Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Deutschland und die Wüstenfüchse

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Nachdem die WM 2014 in Brasilien am letzten Freitag einem Tag Pause gemacht hatte, ging es dann auch gleich am vergangenen Samstag mit dem Achtelfinale weiter. Den Auftakt machte abermals das Gastgeberland, denn Brasilien musste gegen Chile in Belo Horizonte antreten. Dieses erste Achtelfinalspiel fand übrigens unter deutscher Beteiligung statt, denn Skandalschiedsrichter Felix Brych machte den 4. Offiziellen, ein Posten, wo er zum Glück wenig Unheil anrichten konnte. Nach 120 Minuten endete das Spiel mit 1:1, wie es auch schon nach 90 Minuten gestanden hatte und es war phasenweise doch außerordentlich zäh, was man vom folgenden Elfmeterschießen nicht behaupten konnte, welches die Gastgeber mit 3:2 gewannen und so nach dem perfekten Samstagabendkrimi mit 4:3 ins Viertelfinale einzogen. Dort werden sie auf Kolumbien treffen, die sich später am Abend in Rio de Janeiro mit einem verdienten 2:0 gegen Uruguay durchsetzten. Der gestrige Spieltag begann mit der Partie zwischen den Niederlanden und Mexiko in Fortaleza. Die Niederländer setzten sich ganz zum Schluss, nach einem allgemein sehr langweiligen Auftakt, noch mit einem 2:1 durch, was allerdings nicht wirklich verdient war und zum Teil auch wieder dem Schiedsrichter angelastet werden musste. Es sollte auch gleich mit einem wahren Kartenspiel in Recife zwischen Costa Rica und Griechenland weitergehen, allerdings waren hier die kompletten ersten 90 Minuten von Langeweile geprägt. Costa Rica seit der 66. Minuten nur noch mit zehn Spielern und der griechische Ausgleich in der Nachspielzeit, sorgten dann noch für eine ebenfalls langweilige und torlose Verlängerung. Dann tief in der Nacht ein Drama und Costa Rica siegte im Elfmeterschießen mit 5:3 und zog so mit 6:4 ins Viertelfinale ein.

Kein Angstgegner
In einigen Stunden greifen dann auch endlich die LÖWenherzen wieder ins Geschehen ein und es geht gegen Algerien, die man auch die Wüstenfüchse nennt, was nicht erstaunt, besteht dieser flächenmäßig größte Staat Afrikas doch fast nur aus Wüste. Nun ist es gute Tradition der etablierten Massenmedien den deutschen Gegner möglichst groß erscheinen zu lassen, damit, falls es einmal wieder nicht so gut läuft, wie es eigentlich den selbstaufgebauten Ansprüchen genügen sollte, die Fallhöhe nicht ganz so hoch ist. So begann man auch umgehend, nachdem Algerien als Gruppenzweiter in der Gruppe H feststand, damit zu erklären, dass Deutschland gegen dieses nordafrikanische Land eine sehr schlechte Bilanz hätte, da man bislang alle Spiele verloren hatte. Inhaltlich ist dies natürlich wieder einmal absolut korrekt, man sollte nur anfügen, dass es eigentlich gar keine gültige Bilanz gibt. Die zwei Spiele, die diese Teams bislang absolvierten, liegen ein halbes Jahrhundert bzw. über 30 Jahre zurück. Dies bedeutet, beim ersten Spiel 1964 war der Bundestrainer gerade einmal vier Jahre alt und keiner der aktuellen Spieler war geboren. Selbst beim zweiten Spiel 1982 waren eine ganze Reihe der LÖWenherzen noch nicht geboren. Man erkennt schnell, warum ein tatsächlicher Vergleich einfach nicht möglich ist. Man sollte ebenfalls zur Kenntnis nehmen, dass es in diesem Spiel nichts anderes, als einen klaren Sieg in der regulären Spielzeit geben kann, denn alles andere würde sich schlicht und ergreifend durch nichts erklären lassen. Erklärungsbedarf gibt es eigentlich auch noch im Kontext der Gruppenphase, wenn man sich das dortige Abschneiden im Detail ansieht.

Hoffentlich alles nur Show
Nimmt man das Auftaktspiel der Deutschen gegen Portugal raus, was auf dem Papier auch deutlicher war, als auf dem Platz, sieht es schon eher bescheiden aus, im Vergleich zu dem, was man vorher alles über die Leistung der Mannschaft hören konnte. Nimmt man dann allerdings den Gruppensieg in der Gruppe G mit in die Betrachtung auf, kann man auch sagen, dass es clever gemacht war und vielleicht war es alles nur Show, um mögliche, wesentlich ernstzunehmendere Gegner hinters Licht zu führen. Dies würde sich dann bald schon zeigen. Fakt bleibt, es gibt nur einen Anspruch bei diesem Turnier und dieser lautet, der Titel muss geholt werden. Jogi Löw ist nun seit zehn Jahren Trainer bei der DFB-Elf und davon acht Jahre  Bundestrainer und man erinnert sich, wie viele Titel Deutschland seitdem einfahren wollte, vor allem aber erinnert man sich daran, dass es tatsächlich kein einziger war. Dies bedeutet, dass sich auch die Verantwortlichen beim DFB fragen müssen, ob es sinnvoll war ein Jahrzehnt an Löw festzuhalten. Schaut man sich bislang die Leistungsbereitschaft und auch die nicht enden wollenden Probleme im Passspiel an, die sich von Turnier zu Turnier ziehen und damit weder am Klima noch an der Zusammensetzung des Teams festzumachen sind, bleibt eigentlich nur eine Schwachstelle. Wie gesagt, noch ist eigentlich gar nichts passiert und wenn es nun mit fortschreitendem Turnierverlauf alles besser wird und man sich einfach nur Kraft für größere Aufgaben aufgehoben hat und die zukünftigen Gegner grandios getäuscht hat, ist auch alles, wie es sein sollte und Deutschland versinkt Mitte nächsten Monats im kollektiven Jubel über den Weltmeistertitel.

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