordeaux auf Spanien, das einzige Team, welches bislang wirklich überzeugen konnte. Nachdem der letzte Krawall der Kroaten sein Ziel erreicht hatte und der Verband zur Kasse gebeten wurde, war für dieses Spiel gleich ein Platzsturm angekündigt, um einen Spielabbruch zu provozieren. Man erkennt deutlich, wie groß die Gräben hier sind und sollte dies auch in Deutschland genau registrieren, wo die wahren Fans und die Verbände auch immer größere Probleme miteinander bekommen. Die Folge der angesprochenen Drohung war ein massives Polizeiaufgebot vorm kroatischen Block. Sportlich gesehen dauerte es nur knapp über fünf Minuten, da stand es auch schon 1:0 für den Europameister. Kurz danach fiel dann auch das 1:0 für die Türkei, die in Lens von Tschechien empfangen wurde. Dann war, was Tore anging, Ruhe bis kurz vor der Pause und dann sollte es so richtig seltsam werden, denn die Spanier kassierten tatsächlich den Ausgleich und man war gespannt, was dies für das weitere Spiel nach der Pause bedeuten würde, immerhin war es der erste Gegentreffer bei einem solchen Turnier seit 2004. Auf jeden Fall konnte man bei der ARD den Europameister so weiter kleinreden, wie man es die gesamten ersten 45 Minuten schon getan hatte. Es hatte etwas vom Pfeifen im Wald, nach der Vorstellung Deutschlands in der Vorrunde, welche nun wirklich nicht mit der Spaniens vergleichbar war. Nach der Pause sollte es allerdings eher ruhiger weitergehen. Dies änderte sich erst nach gut 20 Minuten, denn da schossen die Türken das für sie so wichtige 2:0 gegen die Tschechen und feierten dies auch gleich mit ordentlich Pyro. Ein paar Minuten später gab es dann Elfer für die Spanier in der anderen Partie, welcher allerdings gehalten wurde und es dort so weiter 1:1 stand. Dann kam wieder die Schlussphase und es sollte ein kleines Wunder geschehen, denn die Kroaten schossen das 2:1 gegen den Europameister und machten sich so auch gleich zum Tabellenführer. Erstaunlich war aber auch noch, dass es die ganze Spielzeit über keine Zwischenfälle gab. Ganz und gar nicht erstaunlich, was für beide Spiele galt, war die Schiedsrichterleistung, die wieder nicht zu diesem Turnier passte. Ein Problem, welches sich genau wie die Krawalle aber auch schon durch die ganze EM zieht aber dazu mehr am kommenden Freitag in der kleinen Zwischenbilanz zur Gruppenphase.

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