Der BALLacker

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Die Sache mit der Grünwalder Straße

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Wenn man es beim Thema Spielstätten gerne etwas komplexer mag, dürfte dieser Bericht hier genau der passende sein, denn es geht um den TSV 1860 München und da ist das Thema Stadion, wirklich ein ganz eigenes.

Eigentlich ist das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße oder einfach gesagt das Grünwalder Stadion die Heimspielstätte von 1860, wobei dies eben nur bedingt stimmt und immer auch ganz vom Erfolg des Vereins abhängig war und auch noch immer ist.

Das Grünwalder, wie man es auch nennen kann, ist das drittgrößte Fußballstadion Münchens und man findet es unmittelbar am Mittleren Ring im Bezirk Untergiesing, wo es im Jahr 1911 vom damaligen TV 1860 München errichtet und in den 1920er Jahren ausgebaut wurde. Im Jahr 1937 musste 1860 das Stadion an die Stadt verkaufen, die dieses nach den Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg wieder aufbauen ließ.

Das Sechzgerstadion oder auch einfach nur Sechzgerplatz, wie es viele Menschen auch jetzt noch nennen, war bis zur Einweihung des Olympiastadions in München im Jahr 1972 die bedeutendste Sportstätte der ganzen Stadt. Und es waren bewegte Zeiten bis dahin, startete 1860 im Jahr 1963 dort in die gerade ganz neue Bundesliga und der Zuschauerandrang stieg, wie auch schon in den Jahren zuvor, weiter an. Ab dem Sommer 1965, nach dem dann auch das heutige Premiumprodukt des deutschen Fußballs aufgestiegen war, spielte eben auch der FC Bayern München dort.

Zu dieser Zeit wurde es dann auch international, spielte der TSV 1860 doch insgesamt 18 Mal auf europäischer Ebene bis 2002 in diesem Stadion. Sie wurden dort sogar 1966 Deutscher Meister und auch der FCB gewann 1969 seine zweite Meisterschaft auf diesem Rasen.

Damals war allerdings auch schon absehbar, dass der Profifußball das Stadion an der Grünwalder Straße irgendwann verlassen sollte, so hatte die Stadt im Jahr 1964 das ehemalige Militärareal am Oberwiesenfeld gekauft und Planungen für ein neues Großstadion vorangetrieben.

Allerdings sollte sich durch die Olympischen Sommerspiele 1972 in der bayerischen Landeshauptstadt auch in Sachen Fußball einiges verändern. Zog der FC Bayern München ziemlich direkt ins ganz neue Olympiastadion um, taten sich die Stadtrivalen etwas schwerer, was einen Ortswechsel anging, hatte ihr Sechzger, wie man es auch liebevoll nannte, mittlerweile schon so vieles hinter sich gebracht, so auch noch einen Brand der Haupttribüne in der Nacht zum 30. Januar 1971. Das LKA vermutete Brandstiftung, Täter wurden allerdings nie ermittelt. Wirklich bemerkenswert war, dass bereits am Nachmittag des 30. Januar der TSV 1860 dort schon wieder spielte.

Im November 1972 kam es dann allerdings noch schlimmer und die Schäden, welcher der Orkan Quimburga am Grünwalder Stadion angerichtet hatte, zwangen die Löwen ebenfalls zum Umzug ins Olympiastadion.

Später wechselte man dann auch mit in die Allianz Arena, welche zu diesem Zweck sogar über eine ganz andere Beleuchtung verfügt, allerdings ist dieses Vergnügen auch immer eine Frage des Kapitals. So war, als spätestens in der Relegation der Abstieg in die 3. Liga in diesem Sommer ein größeres Thema wurde, plötzlich auch das alte Stadion wieder ein Thema, was sich allerdings durch den Klassenerhalt in der Relegation wieder erledigt hatte.

So wird das Stadion in Untergiesing, welches in dieser Form übrigens erst seit 2013 besteht, weiter nur von den Zweitvertretungen des TSV 1860 München und des FC Bayern München genutzt. Außerdem kicken dort die A-Jugend des TSV und die Frauen des FCB.

Vom Zuschauerrekord aus dem Jahr 1948, mit rund 58.200 Personen, ist man mittlerweile mit einer Kapazität von offiziell 12.500 Zuschauern doch massiv entfernt aber der Fußball in München hat sich seit diesen Tagen auch ebenso massiv verändert, was nicht alle gut finden.

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