Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Glückliche Millionäre mit blauen Augen

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Am gestrigen Abend stand das letzte reguläre Qualifikationsspiel zur EM 2016 in Frankreich an. Ausgerechnet in Leipzig, wo die Sache mit dem Fußball allgemein ziemlich umstritten ist, sollte es gegen Georgien gehen, immerhin 110. der FIFA-Weltrangliste. Schon die Aufstellung von Joachim Löw zeigte, dass man aus der Blamage von Dublin rein gar nichts gelernt hatte, denn es gab nur eine Veränderung und so etwas nennt man dann Vorsatz. Die erste Halbzeit war von sehr viel  Gewusel bestimmt und davon, dass man es wieder nicht schaffte gegen einen Freilosgegner auch nur einen Treffer zu erzielen. Bei solchen Spielen sollte niemand überrascht sein, wenn es keine Stimmung gibt. Laut wurde es erst mit dem Halbzeitpfiff, als es das verdiente Pfeifkonzert gab. Kurz nach Wiederanpfiff holte die DFB-Auswahl zu mindestens einen Elfer raus und so konnte Thomas Müller auch mal wieder ein Tor erzielen. Ansonsten fiel er in der Partie auch wieder nur dadurch auf, dass er gefühlt bei jeder Schiedsrichterentscheidung diskutieren musste, eine negative Eigenschaft mit der er ebenfalls beim Premiumprodukt der Bundesliga in der Regel glänzt, wenn man es an dieser Stelle überhaupt so nennen kann. Die Antwort der Georgier kam übrigens umgehend und zwar aus dem Spiel heraus und schon stand es wieder Unentschieden. Eine Hilfe wäre es schon, wenn die LÖWenherzen in der Zukunft erst bei einem Spielstand von 5:0 oder höher mit dem Tricksen anfangen würden, dann vermeidet man auch kollektive Fangesänge, welche Kampfgeist fordern. Am Ende des Tages konnte das Team übrigens den Vorgaben des Trainers wieder einmal nicht folgen, denn von zwei bis drei Toren Vorsprung, wie angekündigt, war überhaupt nichts zu sehen. Demnächst sollte Löw weniger Worte machen und dafür einfach ein wirklich überzeugendes Team bieten. Umgekehrt hat man es nun oft genug erlebt und es nervt langsam.

Die Mission ist geglückt
Mit dem 2:1-Endergebnis hat man sich zwar am letzten Spieltag in einem weiteren Zitterspiel für Frankreich qualifiziert und dies als Tabellenführer aber trotzdem war es eine Qualifikationsrunde hinter die man ganz schnell einen Haken machen sollte. So ist es auch nicht verständlich, dass Jogi Löw nach dem Spiel so tat, als wären es gerade einmal die letzten beiden Spiele gewesen, welche nicht perfekt gelaufen wären. Noch einmal sei an dieser Stelle erwähnt, es war eine Freilosgruppe, in welcher man sich die meiste Zeit schwer tat. Nun wird in der Zukunft wieder alles besser, wie man es kennt, wenn man gerade nicht überzeugen kann. Dies soll wohl vergessen machen, dass man auch den WM-Titel in Brasilien nicht mit Glanz und Gloria gewonnen hat. Die Zeit nach dem Titelgewinn in Rio zeigte deutlich, warum man von glücklichen Millionären mit blauen Augen sprechen muss, denn man hatte viel Glück und kam so oft genug mit einem blauen Auge davon. Eine nachhaltige Änderung des Kurses ist aber wohl kaum zu erwarten, was auch wieder belegt, wie es im deutschen Fußball zugeht. So heißt es, weiter auf Glück hoffen, denn anders funktioniert es offensichtlich mit diesem Trainer nicht. Den sollte man allerdings beim Wort nehmen und dem nach zählt nur der Titel in Frankreich, als Zwischenschritt zur Titelverteidigung in Russland 2018. Diese Erwartungen hat er selber aufgebaut und daran wird er nun auch zu messen sein. Statistikmeister, Meister irgendwelcher Herzen, all dies zählt bei der Beurteilung von Trainer Löw nun nicht mehr. Jetzt stehen noch zwei Freundschaftsspiele in diesem Jahr an und man ahnt schon, sollten diese eng werden, sind es nur Freundschaftsspiele und bei Siegen wird es der große Umschwung bei der DFB-Auswahl sein. Danach kommt die Winterpause und schon ist man in dem Jahr, wo dann zum ersten Mal nach Brasilien nur ein Titel zählt. Gratulieren kann man faktisch fürs Erreichen der Endrunde aber auch für nicht mehr, denn Zeichen dafür an den deutschen Fußball vom Herzen her zu glauben, schaffte man auch in dieser Qualifikation nicht.

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