Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Fußball und Karneval 2015

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Direkt zum Auftakt des 21. Spieltags trat der erste Karnevalsverein auf und der FSV Mainz 05 musste bei Borussia Dortmund ran. In Höchstgeschwindigkeit gingen die Mainzer mit 1:0 in Führung. Soweit passte alles zum bekannten Bild des BVB aus der bisherigen Saison, allerdings sollte sich das Blatt noch ziemlich wenden und am Ende standen die Dortmunder mit 4:2 als der strahlende Sieger da. Ob es ein weiterer Schritt zur Wende bei den Westfalen war, wird sich nun bald schon zeigen. Eher unspektakulär ging es in Sinsheim zu, dort traf 1899 Hoffenheim auf den VfB Stuttgart und ein lahmes Spiel wäre fast 1:1 ausgegangen, allerdings schaffte 1899 auf den letzten Metern noch einen 2:1-Heimsieg, womit es auch weiterhin richtig schlecht für die Schwaben aussieht. Ganz anders entwickelt es sich an der Weser, wo Werder Bremen den FC Augsburg empfing und man schon fast von einem Topspiel sprechen konnte. Ganz und gar nicht top war die Leistung von Schiedsrichter Christian Dingert aber im Vergleich zu dem, was manche seiner Kollegen an diesem Wochenende ablieferten, ging es noch. Am Ende gewannen die Bremer eine packende Partie mit 3:2. Den größten Witz der Samstagnachmittagsspiele sollte es dann in München geben, was natürlich keine Überraschung war. 20 Minuten lang war es wieder einmal ein Grottenkick, bis der FC Bayern München durch den vermeintlich Unparteiischen Michael Weiner durch einen Elfer, welcher mindestens diskussionswürdig war, auf die Erfolgsschiene gesetzt wurde. Zu dieser Zeit konnte man beim Hamburger SV etwas erleben, was gegen den FCB erstaunlich häufig passiert, eine komplette Bundesligamannschaft wusste ganz plötzlich nicht mehr, wie man Fußball spielt und so gingen sie 8:0 unter. In diesem 100. Spiel der beiden Mannschaften, welches übrigens eigentlich 8:1 ausgegangen wäre, hätte man dem HSV nicht auch noch ein Tor geklaut, was in das bekannte Bild passte, wurde natürlich auch deutlich, dass die vermeintliche Spannung um die Meisterschaft auch wieder nur eine billige Inszenierung war.

Karneval und Krawall im Rheinland
Bayer 04 Leverkusen empfing den VfL Wolfsburg und bei diesem Aufeinandertreffen der beiden Werksclubs sollten die Niedersachsen den Rheinländern wirklich die Karnevalslaune klauen. Es wurde ein richtig heftiger Schlagabtausch, in dem der Wolfsburger Bas Dost vier Tore schoss und der Leverkusener Heung-Min Son auch drei Stück. Am Ende stand ein 5:4-Auswärtssieg für den Verein aus der Autostadt, was auch an Schiri Bastian Dankert lag, der unter anderem dafür sorgte, dass Leverkusen das Spiel mit zehn Mann zu Ende bringen musste. Es sind genau diese Vollaussetzer und nichts anderes hatte Dankert, die dieser Sport nicht braucht, was allerdings in dieser Deutlichkeit fast nie angesprochen wird, gerade auch nicht im Staatsfernsehen. Es sind aber allgemein diese Spiele, welche das Management in Leverkusen eigentlich massiv unter Druck bringen sollten, dann all ihre Versprechen, auch rund um Trainer Roger Schmidt, erweisen sich mehr und mehr, als unhaltbar und dies kennt man von der Vereinsleitung zur Genüge. Anderswo im Rheinland ging es parallel an Karneval richtig zur Sache, denn am Niederrhein traf Borussia Mönchengladbach auf den 1. FC Köln. 1.400 Polizisten, unzählige Ordner und Alkoholverbot an einem Karnevalssamstag brachten rein gar nichts. Dies sagt natürlich einiges über die Sicherheitsdiskussion beim Fußball aus und man muss sich langsam fragen, ob es tatsächlich nicht besser geht oder warum es zu Szenen, wie in Gladbach kommen kann. Das Spiel begann erst mit gut fünf Minuten Verspätung, da im Kölner Block massiv Pyro abgefackelt wurde, die zweite Halbzeit wurde dann kurz nach Anpfiff, ebenfalls aus diesem Grund, für zwei Minuten unterbrochen, bevor nach Abpfiff auch noch der Platz gestürmt wurde und es zu Jagdszenen und Schlägereien kam. Das Fußballspiel selbst war übrigens kaum erwähnenswert und die Fohlen gewannen das große rheinische Derby mit einem Last-Minute-Tor mit 1:0, was natürlich beim gerade Geschilderten eine absolute Nebensache war.

Und der ganze Rest
Zum Ausklang des Karnevalssamstags gab es dann noch die Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Schalke 04 und es wurde vorher schon gewarnt, dass es ein anstrengendes Taktikspiel geben würde und genau so sollte es auch kommen. Nur am Rande sei angemerkt, dass so etwas für die beteiligten Teams Sinn machen mag, für das Publikum allerdings eher nichts ist. Am Ende gewannen die Hessen hochverdient mit 1:0 in einem Spiel, wo Schiedsrichter Marco Fritz nicht nur reichlich Karten verteilte, sondern den Frankfurtern auch einen klaren Elfer verweigerte. Womit sich der Trend, was die Schiedsrichter anging, bis in den Abend ziehen sollte. Auch dies ist ein Punkt, wo schon lange Handlungsbedarf besteht, was von denen, die meinen ihnen gehöre dieser Sport, allerdings auch weiterhin ignoriert wird. Am Karnevalssonntag gab es den Auftakt in der Hauptstadt und Hertha BSC Berlin empfing den SC Freiburg und eigentlich waren sich viele Experten vorher einig, wie dieses Spiel sehr wahrscheinlich laufen würde. Sprach man bei den Berlinern zuletzt doch gerne von der gelungenen Trendwende nach dem Trainerwechsel, sah es bei den Breisgauern schon länger nicht gut aus. Allerdings sollte es völlig anders kommen und von der Trendwende bei Berlin war rein gar nichts zu erkennen und so gab es einen absolut verdienten 2:0-Auswärtssieg für die Freiburger, die somit einen tatsächliche Befreiungsschlag schafften, wie ein Blick auf die Tabelle zeigt. Zum Abschluss dieses karnevalistischen Fußballwochenendes gab es dann noch die Partie zwischen Hannover 96 und dem SC Paderborn, dessen Rückrundenauftakt bislang doch auch eher verhagelt war. Die Paderborner machten es allerdings genauso, wie die Freiburger es zuvor vorgemacht hatten und nutzten ihre eigentlich kaum vorhandene Chance und schafften so ebenfalls einen Auswärtssieg und gewannen die Partie mit 2:1. Womit der Abwärtstrend in kleinen Schritten langsam erst einmal ausklang, allerdings ist man auch noch am Anfang der Rückrunde und hat auch an diesem Spieltag gesehen, wie schnell man mit Prognosen danebenliegen kann.

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