Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Die königsblauen Knappen

Der FC Schalke 04 schaut auf eine lange und bewegte Geschichte im deutschen Fußball zurück. Im aktuellen Vereinsnamen ist das Gründungsjahr 1904 inbegriffen. Der Verein ist im Gelsenkirchener Stadtteil Schalke beheimatet und zählt zu den erfolgreichsten Vereinen im nationalen Profifußball. In der ewigen Tabelle der Bundesliga belegt der FC S04 den siebten Platz.

Schalke ist der zweitgrößte Sportverein Deutschlands, gemessen an der Mitgliederzahl (111.111 Mitglieder; Stand: 1.September 2012). 1904 als Westfalia Schalke in einer von Bergbau und Schwerindustrie geprägten Region gegründet, erhielt die Fußballmannschaft bald den Spitznamen `die Knappen`. Ein Knappe ist ein Bergmann mit abgeschlossener Lehre. Ab 1912 wurde der Verein des Öfteren wegen Zusammenschlüssen und Ausgliederungen aus anderen Vereinen mehrfach umbenannt, bis endlich 1924 der heute gängige Name Fußballclub Schalke 04 zu Buche stand. Damals wurden die Vereinsfarben weiß und blau gewählt, was bis heute nicht mehr geändert wurde und worauf der in den Sportnachrichten oft verwendet Spitzname `die Königsblauen`, oder auch `Königsblau` beruht.

Bemerkenswert ist das Schalker Wappen, welches zu den bedeutungsvollsten der aktuellen Bundesligisten gehört. Scheinbar alles an dem königsblauen Signet scheint durchdacht zu sein. Wofür das weiße `S04` vor blauen Hintergrund steht, dürfte klar sein. Doch damit ist nur das Offensichtliche abgehandelt. Wer genauer hinsieht, erkennt, dass um den Schriftzug ein weißes `G` gerahmt wurde. Als die Stadt Gelsenkirchen anno 1928 ein paar Mark zum Stadionbau beisteuerte, bedankte sich der damalige FC Schalke 04 mit der Umbenennung in FC Gelsenkirchen-Schalke 04. So heißt der Klub übrigens bis heute offiziell. Auch der blaue Bereich im Wappen hat eine Bedeutung. Er stellt einen Schlägel (eine Art Hammer) dar, mit dem die Bergleute einst das Hangende bearbeiten. Es ist ein Tribut an die Klubwurzeln im Knappentum.

Verschwunden sind hingegen die drei Kreise um das Vereinslogo, die den Schalker Kreisel symbolisierten, eine in den 1920er und 1930er Jahren revolutionäre Spielweise aus England, die die Schalker berühmt und erfolgreich gemacht hatten. Die Gebrüder Ballmann hatten die `Kreiseltechnik` aus Schottland bei den Gelsenkirchenern eingeführt. Dabei ging es um Flachpassspiel, Dribbling, Täuschen  und Freilaufen. Das klingt sogar heute noch nach modernem Fußball.

Die bisher erfolgreichste Zeit erlebte der Verein zur NS-Zeit. Zwischen 1933 und 1945 konnten die Schalker sechs deutsche Meisterschaften für sich entscheiden. Das Naziregime schlachtete damals die Erfolge der Mannschaft ideologisch aus, `Spieler wurden instrumentalisiert oder ließen sich bewusst einspannen.` (Quelle: Wikipedia.org) Nur einmal konnte Schalke 1958 noch die Meisterschaft für sich entscheiden, dass der Verein somit insgesamt sieben Titel innehält.

Schalke war 1963 Gründungsmitglied der Bundesliga und verpasste seitdem sechs Mal  als Vizemeister die Meisterschale. 2001 war es gar so knapp, dass die Presse die `Knappen` als `Meister der Herzen` betitelte. Damals war die Mannschaft bereits für vier Minuten am letzten Spieltag Meister, bevor im parallel stattfinden Spiel, der FC Bayern München gegen den Hamburger SV gerade noch ein Unentschieden herausholte und den Titel doch noch gewann.

In den 1980er-Jahren stieg `Königsblau` insgesamt drei Mal in die zweite Liga ab, doch seit dem letzten Wiederaufstieg 1991, spielt Schalke durchgehend erstklassig. Zu den größten internationalen Erfolgen zählen der UEFA-Cup-Sieg 1997, der UI-Cup 2003 und 2004, sowie das Viertelfinale (2008) und Halbfinale (2011) der Champions League. Fünf Mal konnte der Klub den DFB-Pokal gewinnen und 2005 den DFL-Ligapokal, sowie 2011 den DFL-Supercup. Eine besondere Rivalität, wegen der regionalen Nähe, hat Schalke 04 mit Borussia Dortmund. Wenn die beiden westfälischen Vereine aufeinandertreffen, spricht man in den Bundesliga News deshalb vom `Revierderby`.

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