Die Arroganz im fernen Kasachstan
Man erinnert sich noch an die Worte von Thomas Müller, der mal eben nach Kasachstan fliegen wollte, kurz ins Hotel und dann die Kasachen wegputzen wollte. Jetzt muss man festhalten, dass ein 3:0-Sieg gegen Kasachstan mit Sicherheit kein Wegputzen ist. Die Ausreden von Kapitän Philipp Lahm, der dann im Interview nachdem Spiel die Reisestrapazen ansprach, wirken dann, gerade auch in diesem Kontext, einfach nur noch lächerlich aber man weiß bei welchem Verein die genannten Protagonisten spielen und da wundert einen gar nichts mehr. Wo wir gerade beim FC Bayern München sind, sei noch kurz angesprochen, dass das Bayern-Prinzip, welches in der Liga gerade so gar nicht funktioniert, immerhin bei der Nationalmannschaft klappt. Minimaler Aufwand bei maximalen Gewinn, da kann man Joachim Löw natürlich nur loben. Das man beim ZDF von einem verdienten Sieg sprach, darf man bei diesem Spielverlauf, mit den immer wieder erwähnten Fehlpässen etc., doch eher anzweifeln. Aber dort hat man schließlich auch Oliver Kahn als Experten, was sich selbst erklärt. Somit endete die EM-Qualifikation für dieses Jahr mit 12 von 12 möglichen Punkten als souveräner Tabellenführer, da die Türkei ihr Spiel gestern auch wieder verlor. Es zeigt sich aber auch direkt, dass man nicht alles glauben sollte, was Tabellen und ähnliches hergeben, denn von souverän war man über weite Strecken, nicht nur im gestrigen Spiel, entfernt.
Wie Europa immer größer wird
Es sei noch angemerkt, dass es natürlich auch durchaus irritierend ist, dass Länder, wie zum Beispiel eben Kasachstan, bei der Quali um den größten europäischen Wettbewerb mitspielen können, denn Kasachstan hat mit Europa etwa soviel zu tun, wie Aserbaidschan. Man konnte aber beim gestrigen Spiel auch die Bedeutung solcher Länder erkennen, denn damit der entspannte, deutsche Fan das Spiel auch in Ruhe nach der Arbeit genießen konnte, wurde das Spiel um 23 Uhr Ortszeit angepfiffen und endete etwa gegen 1 Uhr am Folgetag. Man sieht ganz klar, wo hier der Hammer hängt. Anders gesagt, wen interessieren die Kasachen, wenn man die Werbegelder scheinbar so oder so in Deutschland einfährt. Ähnlich verhielt es sich in der Halbzeitpause, in der man von der 1:0-Niederlage der Türkei gegen Aserbaidschan berichtete und durchaus so etwas, wie ein wenig Hohn durchhören konnte. Es schien fast so, als hätte manch einer beim öffentlich-rechtlichen Bezahlfernsehen die Pfiffe und Buhrufe gegen Mesut Özil im Türkeispiel nicht wirklich verarbeitet bekommen. Dieses Spiel hat aber vor allem gezeigt, dass sich Müller und Co. zukünftig mit ihrer Arroganz etwas zurückhalten sollten, denn irgendwann könnte dies auch richtig daneben gehen und da wird es auch fürs ZDF schwer, dies dann noch positiv darzustellen.
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Du hast den Ball





























