Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Fußballmarathon 2015 Teil 1 – Erste und letzte Runden

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Gestern Abend stand die letzte Runde des DFB-Pokals 2014 / 2015 an. Das Finale in der Hauptstadt bestritten Borussia Dortmund und der VfL Wolfsburg. Bevor es die Fakten dieses ganz besonderen Finalspiels gibt, soll es aber noch unter anderem um das große Erdbeben im Fußball und andere spannende Spiele gehen, die zuvor noch anstanden, denn man befindet sich aktuell in einem wahren Fußballmarathon. Der Mittwoch war wohl einer der wildesten Fußballtage, die es seit langer Zeit gab. Alles begann im Laufe des Mittwochvormittags, als unter anderem in der Schweiz gleich eine ganze Riege hochrangiger Funktionäre der FIFA verhaftet wurden, was wieder einmal belegte, wie korrupt auch der Fußball längst ist und man kann sich überlegen, wie weit dies bis nach unten abstrahlt und vielleicht finden sich in solchen Überlegungen Erklärungen für manch Merkwürdigkeiten, welche es auch in der Bundesliga oder eben auch im DFB-Pokal gibt. Am frühen Abend ging es dann auch endlich wieder tatsächlich um Fußball und zwar mit der Relegation zur Teilnahme an der 3. Liga. Der 1. FC Magdeburg empfing den Offenbacher FC und der FCM gewann das erste Spiel mit 1:0. Heute entscheidet sich dann in Offenbach, welches der beiden Teams es tatsächlich schafft. Pünktlich mit dem Abpfiff in Magdeburg fiel dann in Warschau das 1:0 für Dnjepr Dnjepropetrowsk, die im Endspiel der Europa League gegen den FC Sevilla antraten. Nach einem wirklich großartigen Spiel in dem es oft hin und her ging, sollte Sevilla mit 3:2 in der regulären Spielzeit gewinnen und dies war ein ganz besonderer Sieg. Die Spanier schafften es mit diesem Sieg nicht nur den Titel zu verteidigen, sondern man ist nun auch die einzige Mannschaft, welche den Europacup zum vierten Mal gewann und dies innerhalb der letzten zehn Jahre, einfach eine Wahnsinnsbilanz. Den ganz anderen Wahnsinn sollte es dann gleich auch am Donnerstag geben, denn der Hamburger SV stand schon im zweiten Jahr in Folge in der Relegation, um in der Bundesliga zu bleiben. Diesmal müssen sie die Klasse gegen den Karlsruher SC verteidigen, der am Abend im Norden aufschlug.

Rettet den Dino III
Dies zeigt schon eine erschreckende Tendenz auf, gerade wenn man sich überlegt, wie knapp es im letzten Jahr mit dem Klassenerhalt war, tat es eigentlich nicht Not, nun schon das dritte Spiel zur Rettung des Dinos antreten zu müssen. Der Hamburger SV startete mit Vollgas und wurde schon in der 4. Minute brachial durch einen Treffer des Karlsruher SC ausgebremst, welcher auch gleich mit ordentlich Pyro gefeiert wurde. Mit dieser Führung gingen die Karlsruher dann auch in die Halbzeit, in der er es dann auch gleich die nächste Runde Pyro vom KSC-Anhang gab. Allerspätestens in der 2. Halbzeit zeigte dann auch Deniz Aytekin sein bekanntes Gesicht, welches immer wieder Zweifel an der Bezeichnung Unparteiischer aufkommen lässt. Er schöpfte fast jede Möglichkeit aus, den HSV für das Rückspiel am kommenden Montag im Wildparkstadion zu schwächen. Natürlich wurde er schon vorm Beginn der Übertragung im Staatsfernsehn vom selbigen gelobt und zwar mit dem Hinweis, dass er von der FIFA hoch gehandelt würde. Gerade in diesen Tagen, wo sich wieder einmal zeigt, was für ein korrupter Laden die FIFA doch ist, ein Lob, welches man einfach nicht ernstnehmen kann. Trotz diesem massiven Gegenwind des Schiris schafften die Hamburger noch den Ausgleich, der auch gleich ein Weckruf war, denn der Dino kam zwischenzeitlich etwas ermüdet und unkonzentriert daher. Dieser Alarm kam dann aber leider etwas zu spät und reichte nicht mehr für einen Siegtreffer, so trennte man sich 1:1, was kein schlechtes Ergebnis ist. Die Klasse hat man so allerdings noch lange nicht erhalten. Am Ende gab es dann natürlich auch noch ein drittes Mal Pyro im Block des KSC und überraschend war, dass die übliche Hetze und die bekannten Beleidigungen und Hasstiraden, welche es an dieser Stelle sonst eigentlich immer beim Staatsfernsehen gibt, diesmal ausblieben. Brennen wird es auch am Montag beim Rückspiel in Karlsruhe, warum man die Partie auch auf 19.00 Uhr vorverlegt hat, da die Sicherheitskräfte Angst vor der Dunkelheit haben. Selbstredend! Vorher sollte es aber schon am Freitagabend wieder Nord gegen Süd weitergehen.

Wenn Störche Besuch von Löwen bekommen
An diesem Abend ging es um die Relegation zwischen der 2. und 3. Liga. Holstein Kiel empfing ganz im Norden der Republik 1860 München und auch dieses Duell versprach spannend zu werden aber es war ein leeres Versprechen, denn nicht nur, dass es das erste torlose Spiel seit Mittwoch war, war es allgemein ein Grottenkick. Nachdem Spiel muss man sagen, dass eigentlich kein Team in der 2. Liga spielen sollte, weil keiner diese gähnende Langeweile braucht. Die Ausnahme waren die Fans, die wirklich überzeugten, sowohl die der Störche, welche super Stimmung machten, wie auch die der Löwen, welche in der 2. Halbzeit ordentlich Pyro abfackelten. Um aber noch einmal auf wirklich schlechte Leistungen zu sprechen zu kommen, galt dies an diesem Abend auch für Schiedsrichter Florian Meyer, der damit auch in der Relegation das leistete, was er sonst auch in der Bundesliga und im Pokal bringt. Womit sich mit diesem letzten Hinspiel dieser Relegationsrunde zeigte, dass leider auch hier die Schiris den Kurs fahren, den man auch in der 1. Liga spieltäglich bemängeln muss, was selbstverständlich in einer Zeit, wo sich allgemein zeigt, wo der völlige Kommerzwahn hinführt und wie sehr er dem Sport schadet, nicht wirklich gut ankommt. In diesen Zusammenhang passt es auch sehr gut, dass kurz vorm Anpfiff in Schleswig-Holstein Sepp Blatter im Amt bestätigt wurde und damit wohl der bekannte, korrupte und fußballschädliche Kurs auch ganz oben fortgesetzt wird. Sonst konnte man nach drei Relegationsspielen festhalten, dass es noch keinerlei Vorentscheidungen gab und damit alles in den Rückspielen geklärt werden muss, welche, wie bereits erwähnt, schon in einigen Stunden in Offenbach losgehen und dann eben am Dienstag in München bei 1860 enden und dies in allen drei Fällen im Notfall in der Verlängerung oder gar im Elfmeterschießen. Genau diese Optionen gab es auch am gestrigen Abend bei einem der absoluten Highlights dieses ganz besonderen Fußballmarathons, denn es stand das DFB-Pokal-Finale in Berlin an und hier sollten vor allem mindestens zwei Personen eine ganz große Rolle spielen.

Leider wieder nur lächerlich
Schon lange vor diesem Finale war klar, dass dies ganz was anderes geben würde, als am Vorabend in Kiel, was nicht nur daran lag, dass allein schon unabhängig vom Spiel, die ganz großen Emotionen eine Rolle spielen sollten. Borussia Dortmund spielte natürlich für Jürgen Klopp, der sich dort endgültig vom BVB verabschiedete. Der VfL Wolfsburg widmete diese Partie Junior Malanda, der kurz vorm Rückrundenauftakt bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Außerdem war da noch Felix Brych, den man besser unter dem Namen Mr. Phantomtor kennt und mit nicht gerechtfertigten Toren im DFB-Pokal-Finale kennen sich die Dortmunder nur zu gut aus. Hier muss man natürlich anmerken, dass tatsächliche Phantomtore in diesem Spiel unmöglich sein sollten, da erstmalig die neue Torlinientechnik vorhanden war, allerdings nicht eingesetzt wurde. Was soll man am Ende dieser Fußballskandalwoche sagen, außer dass es den passenden Abschluss gab. Borussia Dortmund startete voll durch, was auch für die Fans galt, die mit gelben Rauchbomben vorm Anpfiff das gesamte Olympiastadion einnebelten. So stand es schon in der 5. Minute 1:0. Schon beim Ausgleich, nach einem Freistoß, kam dann Felix Brych ins Spiel und zur Halbzeit war der VfL Wolfsburg 3:1 vorne. Die 2. Halbzeit begann abermals mit toller Pyro der Dortmunder, war aber ansonsten einfach nur anstrengend, gerade auch weil Brych noch kleinlicher Pfiff und dies ganz und gar nicht unparteiische. Etliche strittige Elfer sollten am Ende das Thema sein, welches auch Jürgen Klopp und manch Spieler andeutete. Es war nicht ein so klarer Titeldiebstahl, wie zuletzt im Finale gegen den FC Bayern München aber ein Geschmäckle hatte auch dieser erste Pokalsieg der Wölfe. Was bei Wolfsburg etwas komisch anmutete war, dass man Junior Malanda brauchte um den Titel zu holen aber was war danach? Auf den Sieger-T-Shirts war seine 19, die zuvor die Trikots schmückte, nicht mehr zu sehen. Den peinlichen Eklat, welchen man bei der ARD am Ende noch mit Kloppo verursachte, passte irgendwie ins Gesamtbild dieses Abends mit dem sich eben der Kreis in Sachen großer Schaden für den Fußball von Zürich bis Berlin schloss. Schiris, Staatsfernsehen und Pyro werden am Mittwoch noch einmal ein Thema sein, wenn die noch ausstehenden Spiele beleuchtet werden. Nach den Entscheidungen dieses Abends ahnt man natürlich nichts Gutes für die verbleibenden Spiele.

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