Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Ein Stadion mit vielen Namen

Ermöglicht durch: hÜlsberg-Die Sache mit dem Ü! Die Heimspielstätte des VfB Stuttgarts kennen wohl die meisten Menschen, als das Neckarstadion, allerdings heißt es schon lange nicht mehr so und hieß auch nicht immer so. Alles begann zwischen 1929 und 1933, als die Architekten Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer das Stadion mit dem Namen Stuttgarter Kampfbahn zum 15. Deutschen Turnfest erbauten und es 1933 unter dem Namen Adolf-Hitler-Kampfbahn in Betrieb genommen wurde.

Damals passten dort 35.000 Zuschauer hinein, allerdings wurde es bis 1935 so ausgebaut, dass sich die Kapazität auf 70.000 Plätze verdoppelte. Im Jahre 1939 fand in diesem Stadion ein Boxkampf statt, welcher eine Rekordkulisse von über 60.000 Zuschauern bot, die in Deutschland bis zum heutigen Tag nicht überboten wurde. Max Schmeling kämpfte damals gegen Adolf Heuser.

Nachdem Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion von den amerikanischen Besatzern erst einmal in Century Stadium und danach in Kampfbahn umbenannt. Dann im Jahr 1949 erhielt es den bis jetzt prägendsten Namen Neckarstadion. Ebenfalls im Jahre 1949 gab es vor 92.000 Zuschauern das legendäre Endspiel, welches auch als die `Hitzeschlacht von Stuttgart` in die Fußballgeschichte einging. Damals spielte VfR Mannheim gegen Borussia Dortmund um die Deutsche Meisterschaft. Ein Jahr später sollten 103.000 Zuschauer dort das erste deutsche Nachkriegsländerspiel gegen die Schweiz miterleben. Von 1949 bis 1951 wurde dann noch eine offene Gegentribüne errichtet und das Stadion fasste danach 97.500 Zuschauer.

Zur Fußballweltmeisterschaft 1974 in Deutschland wurde das Neckarstadion im großen Stil umgebaut, fasste danach allerdings nur noch 72.000 Zuschauer bzw. bei internationalen Spielen knapp 70.000. Zwei Jahre später gab es einen weiteren Meilenstein und nach zweijähriger Vorbereitungszeit gab es das erste Freiluftkonzert in einem deutschen Fußballstadion. Die Rolling Stones und andere Bands traten damals auf und Promoter war unter anderem der gerade erst verstorbene Fritz Rau.

Es sollte nicht das letzte Novum im Schwabenland gewesen sein, so erhielt die Arena im Jahre 1986 als erstes deutsches Stadion eine Vollmatrixfarbvideowand. Zwei Jahre später folgten dann bei der Fußballeuropameisterschaft 1988 zwei weitere Highlights mit einer Vorrundenpartie, sowie einem Halbfinale.

Abermals zwei Jahre später im Jahre 1990 wurde eine Rasenheizung installiert. 1993 sollten die Leichtathletikweltmeisterschaften in Stuttgart Station machen und hier für wurden die Überdachungen der Haupttribüne aber auch die der Gegentribüne abgerissen und durch eine komplette Membranüberdachung ersetzt, diese besteht auch jetzt noch. Aus den meisten Stehplätzen wurden Sitzplätze, was die Kapazität auf 53.700 Plätze absinken ließ. Im Zuge dieses Umbaus wurde aus dem Neckarstadion das Gottlieb-Daimler-Stadion, was am Ende des Tages ein Skandal war, wie sich herausstellen sollte, da es somit indirekt das erste Stadionsponsoring in der 1. Liga war.

In einer erneuten Umbauphase von 1999 bis 2003 wurde die Kapazität auf 53.198 Plätze bzw. 55.896 Plätze erhöht und zur Fußballweltmeisterschaft 2006 fanden dort gleich sechs Partien statt, hierbei war auch das Spiel um Platz 3 zwischen Deutschland und Portugal, welches der Gastgeber mit 3:1 gewann.

Ende Juli 2008 wurde das Gottlieb-Daimler-Stadion mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC Arsenal in Mercedes-Benz Arena umbenannt, bevor im April 2009 die Vorbereitungen für die bislang letzten Umbauarbeiten beginnen sollten,  welche ganz offiziell am 18. Mai 2009 mit dem ersten Baggerbiss begannen. Zum Ende dieser Arbeiten im Jahr 2011 war dann das aktuelle Fassungsvermögen von 54.812 bzw. 60.449 Zuschauern erreicht.

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