Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Einfach nur ein Achtelfinale

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Kurz vor dem Nikolausspieltag und nachdem skandalösen 14. Spieltag in der 1. Liga stand das Achtelfinale im DFB-Pokal an und der erste der beiden Spieltage war auffällig unauffällig. Keine Verlängerungen und damit auch keine Elfmeterschießen und auch keine Elfer, die es am Wochenende noch in Rekordzahl gab, während der normalen Spielzeiten. Große Überraschungen bot dieser winterliche Abend dann auch keine wirklichen. In diesen vier Partien gab es auch nur einen Heimsieg und dieser freute Uli ungemein, denn in ganz im Norden der Republik besiegte der Hamburger SV den 1. FC Köln mit 2:1. Um in der 2. Liga zu bleiben, stand am Dienstagabend die Partie zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem 1. FC Kaiserslautern auf dem Plan. Kaiserslautern und Berlin ist in dieser Pokal-Saison schon eine ganz eigene Geschichte, denn in der letzten Runde des Pokals kickte Lautern schon Hertha BSC Berlin mit 3:1 vor heimischem Publikum aus dem Pokal. Diesmal ging es dann, ganz wie im Endspiel, in die Hauptstadt und es gab die Wiederholung eines Topspiels aus der 2. Liga, welches die Lauterer zehn Tage zuvor auf dem Betze noch mit 3:0 beendet hatten. Diesmal bewiesen sie mit exakt dem gleichen Ergebnis, dass es kein Zufall war und schalteten die Hauptstadt so ganz aus. Borussia Dortmund musste an diesem kalten Winterabend zum 1. FC Saarbrücken, wo man die Kälte erst einmal mit wundervoller Pyro wegheizte, die selbst das Staatsfernsehen kaum kommentierte. Der klare 2:0-Sieg der Borussia war souverän und nicht anders zu erwarten. Ein wenig anders sah es beim Erzrivalen Schalke 04 aus, die im Pott im einzigen Erstligaduell des Abends gegen1899 Hoffenheim ran mussten und hier gab es mit einem verdienten 3:1-Auswärtssieg für die Sinsheimer zu mindestens eine kleine Überraschung.

Skandalöses Verhalten der ARD
Waren an den vier Partien am Dienstag schon vier Erstligaklubs beteiligt, sollten es am Mittwochabend gleich sechs sein und somit überraschte es auch nicht, dass an diesem Abend nur Erstligisten weiterkamen. Es sollte der Abend des Staatsfernsehens, wieder einmal vertreten durch die vermeintlich unabhängige ARD, werden. Da war der Bericht über den 2:1-Heimsieg des VfL Wolfsburg gegen den FC Ingolstadt und dies nach einer 1:0-Führung für die Ingolstädter vor der traurigen Kulisse von nicht einmal 8.000 Zuschauern. Die ARD nutzte in ihrem Bericht jede Möglichkeit die beiden Autokonzerne, die so eng mit den Teams verbunden sind, namentlich zu erwähnen, die Hilfsorganisation, für die beide Teams Trikotwerbung an diesem Abend machten, wurde aber nur als solche und damit nicht namentlich erwähnt. Soviel zum Thema Unabhängigkeit. In diesem Achtelfinale, welches am Ende ganz ohne Verlängerungen und Elfmeterschießen auskam, gab es verhältnismäßig wenig Einfluss durch die Schiedsrichter, was in diesen Tagen schon durchaus erstaunlich ist. Dies soll allerdings nicht heißen, dass man hier von richtig guten Leistungen der Schiris sprechen kann. Dies zeigte sich auch sehr deutlich in der Partie Eintracht Frankfurt gegen SV Sandhausen, welche die Eintracht mit 4:2 gewann und die Schiedsrichterleistung hier war einem so wichtigen Achtelfinale im DFB-Pokal nicht würdig. Hier fiel übrigens das einzige Eigentor dieser Runde und es gab auch den einzigen Elfer, auch wenn dieser, aus den gerade angesprochenen Gründen, nicht gerechtfertigt war. Nun fehlen noch die beiden reinen Erstligaduelle des Abends, das Fernduell zwischen dem ungerechtfertigten Tabellenführer FC Bayern München, der beim FC Augsburg ran mussten und Bayer 04 Leverkusen, die im Breisgau beim SC Freiburg aufschlugen. Auch in diesen Partien bezog die ARD wieder in gewohnter Art und Weise Stellung und bewies ein weiteres Mal völligen Mangel an Unabhängigkeit.

Was für eine Show
Auch wer sich nicht für Fußball interessiert, dürfte mittlerweile etwas von der großen Show zur Förderung des Premiumproduktes der Bundesliga mitbekommen haben. Die Rede ist vom FC Bayern München. Natürlich übertrug das Staatsfernsehen, wie so häufig, die Partie der Bayern live, diesmal eben gegen den FC Augsburg. Im Vorfeld konnte man schon hören, wie kommuniziert wurde, dass sie alles plattwalzen und dass sie eine Übermannschaft seien. Ob ein Team mit elf geschenkten Punkten ein Überteam ist, würde man doch realistisch betrachten in der Tabelle hinter der Werkself und dem BVB stehen, muss doch bezweifelt werden. Auch an diesem Abend konnte der FCB beim FCA kaum überzeugen, außer was die schauspielerischen Leistungen anging, denn auf diese greift man bei den Bayern zurück, wenn der Gegner die Härte anwendet, mit welcher die Bayern Woche für Woche ihre Gegner in die Knie zwingen. Es überrascht da nicht, dass auch das Staatsfernsehen diese Härte immer wieder ansprach, was ansonsten, wenn diese von den Münchner ausgeht, unterbleibt aber das Thema Unabhängigkeit ist nun bestens bekannt. Auch hier war die Schiedsrichterleistung nicht der Brüller, was sich sehr gut an den Torhütern festmachen ließ. Der Augsburger Keeper verletzte Arjen Robben versehentlich und sah dafür die gelbe Karte. Manuel Neuer schlug, ebenfalls unabsichtlich, wenn auch übermotiviert, einen Augsburger Spieler im Stil eines Boxers k.o. und blieb kartenfrei. Eine weitere Möglichkeit diese vermeintlich beste Mannschaft der Welt, die auch an diesem Abend in der ARD wieder so bezeichnet wurde, zu pushen, ist es, Mannschaften auf Augenhöhe runterzuputzen. So berichtete man äußerst negativ über Bayer 04 Leverkusen und hackte wieder auf dem längst vergessenen Patzer im internationalen Geschäft rum und erklärte immer wieder, wie glücklich doch der 2:1-Auswärtssieg über den SC Freiburg war. Dies ist inhaltlich richtig aber beim angesprochen Premiumprodukt der Liga weist man so gut wie nie darauf hin, dass sie nur mit Glück und auch Unfairness ihre Erfolge erreichen. Es war ein munteres, wenn auch überraschungsloses Achtelfinale, welches vor allem wieder verdeutlichte, dass das Staatsfernsehen auch in Sachen Fußball alles sein mag aber nicht unabhängig.

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