Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Erstes Skandalspiel – Erster ermogelter Titel

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Am gestrigen Abend war es soweit und der erste Titel der Saison wurde ausgespielt. Borussia Dortmund empfing den FC Bayern München zum 17. Supercup. Natürlich ist dies ein Titel, der eher nur kommerzielle Bedeutung hat und sportlich kaum zu werten ist aber man muss sich langsam auch ganz allgemein fragen, für welchen Titel dies im Profifußball eigentlich nicht gilt. Dieses Spiel sollte ganz im Zeichen für die Chancen von Kindern stehen, was bei der bekannten Problematik hinsichtlich der Ticketpreise schon einen gewissen Zynismus der Mächtigen in diesem Sport noch vorm Anpfiff bot. Das vermeintliche Premiumprodukt hatte jüngst erst bewiesen, wie man es dort mit für die Gesellschaft wichtigen Werten hält, war man sich doch schnell einig, dass Verbrecher Uli Hoeneß schon im Herbst wieder Präsident werden soll, was dann immerhin bestens zum Chef und Straftäter Karl-Heinz Rummenigge passt. Es sind diese Entwicklungen, die es natürlich verbieten bei Ausschreitungen oder ähnlichen Zwischenfällen von einer Verrohung der Gesellschaft zu sprechen. Diese Negativtrends sollten sich auch gleich in diesem ersten Skandalspiel der neuen Saison widerspiegeln. So wurde schnell deutlich, dass sich der FCB auch weiterhin auf die Schiedsrichter verlassen kann. An diesem Abend war Tobias Welz an der Pfeife und hielt es nicht für nötig Franck Ribéry nach einer klaren Tätlichkeit vom Platz zu stellen. Nun kennt man nicht nur das unfaire Spiel der Bayern, sondern eben auch die brutalen Ausraster des Franzosen, war es doch nicht das erste Mal. Dies trotzdem wieder einmal durchgehen zu lassen, zeigt, was man wohl in der kommenden Saison auch wieder zu erwarten hat. Dies passte bestens ins Gesamtbild, beschwerten sich die Münchener doch bei fast jeder Entscheidung des vermeintlich Unparteiischen, forderten von Anfang an immer wieder Freistöße, die sie teilweise dann auch bekamen. Identische Fouls führten, nachdem sie von den Bayern ausgeübt wurden, zum Freistoß und umgekehrt zum Freistoß und einer Gelben gegen den BVB. Zur Pause stand es noch 0:0 und man ahnte schon, dass auch dies wieder ein Spiel werden würde, welches man unter sportlichen Aspekten am Ende einfach nicht bewerten können sollte.

Bekanntes vom Schiedsrichter und Staatsfernsehen
Zum Beginn der zweiten Hälfte gab es beim übertragenden Staatsfernsehen auch wieder die üblichen Geschichten dazu, wie viel Spannung dieses erste Endspiel doch für die kommende Saison bedeuten würde. Aber die Schiedsrichterleistung wurde natürlich nach der Halbzeit auch nicht besser, so half Tobias Welz auch gerne einem Bayernspieler vom Boden auf, anstatt ihm die fällige Gelbe zu geben, deutlicher konnte man es kaum machen. So etwas zeigte natürlich, was vom gerade angesprochenen Kommentar beim ZDF tatsächlich zu halten war. Rund machte all dies, der 2:0-Siegtreffer der völlig unmotivierten Münchener, welcher nach einem Foulspiel von Mats Hummels fiel, welches selbstverständlich auch nicht geahndet wurde und ein besonderes Geschmäckle hatte, wechselte er doch gerade erst nach Süddeutschland. Spätestens ab hier wurde es eine wirklich lächerliche Veranstaltung. An dieser Stelle schließt sich auch wieder der Kreis zum ZDF, wo man die Fehler des Schiris durchaus kritisierte und dies zum Teil auch sehr deutlich, was dort absolut nicht üblich ist. Trotzdem sprach man nach dem Abpfiff wieder von der Effektivität der Bayern, dabei war es vor allem wieder die Effektivität des Schiedsrichters, welche diesen ersten, ermogelten Titel für die Bayern möglich machte. Da ist es wirklich nur eine Randnotiz, dass man dem FCB auch noch gratulierte, was die Frage offen ließ, für was denn eigentlich, denn es war wohl kaum das bekannte Maß an Unfairness gemeint. So hatte man bei diesem ersten Pflichtspiel auf dieser Ebene Zynismus und Lächerlichkeit gleich in einem Paket aber es war noch nicht alles, denn es gab immerhin noch die Siegerehrung und die leitete Reinhard Rauball, der nicht nur eine Rolle in der Politik spielte und Vorsitzender des BVB ist, sondern auch Präsident des Ligaverbands, was schon gewisse, sumpfige Strukturen erahnen lässt. Bei alldem wundert es nicht, dass es auch dort kaum Stimmung gab und das Stadion zur angesprochenen Ehrung schon ziemlich leer war. Man kann nun nur hoffen, dass in der am übernächsten Wochenende startenden Saison 2016 / 2017 wieder ausreichend Fans, auch in der 1. Liga, den vermeintlich Mächtigen in diesem Sport ordentlich einheizen.

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