Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Fußball ohne die vermeintliche bayerische Lichtfigur

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Natürlich sind die Auswirkungen der Verurteilung des Steuerbetrügers Uli Hoeneß am 25. Spieltag deutlich zu spüren gewesen aber da war noch viel mehr und damit soll es auch losgehen, denn es sind nicht nur die kriminellen Machenschaften des Führungspersonals des FC Bayern Münchens, die auch dieses Wochenende wieder für Gesprächsstoff sorgen sollten. Am Freitagabend besiegte Schalke 04 den FC Augsburg im Schwabenland mit einem 2:1-Auswärstsieg, womit wohl so etwas, wie vermeintliche Spannung an der Tabellenspitze geschafft werden soll. An diesem neuen Spannungsfeld war dann am Samstagnachmittag auch wieder, der so oft in der Kritik stehende Schiedsrichter Deniz Aytekin beteiligt. Es ist schon sehr interessant, dass gewisse Namen, an gewissen Stellen immer wieder auftauchen. Aytekin pfiff diesmal in der Art, die man von ihm kennt, das Duell der Borussen, denn in Dortmund trat die andere Borussia aus Mönchengladbach an, die dort 16 Jahre nicht mehr gesiegt hatte und auch in der Liga in der laufenden Saison noch nicht siegen konnte. Deshalb muss man den 2:1-Auswärtssieg der Fohlen durchaus als Überraschung werten und es war wieder einer mit ordentlich vielen Karten inklusive eines Platzverweises. Dass auch der BVB-Trainer Jürgen Klopp kurz vor Abpfiff auf die Tribüne verbannt wurde, war mindestens genauso kurios, wie die nicht gegeben Handelfmeter. Genau eine solche Szene führte in der Partie zwischen Werder Bremen und dem VfB Stuttgart zu einem ebenso vermeintlich klaren Handspiel, wie es die in Dortmund nicht gewesen sein sollten, was außer den Urteilenden wahrscheinlich niemand versteht. Diese Entscheidung sollte allerdings fürs Ergebnis an der Weser nicht relevant sein, da dieser Elfer nicht verwandelt werden konnte und man sich am Ende mit einem 1:1 trennte.

Wieder langweilige Derbys
Ganz allgemein begannen die Samstagsspiele äußerst langweilig, so dauerte es auch über eine halbe Stunde bis ein Gladbacher überhaupt das erste Tor des Nachmittags schoss. Wirklich langweilig war vor allem auch das große Derby in Niedersachsen, wo die Eintracht aus Braunschweig auf den VfL Wolfsburg  traf und man sich nach einer Begegnung, die eher zum Gähnen einlud, mit einem 1:1 trennte. Nicht wirklich mit Vollgas aber schon mit ein wenig mehr Schwung ging es in der Bundeshauptstadt zu und auch hier sollte es um Niedersachsen gehen, denn Hannover 96 gewann mit 3:0 gegen Hertha BSC Berlin. Gleich doppelte so viele Tore gab es dann auch noch direkt beim Spiel zwischen 1899 Hoffenheim und FSV Mainz 05, was wohl nicht nur vom Spielverlauf her die kurioseste Partie an diesem Nachmittag sein sollte. Schon in der 3. Spielminute hatten es die Hoffenheimer auf dem Fuß dafür zu sorgen, dass es nicht über eine halbe Stunde brauchen sollte, bis der erste Treffer fiel aber auch hier wurde ein Elfer verschossen. Richtig kurios war allerdings, dass ein Hoffenheimer einen Kameramann eines Privatsenders, der mitverantwortlich für völlige Kommerzialisierung dieser Sportart ist, versehentlich umrannte und dieser danach erst liegend vom Spielfeldrand abtransportiert werden musste, bevor es für ihn ins Krankenhaus ging. Glücklicherweise ist ihm bei diesem ganz besonderen Arbeitsunfall nichts Dramatisches passiert. Zum Spielende sollten die Mainzer dann mit einem 4:2-Auswärtssieg vom Platz gehen, was nach dem Spielverlauf auch etwas kurios war, wobei man hier durchaus festhalten kann, dass Fußball eben manchmal auch einfach nur so ist. Dann stand zum Abschluss des Samstagsspieltags noch das Abendspiel, das vermeintliche Topspiel an. Hier empfing der FC Bayern München die Jungs von Bayer 04 Leverkusen und der Platz des Verbrechers im Stadion blieb leer. Somit saß der andere vorbestrafte Verbrecher, Karl-Heinz Rummenigge, nicht neben seinem gewohnten Sitznachbarn, denn Uli Hoeneß war nicht im Stadion.

Was zeichnet das Topprodukt des deutschen Fußballs aus?
Schaute man sich das Spiel zwischen dem FCB und der Werkself an und sprach von einem Topspiel, muss man wohl von Betrug sprechen aber genau dies ist es ganz offensichtlich, was das Topprodukt der Liga auszeichnet. Tief im Süden der Republik gehören Verbrechen, die verschiedene Personen dort immer wieder verübt haben, scheinbar zum guten Ton. Dies führt übrigens nicht dazu, dass weite Teile der etablierten Massenmedien nun damit aufhören würden, den jüngst überführten Verbrecher Uli Hoeneß, der gerade erst all sein Ämter beim FCB niedergelegt hat, mit großen Lob zu überschütten, was auch schon wieder sehr kurios bei einem millionenschweren Betrüger wirkt. Aber im Amigo-Land war auch schon immer alles etwas anders und da wundert es nicht, wenn führende Politiker aus Bayern das Bedürfnis haben, einen frisch verurteilten Straftäter, als Mensch mit Format zu bezeichnen. Hoeneß soll hier aber natürlich nicht das Hauptthema sein, dafür wird es mindestens einen eigenen Bericht geben, denn es sind noch sehr viele Fragen in diesem Zusammenhang offen. Natürlich verloren die Leverkusener das Spiel in der bayerischen Landeshauptstadt mit 2:1 und laufen damit langsam aber sicher in Richtung der belangloseren Tabellenplätze. Auch etwas, was man bei der Werkself nicht zum ersten Mal erlebt. Wobei noch zwei Dinge erwähnt sein sollen. Auf der einen Seite konnte man über die Qualität der vermeintlich Unparteiischen wieder diskutieren und auf der anderen Seite hatte die Aufarbeitung dieses Spiels am Abend im Staatsfernsehen, wo das ZDF wieder einmal als FCB-TV daher kam, wieder einmal nichts mit Unabhängigkeit zu tun.  Nach so viel Kuriosem freute man sich auf die Sonntagsspiel, wo es mit dem großen Abstiegsduell zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Nürnberg losgehen sollte und es ging auch gleich kurios weiter, denn der HSV schoss nur ein Tor und sollte durch ein Nürnberger Eigentor am Ende mit 2:1 als Sieger vom Platz gehen. Den Abschluss des Spieltags gab es dann beim Abstiegskampf  am Main, wo Eintracht Frankfurt den SC Freiburg empfing und es dank des umstrittenen Schiedsrichters Wolfgang Stark neben einer Kartenflut auch noch eine kleine Torflut gab und die Breisgauer am Ende mit 4:1 gewannen.

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