Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Eine Zwischenbilanz nach der Vorrunde

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Es ist geschafft und so muss man es wirklich sagen. 36 Spiele wurde in drei Phasen ausgespielt und es gab gerade einmal 69 Tore, wovon nur sieben Tore in der deutschen Gruppe fielen und über doppelt so viele, mit 15 Treffern, in der Gruppe F. Es war die meiste Zeit genauso langweilig, wie es klingt und dies liegt an verschiedenen Faktoren. Der wohl wichtigste ist der erweiterte Modus, nach dem zum ersten Mal 24 Länder antraten, was zu vielen Strategiespielen führte und zu wesentlich weniger Fußballspaß. Die Abzocker, welche sich schon länger am Ausverkauf dieser Sportart erfreuen, dürften somit die wenigen Profiteure dieser Neuerung sein. Diesen Ausverkauf merkt man auch längst bei den LÖWenherzen, die schon seit langer Zeit nur noch ein etwas erweiterter Kader des FC Bayern München sind. Dies führt zu einem Stil, welcher auch schon in der Liga nervt. Nun war die Vorbereitung auf dieses Turnier schon sehr durchwachsen und alles sollte sich mit dem Start der Euro 2016 in Frankreich nachhaltig verbessern. Was sich wirklich veränderte, war, dass es immer ruhiger wurde, was das Titelversprechen anging. Nachdem die letzten Tests schon erahnen ließen, dass Bundestrainer Joachim Löw weiter am angesprochenen Prinzip festhält, sah es in der Vorrunde dementsprechend aus und dies bedeutet, nur zwei Siege, gerade einmal drei Tore und dies in einer Freilosgruppe. Die Ausreden, die es dafür gab, kennt man alle schon und will sie einfach nicht mehr hören. Dies gilt vor allem auch, da man für das Achtelfinale gleich wieder eine Art Freilos mit der Slowakei bekam. Am Ende gilt natürlich, dass man so zuletzt Weltmeister wurde, auch nicht überzeugend aber dies interessiert ebenfalls längst niemanden mehr. Klappt es diesmal wieder, im Notfall auch mit nur noch weiteren vier Treffern, ist der Sommer gerettet. Andernfalls sind die passenden Statements natürlich auch schon im Kopf aber warten wir es erst einmal ab.

Krawalle und die Terrorgefahr
Spätestens seit den schrecklichen Vorfällen von Paris im November letzten Jahres war natürlich das Hauptthema dieser Europameisterschaft die Bedrohung durch Terrorismus. Eine massive Sicherheitsdebatte war entbrannt und diese setzt sich bis jetzt fort und dafür gibt es gute Gründe. Am Ende kann man fast davon sprechen, dass die gesamte Gruppenphase von Krawallen geprägt war und dies von der Polizei nicht angemessen unterbunden werden konnte. Nun muss man hier differenzieren und könnte noch sagen, dass man in Innenstädten, wenn rivalisierende Fangruppen aufeinandertreffen, relativ chancenlos ist, solche Bilder, wie man sie in den letzten zwei Wochen immer wieder sah, auszuschließen. Dann würden aber noch immer die Szenen bleiben, welche sich zum Teil in den Stadien abgespielt haben und damit ist man dann natürlich auch beim Thema Pyro, die es auch bei fast jeder Begegnung gab. Von der suggerierten großen Sicherheit für die Stadien bleibt dann kaum etwas über und man muss sich sehr glücklich schätzen, dass dies alles ist, wo von man berichten muss. Man muss aber auch sagen, dass erst die Hälfte des Turniers gespielt ist und dies nur eine Zwischenbilanz ist und wie diese nach den gesamten vier Wochen aussieht, wird man dann sehen und kann nur hoffen, dass es im Bezug auf Terror nichts anderes zu berichten gibt. Sich jetzt zu sicher zu fühlen, wäre somit in vielerlei Hinsicht ein Fehler. Übrigens kann man auch an dieser Stelle feststellen, wie politisch die UEFA agiert, was natürlich nicht hinnehmbar ist. Die Fans aus Russland, England und Kroatien fielen bislang ähnlich massiv auf, die härtesten Strafen gab es allerdings gegen die Russen, was ins Bild passt, geht man doch auf verschiedensten Eben schon seit einiger Zeit, in verschiedenen Formen, gegen das größte Land der Welt vor.

Das vermeintlich unabhängige Staatsfernsehen
Wie eigentlich immer bei solchen Fußballereignissen sind auch in diesem Jahr ARD und ZDF wieder federführend am Start und aus der Erfahrung der letzten Jahre, war man auch nicht überrascht, sich wieder vielfach zu fühlen, als wäre man irgendwie beim FCB-TV gelandet. Man wurde vielfach das Gefühl nicht los, als drehe sich ganz Fußballeuropa nur um den FC Bayern München. Dies hat auf der einen Seite ziemlich wenig mit der Realität zu tun, noch kann man auf der anderen Seite bei einer solchen Art der Berichterstattung von Unabhängigkeit sprechen. Nun ist es aber so, dass die hier kritisierten Sender, Qualität und Unabhängigkeit immer wieder anführen, damit sie die Zwangsabgabe, die sich Rundfunkbeitrag nennt, rechtfertigen können. Auch solche sportlichen Großereignisse zeigen deutlich, warum die ehemalige GEZ-Gebühr ebenfalls keinerlei Berechtigung hat. Der Realitätsverlust ist bei dieser EM 2016 allgemein ein interessantes Thema im Kontext der Medien. Damit es nicht nun direkt wieder die DFB-Auswahl, samt ihrer neuen, gerne angenommenen Form der Medienarbeit, von Lieblingsnachbarn über Bäume und Hunde, das Thema ist, werfen wir einen Blick auf die Schiedsrichter und ihre Leistungen. Hier ist es doch sehr interessant, über 90 Minuten immer wieder angemessene Kritik geliefert zu bekommen, um dann das Fazit zu hören, dass die Schiedsrichterleistung doch ganz gut gewesen sei. Man fragt sich an solchen Stellen, mit welchem Promillepegel die übertragenden Sender bei ihren Zuschauern kalkulieren oder ob man sie einfach nur für dumm hält. Abschließend sei noch angemerkt, dass man sich auch fragt, was natürlich auch für die systemtreuen Privatsender gilt, ob man wirklich so vielen ehemaligen Protagonisten dieses Sports ein Gnadenbrot geben muss, damit sie die immer gleichen Inhalte, die meistens nichts wirklich Neues darstellen, gebetsmühlenartig runter beten. Es wundert nicht, dass man immer häufiger hört, dass Menschen einfach nur noch die Spiele schauen und dies ohne Ton und sich bei der Werbung anders beschäftigen. Dies ist eine Lösung, die man nur empfehlen kann.

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