Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Eine Beleidigung des Fußballs

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Am Dienstag startete der DFB-Pokal mit dem Achtelfinale ins Jahr 2017. Im Staatsfernsehen gab es natürlich das vermeintliche Premiumprodukt, so zeigte die ARD den FC Bayern München live gegen den VfL Wolfsburg. Bei dieser Übertragung schreckte Mehmet Scholl auch nicht davor zurück, als vermeintlich unabhängiger Experte, Vereinspolitik für den FCB zu betreiben. Vor dem Spiel gab es aber erst einmal die Zusammenfassung des Spiels Hamburger SV gegen den 1. FC Köln, was man so auch nicht kannte. Im Volksparkstadion gab es einen Blitzstart für den HSV, was schon irritieren konnte. Wobei, wie angekündigt, der erste Treffer nur dank Schiri Günter Perl, der allgemein wieder für Stress sorgte, möglich wurde. Am Ende gewannen die Hamburger mit 2:0, was man aber trotz der inakzeptablen Schiedsrichterleistung verdient nennen musste. In diesem Livespiel des Abends bekam man noch vorm Anpfiff das Gefühl, dass die Wölfe gar nicht siegen wollten, was man von solchen Spielen leider bereits kannte. So war man auch nicht überrascht, dass es keine 20 Minuten bis zum 1:0 dauerte. Damit war es dann aber auch schon gelaufen und es standen noch etwas über 25 langweilige Minuten bis zur Pause an. Allgemein verkam der Kick spätestens ab diesem Zeitpunkt wieder zu einer Dauerwerbesendung für das bayerische Fußballunternehmen. All dies zog sich bis zum Ende der Sendung und drehte sich vor allem um den Abgang von Philipp Lahm. Auch einer dieser Spieler, den man hier nicht vermissen wird. Man stellte schnell fest, was für eine Inszenierung dies alles war und wie brav die ARD mitspielte. Die zweite Halbzeit zeigte, dass es eine Beleidung des Fußballs war und dieses Spiel live zu übertragen, war eine Frechheit, denn es war absehbar, dass man nichts geboten bekam. Jochen Drees, den man den Unparteiischen nannte, versäumte einen klaren Platzverweis gegen den FCB aber auch so etwas ist leider längst völlige Normalität. Dies alles hat der Fußball nicht verdient und es war ein 1:0, der ganz schlechten Sorte. Aber es sollte noch übler werden, denn der größte Straftäter der Bayern bekam im Staatsfernsehen auch wieder seine Plattform, wobei die Verbrechen des Uli Hoeneß natürlich kein Thema waren. Dies war wieder einmal moralisch unterstes Niveau, was später noch interessant werden sollte. Hier kam selbstverständlich auch wieder das Postfaktische in diesem Teil der Medien auf den Schirm. Während dieser antifußballerischen Vorstellung, endete die Partie zwischen dem FC Astoria Walldorf und Arminia Bielefeld mit 5:6 nach dem Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten stand es dort 1:1, was schon erahnen ließ, dass es allgemein kein Knallerabend war. Außerdem muss man zum Spiel noch erwähnen, dass auch hier Schiedsrichter Jan Jablonski eher unterirdisch war. Dann fehlte noch die Partie der SpVgg Greuther Fürth gegen Borussia Mönchengladbach. Dort gab es erst einmal feine Pyro und dann auch extrem schnell das 1:0 für die Fohlen. Ein hartes Spiel mit Platzverweis und Elfer von Schiri Bastian Dankert endete dann mit einem 2:0-Sieg für die Gladbacher. Übrigens nutzte die ARD selbst diesen Fußballabend für politische Inhalte und so hetzte man auch dort munter gegen Donald Trump. Da passte es, dass es direkt danach noch einen Propagandabeitrag zum sehr wahrscheinlich nächsten Bundespräsident gab.

Voll im Fokus
Blieben große Überraschungen am Dienstag aus, war man auf den Mittwoch gespannt. Erst einmal war aber wieder nicht der Fußball das Thema. Der BVB ist seit dem letzten Wochenende voll im Fokus, was an den dortigen Fanausschreitungen lag. Man sollte bei diesem Thema nur nicht vergessen, dass der Fußball schon immer ein guter Spiegel der Gesellschaft war. Ohne die angesprochene Gewalt zu rechtfertigen, muss man so auch festhalten, dass auch die Fußballwelt längst durch die völlige Kommerzialisierung tief gespalten ist. So kommt die Frage auf, welche Zeichen nun noch geschehen müssen, damit die Jünger dieses ablehnungswürdigen Systems verstehen, welche gravierenden Folgen es hat, einem gescheiterten Kurs zu folgen. Immer mehr Polizei und härtere Strafen sind nicht zielführend, dies sollte man langsam auch begriffen haben. Hier ist das Thema Pyro natürlich auch wieder ein guter Beweis. Der Populismus, der auch wieder von denen kam, die diesen ansonsten gerne kritisieren, wird, wie einige anderen Statements gegen die Dortmunder ebenfalls, nicht für mehr Ruhe sorgen. Interessant waren natürlich auch die Moralapostel, die man bei der ARD fand. Am Vorabend bei Hoeneß spielte Moral, wie angedeutet, noch so gar keine Rolle. Warum denkt man in so einem Kontext gleich an Heuchler? Wie am Vorabend ging es bei der Livesendung wieder mit einer Zusammenfassung los und man sah die erste kleine Überraschung, denn die Sportfreunde Lotte marschierten weiter und kickten 1860 München mit 2:0 raus. Dann ging es aber auch endlich zu Borussia Dortmund und die stehen natürlich vor allem für Fußball und so gab es dann die Begegnung gegen Hertha BSC Berlin live. Schnell war klar, dass dies nichts mit dem Grottenlivekick vom Vorabend zu tun haben sollte und man hatte das Gefühl, um es mit einer Prise Ironie zu sagen, dass Dortmund die erste Strafe vom DFB direkt erhielt, gab doch Deniz Aytekin den Schiri. In diesem Kontext sah es aber in der ersten Halbzeit nach dem genauen Gegenteil aus und das gewohnte Kartenspiel begann gegen Berlin. Dafür ging die Hertha erst einmal mit einer Führung in die Pause, dort gab es übrigens die Fortsetzung der nicht hinnehmbaren Werbeshow des FCB. Für die zweite Halbzeit ahnte man, dass es ein für Aytekin übliches Spiel bleiben sollte, was selbstverständlich kein Kompliment ist. Der Umgang der ARD mit diesem Schiedsrichter, war erwartungsgemäß postfaktisch, was auch schon lange nicht mehr irritiert. Das erste Ausrufezeichen setzte aber der BVB mit dem Ausgleich kurz nach Wiederanpfiff, bevor auch das Kartenspiel, wie gehabt, weiterging. Mit 1:1 ging es dann in die Verlängerung, was nicht so überraschend war, ganz im Gegensatz dazu, dass es bis dahin noch keinen Platzverweis gab. Dieser folgte dann aber gegen Dortmund kurz vorm Ende der Verlängerung. Ein echter Aytekin, unfassbar. Jetzt war es aber längst auch zu viel und die Lotterie brauchte niemand, vor allem nicht die Berliner, die verloren und nach einem 4:3 wird es wieder kein Finalheimspiel geben. Dann gab es noch SV Sandhausen gegen Schalke 04, dort gab es mit einem 1:4 auch keine Überraschungen. Hannover 96 gegen Eintracht Frankfurt, unter dem Skandalschiedsrichter Robert Kampka, brachte Puls und dies natürlich wegen dem Schiri. Solche Ansetzungen zeigen ganz deutlich, dass die Konsequenzen vom DFB gewollt sind, was man immer berücksichtigen muss. Beim Spielstand von 1:2 kurz vorm Ende gab es noch einen umstrittenen Elfer für die 96er. Nur weil dieser gehalten wurde, ist es nicht zum totalen Skandalspiel gekommen. Danach gab es dann n noch gleich die Auslosung zum Viertelfinale und es sei nur so viel verraten, die Bayern haben wieder Heimrecht. Fragen blieben so wieder keine offen.

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