Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Die letzte Zwischenbilanz der WM 2014 in Brasilien

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Nur noch wenige Stunden, dann steht das vorletzte Spiel der LÖWenherzen gegen Brasilien in Belo Horizonte an und natürlich ist es, wie irgendwie alle Spiele zuvor auch schon, wieder einmal ein großes Finale. Am Ende dieses Halbfinalspiels, wird man dann sehen, ob es im letzten Spiel am Samstag wieder um die goldene Ananas in Brasilia geht oder ob es zurück nach Rio de Janeiro ins tatsächliche Finale am Sonntag geht. Laut den Ankündigungen von Seiten des DFB kann es nur Rio werden, denn nur dort kann Deutschland endlich wieder einen Titel holen. Auch nicht ganz überraschend ist es, dass nun Brasilien, gerade auch im Kontext des verletzten Neymar, wieder riesig aufgebaut wird aber auch hier gilt, dass die Zeit der Ausreden längst vorbei ist. Völlig unabhängig davon, wie die nächsten Stunden und Tage aussehen werden, kann man jetzt schon Dinge aufzählen, die man nachdem Abpfiff des großen Finales nicht mehr sehen will, wobei es so leider nicht kommen wird. Das Schiedsrichterspray zählt genauso dazu, wie die Zensur der FIFA und die einseitige Berichterstattung im Staatsfernsehen. Fairer ist dieser Sport übrigens durch die Veränderungen und Neuerung bei dieser Fußballweltmeisterschaft nicht geworden. Das Wolfgang Niersbach, der DFB-Präsident, das Schiedsrichterspray auch für Deutschland haben will, ist nur ein Indiz dafür, dass so eine WM nicht immer Gutes bedeuten muss. Richtig negativ sieht es aber vor allem auch einmal wieder in Sachen Staatsfernsehen aus, wo sich nicht nur in Finanzierungsfragen endlich grundlegende Dinge verändern müssen.

Der Schiedsrichter hat nicht immer Recht
Eine Auffälligkeit bei den Übertragungen dieser Fußballweltmeisterschaft bei ARD und ZDF war der Umgang mit den Schiedsrichtern oder besser gesagt mit deren Entscheidungen. Es fühlte sich an, wie wenn man dort einem Auftrag folgen würde, diese, durch Fehlentscheidungen immer wieder ganze Spielverläufe beeinflussende Berufsgruppe, besonders zu schützen. Es gab die klarsten Fehlentscheidungen und trotzdem wurden sie immer wieder lauthals, als absolut korrekt kommentiert, um nur kurze Zeit später, schon wesentlich leiser, einzuräumen, dass man es auch anders hätte sehen können, um dann kleinlaut, oft genug am Rande, zu erwähnen, dass es wohl doch wieder einmal eine klare Fehlentscheidung war. Nimmt man dann noch die ganzen technischen Probleme dort hinzu, die man erst sehr spät in den Griff bekam, da man die Energie scheinbar mehr und mehr im Bereich des Internets bündelt, stellt sich natürlich allein hier schon wieder die Frage, nach der Rechtfertigung der Zwangsabgabe namens Rundfunkbeitrag mit der auch die Berichterstattung über dieses Megaevent zum großen Teil mitfinanziert wird. Ein positives Preisleistungsverhältnis schafft man so wohl eher nicht, was man natürlich auch nicht braucht, geht es hierbei, wie gesagt, doch um eine Zwangsabgabe. Man ist nicht überrascht, dass dies leider nicht die einzigen Probleme sind, die es in diesem Kontext gibt. Richtig problematisch wird es in Sachen der unabhängigen Berichterstattung, die diese Abgabe angeblich auch so unverzichtbar macht, erkennen kann man sie, wie meistens, wenn es um Fußball geht, wieder kaum, wirkt alles doch eher wieder wie FCB-TV.

Es gibt nicht nur einen Fußballverein in Deutschland
Es gibt sehr viele Menschen, die sich Fußball nur alle zwei oder vier Jahre zu den großen Turnieren anschauen und diese Menschen bekommen wahrscheinlich in diesem Jahr das Gefühl, es würde in Deutschland nur noch eine Fußballmannschaft, den FC Bayern München geben. Die beiden vermeintlichen Fußballexperten Mehmet Scholl und Oliver Kahn bei der ARD bzw. beim ZDF sind ganz klar diesem Verein zuzuordnen und äußern sich auch immer wieder dementsprechend. Klarer kann man nicht aufzeigen, dass es hier nicht um eine unabhängige Berichterstattung geht. Dies wird noch deutlicher, bezieht man die Auswahl von einigen Interviewpartnern oder zum Teil auch die Reporter, die, wie durch Zufall, auch immer wieder hauptsächlich irgendwelche Beziehungen zum Premiumprodukt der Bundesliga haben, mit ein. Aus deutscher Sicht geht es offensichtlich auch bei diesem Turnier darum, genau dieses Produkt weiter zu manifestieren. Übrigens gilt dies natürlich auch für die Werbepartner, die einem an den unmöglichsten Stellen auch gleich mit präsentiert werden. Dies bedeutet, außer der allgemein patriotischen Einfärbung, die man natürlich beim Staatsfernsehen erwartet, gibt es scheinbar einen sehr engen Bezug zum Kommerz, welcher durch die beschriebene Personalwahl auch Einfluss auf die Inhalte nimmt. Bei einer solchen Politik, darf man sich nicht wundern, wenn der Widerstand gegen den Rundfunkbeitrag weiter wächst und Menschen nicht verstehen, warum sie in Zeiten, wo Geld allgemein immer knapper wird, auch hier noch abGEZockt werden. Zum Schluss sei noch erwähnt, die großartigen anderen deutschen Vereine bekommen wohl nur wieder eine Relevanz, sollte man kein Weltmeister werden und Schuldige brauchen. Andernfalls dürfte es so etwas, wie ein bayerischer WM-Titel werden, dies sollte man zum Turnierabschluss im Auge haben. Übrigens schadet diese Verzerrung natürlich auch dem Sport selbst ganz massiv.

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