Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Eier kraulen vorm zweiten Spiel der LÖWenherzen

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Zum Auftakt dieser Woche wurde erst einmal in Toulouse die erste Runde in der Gruppe D beendet und Europameister Spanien trat gegen die Tschechei an. Wieder hoffte man auf ein erstes Torfestival bei der Euro 2016 in Frankreich, welches noch immer fehlte aber es sah erst einmal ganz und gar nicht danach aus und so ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Pause. Danach sollte es fast exakt so weitergehen, womit auch die Spanier nicht den Favoriten gaben, was langsam zum Trend dieses Turniers wurde. Kurz vor Schluss fiel dann doch noch das 1:0 für Spanien, was auch der Endstand war und erst einmal nicht wirklich für eine Titelverteidigung des amtierenden Europameisters sprach. Dann ging es auch in der vorletzten Gruppe zur Sache. Den Auftakt in der Gruppe E gab es in Saint-Denis mit der Partie zwischen Irland und Schweden. Alles begann wieder mit einer torlosen Halbzeit, womit das Turnier langsam etwas anstrengend wurde. Nach der Pause schossen sich die Iren dann gleich einmal in Führung und schafften es dann tatsächlich auch noch mit einem Eigentor das 1:1 zu erzielen, was eher nicht ganz so clever war, denn dies war dann auch das Endergebnis. Dann gab es das erste direkte Aufeinandertreffen zweier Favoriten in Lyon. Belgien gegen Italien und wieder begann alles mit der Hoffnung auf Tore. In vielerlei Hinsicht gab es in dieser Partie Überraschungen, denn Italien ging schon nach gut 30 Minuten mit 1:0 in Führung und mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Pause. Dann ging es weiter, wie es das bisherige Turnier über auch schon lief, womit es eben anstrengend blieb. Die Italiener schafften mit einem ganz späten Treffer noch das 2:0 aber trotzdem konnte man auch hier noch keine Favoriten ausmachen, eher einen ausschließen. Übrigens gab es auch an diesem Abend wieder Ausschreitungen, diesmal bekämpften sich verschiedene Anhänger rumänischer Clubs untereinander. Womit immer deutlicher wurde, wie groß dieses Problem in Frankreich tatsächlich ist.

Neues aus dem Glashaus
Ebenfalls zum Wochenauftakt gab es Neues vom Staatsfernsehen, wo man die Euro 2016 überträgt. Dort beschwerte man sich bei der UEFA, weil sie Bilder, die sie nicht haben wollen, rausschneiden und ARD und ZDF dieses Material aber für ihre Berichte brauchen. Das Ironische daran ist, dass man bei diesen Sendern, zum Beispiel in Sachen Pyro, in der Liga und im Pokal immer wieder ähnlich agiert. Man sollte wirklich nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt, fällt einem dazu nur ein. Merkwürdig, allerdings in die allgemein vorherrschende antirussische Propaganda passend, war dann auch das harte Vorgehen gegen Russland durch die UEFA, denn alle anderen Randalierer des Turniers sollten bis dahin straflos bleiben, nur die Russen wurden wegen den jüngsten Ausschreitungen sanktioniert. Am Dienstag standen dann die letzten beiden Spiele der ersten Runde an und so wurde die Gruppe F eröffnet. Die erste Partie bestritten Österreich und Ungarn in Bordeaux und die Hoffnung viele Tore zu sehen, war eigentlich nicht mehr vorhanden. Man merkte aber erst einmal, was für ein besonderes Spiel dies sein sollte und es ging zu mindestens schon einmal gleich ziemlich zur Sache. Dies war es dann aber auch wieder einmal und es wurde amtlich, wie torlos zu mindestens diese erste Runde der Gruppenphase sein sollte, denn auch hier ging es torlos in die Halbzeit. Mit ordentlich Dampf ging es auch nach der Pause weiter aber dies hatte in den ersten 45 Minuten schließlich auch nicht zu dem geführt, was man im Fußball zwingend braucht und so ging das mühsame Warten auf Tore weiter. Es sollte allerdings nur gut eine Viertelstunde dauern und dann führten tatsächlich die Ungarn mit 1:0, was auch gleich wieder mit einem Böller gefeiert wurde, womit auch Pyro ein Thema blieb. Es sollte aber noch komplizierter für die Jungs aus der Alpenrepublik werden, gab es doch auch noch eine Gelbrote, wie bislang nur für einen Kollegen aus der Schweiz. So ging es dann mit einem ungarischen Übergewicht weiter. Was natürlich auch hier nicht fehlen dürfte, war ein spätes Tor und dies gab es wieder für Ungarn, womit eine fette Überraschung mit dem 2:0 für die Ungarn perfekt war. Ganz zum Schluss des ersten Durchgangs der Gruppenphase trafen dann noch Portugal und Island in Saint-Etienne aufeinander, und es ging auch hier mit ordentlich Dampf los und es dauerte tatsächlich diesmal nur gut 30 Minuten bis der Favorit mit 1:0 in Führung ging, so aber auch die Pause angetreten wurde. In der zweiten Halbzeit sollte es richtig schnell gehen und so fiel schon nach fünf Minuten der Ausgleich für die Isländer, was natürlich die nächste große Überraschung dieses Tages war. Dann begann allerdings auch wieder das zähe Warten auf den üblichen späten Treffer, dieser blieb aber aus und so war mit diesem 1:1 gleich die zweite Sensation in dieser Gruppe perfekt.

22 Tore galt es zu toppen
Nach einer Vorrunde, die nicht nur in Sachen Krawall viele Fragen aufwarf, startete dann am Mittwoch der zweite Durchgang der Gruppenspiele. Da es in der ersten Runde gerade einmal nur 22 Tore gab, war klar, was überboten werden musste, denn noch nicht einmal zwei Treffer im Durchschnitt pro Spiel ist wirklich extrem wenig. Erst einmal ging es aber mit dem Thema Ausschreitungen weiter, denn schon in der Nacht vorm Auftaktspiel zur nächsten Runde in der Gruppe B gerieten in Lille wieder russische Fans mit den Engländer, welche nebenan in Lens aufs nächste Spiel warteten, aneinander. Prompt hieß es in den Medien jetzt, dass Russland nur bei erneuter Gewalt im Stadion ausgeschlossen würde, was zuvor noch anders klang und belegte, was für ein Chaos wohl auch in diesem Bezug herrschte. Auf jeden Fall waren so erst einmal alle Augen auf die Begegnung zwischen Russland und der Slowakei gerichtet. Vorm Anpfiff war es ums Stadion ruhiggeblieben und im Stadion von Lille, wo man diesmal Hallenfußball spielte, da das Dach zu war, gab es ebenfalls keine Probleme. Es verlief 30 Minuten lang, wie man es aus der ersten Runde kannte, also wieder torlos, dann gingen allerdings die Slowaken mit 1:0 in Führung. Diesen Zustand kannte die Russen schon vom Spiel gegen England aber die Slowaken sollten doch kurz vor der Pause noch das 2:0 schießen und man fragte sich, ob man hier nun endlich das langersehnte Torfestival geliefert bekommen sollte. Bis zur Schlussphase kehrte erst einmal wieder Ruhe ein, dann schafften die Russen den Anschluss aber dies war es auch schon wieder und es endete mit einem 2:1-Sieg für die Slowakei. Ein Ergebnis, was für die zweite Runde nichts Neues versprach. Böller gab es auch in diesem Spiel wieder aber dies Art Pyro ist längst zum Standard bei diesem Turnier geworden. Dann startete auch die Gruppe A in die zweite Runde und zwar mit dem Spiel zwischen Rumänien und der Schweiz in Paris. Wieder gab es einen Elfer für Rumänien und so stand es nach nicht einmal zwanzig Minuten 1:0, auch wenn es natürlich ein Geschmäckle hatte. So ging es dann auch in die Pause, wo man über weitere, schwere Ausschreitungen aus Lille informiert wurde, die allerdings wieder einmal von den Engländern ausgingen und man gespannt war, wie sich dies noch weiterentwickeln sollte. Erst einmal stand aber die zweite Halbzeit in Paris an und da sollten die Schweizer schon nach gut 10 Minuten ausgleichen, womit man wieder auf dem besten Weg zu einem bekannten Standardergebnis war. Leider brachte es aber dieses Spiel tatsächlich nur auf diese zwei Tore und so sollte es beim 1:1 bleiben.

Eier kraulen
Zum Schluss des Auftaktes der zweiten Runde war dann auch wieder der Gastgeber am Start und damit ebenfalls wieder ein Favorit. So traf Frankreich in Marseille auf Albanien und die Franzosen wollten direkt Fakten schaffen. Es sollte sich nur schnell zeigen, dass sie die Mittel nicht wirklich hatten. Wenn ein solches Team tatsächlich bis zur allerletzten Spielminute braucht, bis man endlich das 1:0 schafft, führt dies zu großen Rissen in der Fassade des vermeintlichen Favoriten. Danach gab es zwar noch das 2:0 in der unendlichen Nachspielzeit, was das Ergebnis doch etwas unpassend zum Spiel wirken ließ aber es nicht wirklich besser machte. Wieder gewinnt ein Favorit ganz zum Schluss einer Partie, man sieht, wo der kommerzialisierte Fußball angelangt ist. So muss man festhalten, wenn eine solche Spielweise, welche nicht nur Frankreich zelebriert, mit dem Titel belohnt würde, wäre es zu mindestens sehr traurig. Immer wieder wird darauf hingewiesen, wie nah im heutigen Fußball alle Mannschaften von der Leistung her seien, nimmt man so etwas ernst, würde sich natürlich wieder eine Gehaltsdiskussion auftun. Mit dem was manch Millionär bislang bei dieser Europameisterschaft abgeliefert hat, hätte er nicht einen Cent verdient. Das Gejammer über das anspruchsvolle Normalprogramm dieser vermeintlichen Stars, kann auch keiner mehr hören, schließlich ist es doch so gewollt, damit man immer mehr Geld scheffeln kann. Mit dem Beginn der zweiten Runde der Gruppenphase wurde noch einmal untermauert, wie falsch der Weg ist, auf welchem man sich auch dort befindet. Immerhin ist etwas Zeit zum Durchatmen, bevor nachher das nächste Risikospiel in Lens zwischen England und Wales ansteht, womit die zweite Runde der Gruppe B zu Ende geht und man endlich wieder in der Gruppe C angelangen wird. Hier treten dann am Abend erst einmal in Lyon die Ukraine und Nordirland gegeneinander an. Wobei eigentlich natürlich alle Augen auf das zweite Abendspiel gerichtet sind, steht doch das nächste Spiel der LÖWenherzen an und es geht in Saint-Denis gegen die Polen und die Tabellenführung muss ausgebaut werden. Im Vorfeld war man doch sehr locker, was nicht ganz zur Leistung aus dem ersten Spiel passte, was nämlich eigentlich nicht zum Kraulen der Eier einlud, um bei einem Thema zu bleiben, welches zwischen den Spielen so viel Gesprächsstoff lieferte. Alles egal, nachher einfach den nächsten Sieg einfahren und alles in bester Ordnung.

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