Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

In einem fernen Land

Nun muss man zum EM-Qualifikations-spiel der deutschen Nationalmannschaft vom letzten Wochenende, wo es in Wien gegen Österreich gerade zu einem mehr als glücklichen 2:1-Sieg reichte, noch anmerken, dass es immerhin der sechste Sieg war. Nun am gestrigen Abend in Aserbaidschan sollte es zwar auch einen Sieg geben aber die Jungs von Joachim Löw überzeugten auch hier wieder nicht. Trotzdem, egal wie die Aufstellung im fernen Baku auch ausgesehen haben mag und auch wenn es die jüngste Mannschaft überhaupt war, erwartete man hier doch deutlich mehr. Hatte man das Hinspiel in Köln noch mit 6:1 gewonnen, wobei hier das Ergebnis auch über ein schwaches Spiel hinwegtäuschte, hoffte man, dass diesmal alles anders werden sollte. Natürlich verirrten sich keine Massen ins entlegende Aserbaidschan, wo man so oder so fragen muss, warum solche Mannschaften in der Quali zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine mitspielen, trotzdem kann man von einem Topteam, wie Deutschland, auch hier eine Topleistungen erwarten. Lauschte man der ARD, wo man immer wieder auf den Stress, den all diese  Bestverdiener haben, hinwies, überlegte man sich von Zeit zu Zeit, ob sie nicht besser, mit vermeintlich weniger Stress, für eine der vielen Billiglohnfirmen im Land arbeiten sollten.

Die verlorenen 90 Minuten von Baku
Eigentlich ging die 1. Halbzeit fast komplett an Aserbaidschan, denn als in der 30. Minute das glückliche 1:0 für Deutschland fiel, hätte es auch schon 2:0 für Aserbaidschan stehen können. Lukas `Poldi` Podolski fiel einmal mehr dadurch auf, dass er außer durch einen Schuss in den Nachthimmel von Baku gar nicht auffiel und die vermeintlichen Bayern-Stars glänzten auch, wie in der Bundesliga, mehr durch Mittelmaß und damit kann man eben nicht wirklich glänzen. Erst nach 40. Minuten sah man endlich einmal einen ordentlich durchdachten und gut gespielten Angriff, der dann auch zum 2:0 führte. Die 2. Halbzeit begann dann letztendlich, wie schon die 1. Halbzeit, mit dem Unterschied, dass auch Aserbaidschan die Spiellaune verloren hatte oder war es auch hier der immer wieder angesprochenen große Kräfteverlust? Unter diesen Umständen war Deutschland zu mindestens in der Statistik der ARD weit vorne. Fakt ist, dass erste Tor in der 2. Halbzeit schoss Aserbaidschan, welches allerdings auf Grund einer Fehlentscheidung des griechischen Schiedsrichters nicht gegeben wurde. Dann fiel er aber doch noch, der verdiente Anschlusstreffer, der, wie gesagt, eigentlich der Ausgleich gewesen wäre und der reinen Weste Deutschlands einen großen Fleck zugefügt hätte. Man muss natürlich noch anmerken, dass es dann einmal mehr in der letzten Spielminute noch zu einem Abstauber für Deutschland kam aber unterm Strich war auch dieses 3:1 eher peinlich, wenn man sich vor Augen hält, dass es gegen ein Fußballentwicklungsland ging.

Die gestressten Bayern
An diesem Zustand änderte auch das ständige Bedauern darüber, wie viel Fußball man doch pro Saison so in Deutschland spielt und wie anstrengend dies alles sei, nicht wirklich was und es war über weite Phasen des Spiels ein krampfhaftes warten auf den Schlusspfiff, der ein weiteres Spiel beendete, welches wirklich keinen Spaß gemacht hat und auch nicht mit den immer wieder kommunizierten Ansprüchen der Löwenherzen übereinstimmte. Irgendwann, spätestens nächstes Jahr in Polen und der Ukraine, dürften andere Kaliber als Gegner kommen und wenn sich bis dahin nicht einiges geklärt hat und damit ist nicht nur die Zukunft von Michael Ballack gemeint, darf man sehen was aus dieser Reise gen Osten wird. Denn dieses Spiel hat vor allem auch wieder gezeigt, dass die Bayernlastigkeit im Nationalteam nichts bringt. Natürlich sah man dies bei der ARD, wo man die Bayern ständig so lobt, dass man sich manchmal fragt, ob dies der hauseigene Sender des FC Bayern München ist, etwas anders. Aber, wie gesagt, es war auch nicht das erste Mal, dass dieser Sender dadurch auffiel. Das man auch. Lob vom gegnerischen Trainer, Berti Vogts, bekam, überraschte auch niemanden wirklich, sieht er seinen Job als Entwicklungshelfer in der Ferne doch langsam aber sicher als erledigt an und möchte scheinbar zurück nach Deutschland. Es bleibt als Fazit, dass die Nationalmannschaft bislang alle Spiele auf dem Weg in die Endrunde gewonnen hat, eine Leistung die man ganz klar anerkennen muss, man darf nur vielfach nicht auf die Gegner schauen und darauf, wie ein Teil dieser Siege errungen wurde, denn dann könnte einen auch zum Saisonende hier ein durchaus komisch Gefühl beschleichen.

Bislang ein Ballkontakt

  1. 27. Mai 2012

    | 17:36

    [...] politischen Freundschaftsgrüßen oder Ablehnungen. In diesem Jahr fand der Wettbewerb in Baku statt, welches die Hauptstadt von Aserbaidschan ist, wo gerade auch Deutschland immer gerne gutes [...]

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