Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Die große Scheinspannung

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Der erste Abend der DFB-Pokal-Viertelfinale begann mit der Auftaktpartie zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg und es sollte auch gleich das erste, wenn natürlich auch nicht das letzte Skandalspiel geben. Unparteiisch nannte sich an dieser Stelle Tobias Stieler, der mit einem Elfer für die Wölfe, den nicht jedes Team bekommen hätte, um es mit aller Vorsicht zu formulieren und einem passenden Gegenstück, dafür sorgte, dass sich die Werkself aus der niedersächsischen Autostadt durchsetzten konnte. Christian Streich, Trainer der Freiburger, der das Problem mit den Schiedsrichtern bestens aus der Bundesliga kennt, wo es ihn und sein Team ebenfalls immer wieder trifft, zeigte nur ein ironisches Lächeln und besser kann man so etwas nicht kommentieren. So sieht der völlig Verlust der Ernsthaftigkeit im deutschen Fußball nun einmal aus. Es sind exakt diese ganz großen Lachnummern, die das riesige Problem in diesem Sport auf dieser Ebene darstellen. Wenn hier dann noch, wie im übertragenen Staatsfernsehen, versucht wird von Spannung zu sprechen, wird es völlig absurd, was auch dafür gilt, wenn man gerade in Wolfsburg die Fans hervorhebt. Gute Stimmung gab es, dies ist nicht die Frage aber trotzdem war wieder einmal klar zu erkennen, dass es dort ein Fanproblem gibt, denn auch diesmal war nur knapp die Hälfte der Plätze belegt. Das Livespiel des Abends zwischen Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim, welches natürlich ausverkauft war, passte auch hervorragend zur Überschrift, hatte man doch das Gefühl, dass hier die Spannung auch ganz bewusst aufgebaut wurde und am Ende setzte sich dann doch der BVB sowohl verdient, wie auch souverän durch. Da musste sogar der für Skandalspiele bekannte Deniz Aytekin keinen großen Einfluss nehmen, was aber nicht bedeuten soll, dass er einen guten Job gemacht hätte. An solchen Stellen muss man sich natürlich auch fragen, warum gewisse Schiris immer wieder, gerade auch bei so entscheidenden Partien, angesetzt werden. Schon am ersten Abend fragte man sich ebenfalls wieder, was es mit der teuer bezahlten, vermeintlichen Unabhängigkeit des Staatsfernsehens zu tun hat, dass man diese Schiedsrichterleistungen auch noch entschuldigt bzw. lobt. Am Ende standen dann am Dienstagabend auch genau die Sieger fest, die zwar nicht für Überraschungen oder Spannung im Pokal sorgen aber verdammt gut fürs Image bzw. die Kassen sind und man ahnte, was dies für den Abschluss der Viertelfinale bedeuten sollte.

Die Quotenmannschaft und das Premiumprodukt
Der zweite Spieltag des Viertelfinales im DFB-Pokal begann mit der Begegnung Arminia Bielefeld gegen Borussia Mönchengladbach. In dieser Partie hatte man mit Wolfgang Stark eine echte Legende als Schiri, wenn es um Skandalspiele geht und so wunderte man sich im Verlauf auch wirklich über nichts und selbst die fragwürdigsten Entscheidungen konnte man so gut erklären. Der Sinn, den man am deutlichsten erkennen konnte, war wohl, dass beide Teams irgendwie ins Elfmeterschießen kommen sollten, was auch die eigentlich nicht wirklich klaren Entscheidungen in Sachen Elfer während dem Spiel erklärte. Nach dem Elfmeterschießen selbst sollte ein 6:5-Heimsieg für die Arminia stehen und schon hatte man die Quotenmannschaft, welche für die große Pokalüberraschung sorgte. Dieses Spiel kann man aber gerne auch einfach nur unter schlechte Schiedsrichterleistung verbuchen, denn das wahre Skandalspiel des Abends sollte es natürlich im Rheinland geben, wo Bayer 04 Leverkusen auf den FC Bayern München traf und mit 3:5 nach Elfmeterschießen natürlich, wie hier bereits schon direkt nach der Auslosung bekanntgegeben, ausschied. Aber schön der Reihe nach. Der alles entscheidende Faktor war einmal mehr die Person, die man fälschlicherweise noch immer Unparteiischer nennt, in diesem Fall Felix Zwayer. Leverkusen wäre bei einem Unparteiischen wahrscheinlich früh durch einen glasklaren Elfer in Führung gegangen, was so natürlich nicht der Fall war. Mit verstreichender Spieldauer, in welcher die Bayern in der bekannten Form nicht in der Lage waren Tore zu schießen, wurde die Aggression bei den Süddeutschen immer massiver, wie man es kennt, was in der Spitze in einer Kampfsporteinlage von Thiago endete. Eine solche Szene führt normalerweise einfach nur zu einer roten Karte, womit der FCB nur noch mit zehn Mann unterwegs gewesen wäre aber man wusste spätestens nachdem angesprochenen, nicht gegebenen Elfer, wo Zwayer auch diesmal stand und so ging es ganz normal weiter und das Skandalspiel war perfekt. Die ganze Ironie wird dadurch noch deutlicher, dass Thiago auch noch den Siegtreffer schoss. Vom Turnvater Pep Guardiola, für den die Coachingzone noch nie eine Bedeutung hatte, allerdings Roger Schmidt in diesem Kontext ermahnt wurde, ganz zu schweigen. Natürlich bekam der bayerische Trainer auch extralange Pausen, zum Beispiel vor der Verlängerung, nicht umsonst spricht man vom Forcieren des Premiumproduktes im deutschen Fußball. So bleibt am Ende leider nur die Erkenntnis eines lächerlichen Viertelfinals im DFB-Pokal, genau dies führt übrigens zu Frust bei wahren Fußballfans, die sich auch immer wieder gerne in purer Gewalt äußert aber über diese kann man sich dann wieder überrascht zeigen, wie man es von den Strippenzieher und ihren Helfern in diesem Sport gewohnt ist.

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