Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Eisern Union

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Am vergangenen Montag stand in der 2. Liga ein großes Ostderby an und Union Berlin oder ganz genau gesagt, der 1. Fußballclub Union Berlin e. V. empfing den sächsischen Kultclub Dynamo Dresden. Am Ende trennte man sich 2:2 in einem wirklich tollen Spiel, welches allerdings auch von Trauer und dem Abschied von der langjährigen Behindertenbetreuerin des Vereins geprägt war. Janine Jänicke war bereits vor einem Monat an den Folgen eines Verkehrsunfalls mit nur 47 Jahren verstorben.

Nun wird diese Kultmannschaft aus Berlin, welche in diesem Jahr, wie viele andere Ostvereine auch, den 50. Geburtstag feiert, hier vorgestellt, wobei man eigentlich auch vom 110. Geburtstag sprechen kann, basiert der 1. FC Union Berlin doch auf dem bereits 1906 entstandenen FC Olympia Oberschöneweide.

Aber nicht nur der Club selbst, welcher einige Besonderheiten hat, von denen es zu berichten gilt, auch das dortige Stadion ist totaler Kult, wie hier in den nächsten Tagen noch ausführlich aufgezeigt wird.

Union Berlin ist immerhin der zweitgrößte Sportverein der Hauptstadt, wenn man von den aktuellen Mitgliederzahlen ausgeht und dies sind fast 13.000 und dabei gilt es zu berücksichtigen, dass es vor zehn Jahren gerade einmal gut 4.200 waren. So ist es auch keine Überraschung, dass der FCU tatsächlich zu den 25 mitgliederstärksten Vereinen in Deutschland zählt und natürlich auch einer der bekanntesten Profiklubs in ganz Berlin ist.

Die Vergangenheit hat selbstverständlich viel mit DDR-Fußball zu tun, ist der Verein doch in Ostberlin beheimatet. Zu den größten Erfolgen aus dieser Epoche zählt dann auch der Gewinn des FDGB-Pokals im Jahre 1968. Beim westdeutschen Gegenstück, dem DFB-Pokal schaffte man immerhin den Einzug ins Finale im Jahr 2001, verlor damals allerdings mit 0:2 gegen Schalke 04. Trotz dieser Niederlage war es der Einzug in den UEFA-Pokal für die Saison 2001 / 2002.

In der gerade gestarteten Saison 2016 / 2017 spielt Union übrigens schon zum achten Mal in Folge in der 2. Liga, was schon dafür spricht, sich ein wenig etabliert zu haben. Daher ist der Schlachtruf der Fans, welcher auch der Titel der Vereinshymne ist und Eisern Union lautet, längst über die Grenzen der Hauptstadt hinaus bekannt. Übrigens wird diese Hymne von Nina Hagen gesungen, was auch schon wieder Kultcharakter hat.

Schon am kommenden Sonntag geht es dann ganz weit im Westen weiter und es geht in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals gegen den MSV Duisburg. Den letzten Besuch in der Region hat man in nicht so guter Erinnerung, verlor man dort doch gerade erst vor einigen Tagen zum Saisonauftakt mit 1:2 gegen den VfL Bochum.

Zum Abschluss muss noch etwas zu den Fans von Union gesagt werden, ohne die es diesen Verein wohl auch schon lange nicht mehr geben würde. Bei den Vorgängervereine der Eisernen kam das Publikum über Jahrzehnte traditionell aus dem Arbeiterlager, was vor allem daran lag, dass sich der spätere Berliner Stadtbezirk Oberschöneweide zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Ballungsgebiet in Sachen Industrie entwickelt hatte. In der DDR wurde man zu Fußballleistungszentrum und stand so ab den 1970er Jahren stets in Rivalität zum staatlichen Renommierklub, dem Lokalrivalen BFC Dynamo. So mischten sich auch mehr und mehr Systemkritiker unters Publikum, was dazu führte, dass auch Hippies und Punks den Weg ins Stadion fanden.

Zum Ende der 1990er wurde das Bild der Fangemeinde vor allem durch das riesige Engagement der Anhänger geprägt, die dafür sorgten, das finanzielle Aus des Vereins zu verhindern und sich dafür die ausgefallensten Aktionen einfallen ließen. Aktionen gibt es dort auch immer wieder gegen Rechte und die aktuellste Entwicklung in Sachen Fans dort in der Hauptstadt ist, dass es immer mehr Neuberliner werden und ein klar internationaler Einschlag, an dieser Stelle aus dem angelsächsischen und skandinavischen Bereich, zu erkennen ist. Auch so kann man natürlich eine internationale Rolle einnehmen.

Pfeiff das Spiel an und setz den ersten Kommentar

Du hast den Ball