Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Die Ausweitung des DFB-Skandals und ein weiterer fragwürdiger Rekord

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Eine gewisse Langeweile wird in der Bundesliga mit jedem Spieltag deutlicher, so auch am vergangenen 10. Spieltag. Daher ist es nicht überraschend, dass gleich in der ersten Partie das Hauptaugenmerk wieder einmal auf dem Schiedsrichter lag. Daniel Siebert war es, der diesmal mit einem Kartenspiel massiven Einfluss auf den 1:0-Auswärtssieg des Hamburger SV bei 1899 Hoffenheim nahm. Und die nächste Wiederholung ist, dass dies nicht die letzte Partie war, in welcher am letzten Wochenende wieder die Personen die Entscheidungshelfer in Sachen Ergebnisse gaben, welche eigentlich unparteiisch sein sollten. Dies zu Zeiten des stetig anwachsenden DFB-Skandals, wo sich mittlerweile übrigens auch die DFL hinter den Hauptbeschuldigten gestellt hat und somit Wolfgang Niersbach den Rücken gestärkt hat, lässt das Geschmäckle im Kommerzfußball natürlich noch einmal deutlicher werden. Bei diesem Thema ist man natürlich immer auch ganz schnell beim Premiumprodukt der Bundesliga, deren Lichtgestalt übrigens zuletzt erstaunlich medienscheu wurde. Der FC Bayern München siegte mit 4:0 gegen den 1. FC Köln, was erst einmal gar keine Nachricht ist, allerdings war es der 1.000te Sieg des FCB und damit, wie gefühlt wöchentlich, der nächste Rekord. Wie bei den meisten dieser Rekorde, gibt es auch hier einen Schönheitsfehler, denn natürlich hat sich niemand die Mühe gemacht, die Siege abzuziehen, welche die Bayern der bereits kritisierten Berufsgruppe zu verdanken haben. Würde man diese Siege alle abziehen, wäre man meilenweit von 1.000 entfernt. Auch in diesem Spiel gab es wieder ein Geschenk, diesmal einen Elfer, den sonst wohl kaum ein Team bekommen hätte und so konnte sich Thomas Müller sein nächstes Tor für den nächsten Rekord erschleichen. Bayer 04 Leverkusen verpasste am Wochenende erst einmal einen Rekord und so blieb es nach dem 4:3 über den VfB Stuttgart der schlechteste Saisonstart seit knapp zehn Jahren. Es war ein verdienter Sieg, mit dem man diesen Negativrekord gerade noch abwendete aber trotzdem auch wieder einer mit Glück und dies alles zeigte, wie gescheitert Sportdirektor Rudi Völler bleibt. Scheitern führte an diesem Wochenende, wie schon angedeutet, dann auch zur nächsten Wiederholung.

Der DFB und die Lüge
Pünktlich zum Spieltag gab es wieder Neues vom SPIEGEL in Sachen WM 2006. In diesem Zusammenhang bezichtigt nun der ebenfalls äußerst umstrittene Theo Zwanziger, den aktuellen DFB-Boss Wolfgang Niersbach, dessen Rücktritt wohl nicht mehr lange dauert, der Lüge. Somit kommt es zu einer interessanten Situation. Wie auch immer man das Blatt nun wenden mag, ist es so, dass auch beim DFB gelogen wird, ganz davon abgesehen, dass die Aufklärung des eigentlichen Vorwurfs noch immer keine Ergebnisse brachte und so alles auch weiterhin im Raum steht. Lug und Trug stehen damit nach diesem Spieltag beim DFB ebenfalls weiter ganz weit oben auf der Agenda, was natürlich der beste Punkt ist, um auf die aktuelle Tabelle hinzuweisen, denn wer weiß schon, welche Wahrheiten in diesem Zusammenhang irgendwann einmal ans Tageslicht kommen. So setzte sich der Zersetzungsprozess dann eben auch im gerade genannten Bereich des Fußballs weiter fort. Was speziell für den DFB bedeutet, er sollte sich zukünftig damit zurückhalten, gegen die wahren Fans diese Sports vorzugehen, denn er verliert gerade jegliche Legitimation darüber zu urteilen, was richtig und was falsch ist. Dieser Skandal, der absolut keine Überraschung ist, sollte aber nicht das einzige sein, was den vergangenen Spieltag überschattete. Nachdem es gut ein Jahr lang wieder BuGeSa (Bundesregierung gegen Salafisten) hieß, stand der Sonntag ganz im Zeichen der Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa), die in Köln auf eine riesige Gegenbewegung trafen. Wie schon im letzten Jahr dürfen sich die Regierenden, trotz ihres Gewaltmonopols, nicht darüber beklagen, wenn Teile der Bevölkerung, also in diesem Fall die Hooligans, vorgegebene Richtungen aufgreifen und sich natürlich im Recht glauben. Hier zeigte sich aber noch etwas ganz anderes, der Fußball wird immer politischer und auch dies ist keine Überraschung in einem Land mit einer Fußballkanzlerin. Schon am Sonntagmorgen, also weit bevor die letzten Partien des Spieltags begannen, kam es im Kölner Stadtteil Deutz bereits zu Ausschreitungen und dies trotz 3.500 eingesetzter Polizisten. Bemerkenswert war, dass die Gewalt den ganzen Tag über vor allem von den Gegendemonstranten ausging. Vielleicht gibt es demnächst auch wieder mehr Fußball, wäre wirklich eine Abwechslung und schon schön. Nächste Chance, am morgigen Tag geht es gleich mit dem DFB-Pokal weiter.

Pfeiff das Spiel an und setz den ersten Kommentar

Du hast den Ball