Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Kein Freilos – Kein Glück – Kein Titel

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Es wurde nun so richtig heiß bei der Euro 2016 in Frankreich, denn es waren mittlerweile nur noch vier Teams verblieben und am Mittwoch wurde dann damit begonnen, die Plätze fürs Finale auszuspielen. Den Auftakt machte Portugal gegen Wales in Lyon. Leider wurde dieses Spiel im Vorfeld vielfach in den etablierten Massenmedien auf das Duell der Vereinskollegen Gareth Bale und Cristiano Ronaldo reduziert, was es nicht wirklich auf den Punkt brachte. Fürs Staatsfernsehen konnte man sagen, dass diese Runde des Turniers die vorletzte Dauerwerbesendung für den FC Bayern München war, welche wieder fast jeder Haushalt auch noch über die Zwangsabgabe namens Rundfunkbeitrag mitfinanzieren musste. Diese Frechheit lässt leider auch schon wieder nichts Gutes für die Bundesliga erwarten, wo dieses nervende Schauspiel wohl auch wieder weitergehen wird. Vorm Anpfiff gab es erst noch einmal eine tolle Showeinlage für CR7 mit zwei Balljungen, welche zu Flitzern wurden und einer es sogar aufs Mannschaftsfoto schaffe und man sich langsam fragte, ob dies alles nicht vielleicht Teil einer PR-Strategie war. Die erste Auffälligkeit im Spiel war dann leider die Andeutung einer Schiedsrichterleistung, wie man sie auch bei dieser Europameisterschaft einfach nicht brauchte und trotzdem immer wieder geboten bekam. Man ahnte es schon, dass es eine Option sein könnte und so kam es in der ersten Halbzeit auch und es passierte eigentlich gar nichts. Deshalb ging es mit 0:0 in die Halbzeit und man konnte langsam festhalten, dass diese Europameisterschaft im Rückblick nicht berauschend genannt werden kann, sondern eher das Gegenteil der Fall ist. Damit ist übrigens auch der neue Modus gescheitert. Immerhin gab es innerhalb der ersten zehn Minuten nach der Pause gleich einen Doppelschlag für Portugal und so zogen sie erst einmal mit 2:0 davon. Dieses kurze Feuerwerk sollte es dann aber auch gewesen sein, womit der erste Finalist gefunden war. Die zweite Halbzeit war damit zwar ein wenig besser aber ein Genuss war auch dieses Spiel leider wieder nicht. Einer gewissen Logik dieses Turniers folgend, hätte damit dann das zweite Halbfinale ein Highlight werden müssen und Deutschland hoffte, dass es nicht so ähnlich für den Gastgeber laufen sollte, wie zuletzt noch gegen die Isländer.

Das nicht eingelöste Versprechen
Für die LÖWenherzen war Frankreich natürlich kein Freilos, sondern ein harter Brocken, so musste man leisten oder wieder aufs Glück hoffen. Mit der Aufstellung stand schon fest, dass der traurige Abgang des Mario Götze weiter ausgebaut werden sollte, denn er dürfte in der Startaufstellung nicht einmal den Notstopfen geben. Außerdem konnte man erkennen, dass Thomas Müller weiter an seiner Wertsteigerung arbeiten dürfte, obwohl er bislang nur den Chancentod gab und ein Vollausfall war. Dann sah man noch, wie weiter am Aufbau von Joshua Kimmich gearbeitet wurde, was er zuvor auch nicht mit Leistung rechtfertigen konnte. Man sieht, es ging vor allem wieder um die Politik eines einzigen Vereins. Frankreich startete gleich mit Vollgas, Deutschland spielte wieder die Bälle ellenlang hin und her, bis nur allzu oft wieder der finale Fehlpass kam. Dann nahmen die Franzosen das Gas raus und so kamen die Deutschen ein bisschen mehr ins Spiel. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war es diesmal Bastian Schweinsteiger, der leider noch nicht im Ruhestand ist, der für einen Handelfer sorgte und damit das 1:0 für Frankreich verschuldete. Unterm Strich ein Ergebnis, was man aber schon auch gerecht nennen konnte, gerade auch weil der erwähnte Kimmich noch viel lernen muss, dies aber nicht im Halbfinale tun sollte. Bei Müller merkte man die pure Panik, er schoss, egal wie sinnvoll, aus allen Lagen, gebracht hatte auch dies bei Mr. Chancentod wieder nichts. Unterm Strich war dies aber alles völlig egal, Bundestrainer Joachim Löw konnte reagieren und es gab noch mindestens 45 Minuten. Löw nutzte seine Chance allerdings nicht und machte einfach so weiter. Frankreich startete auch diesmal wieder mit Vollgas aber ebenfalls wieder ohne Tor. Nach 60 Minuten musste Jerome Boateng raus, nachdem er sich selbst verletzt hatte und Shkodran Mustafi kam. Scheinbar war der brillenverkaufende Lieblingsnachbar nach seiner langen Verletzungspause doch noch nicht so fit, wie man es kommuniziert hatte. Nun geriet auch Löw in Panik und nahm auch noch Emre Can raus, was unverständlich war aber tatsächlich Götze noch ein Gnadenbrot brachte. Nach diesem Wechselchaos löste dann Kimmich und auch wieder Schweinsteiger noch das 2:0 aus. Übrigens wurde es da auch ernst für Manuel Neuer und er patzte ebenfalls, als es darauf ankam. Ohne Worte. In der Endphase wurde Schweini dann auch erlöst und hoffentlich endgültig in Rente geschickt. Es kam Leroy Sané, eine viel zu späte Erkenntnis, denn es blieb beim genannten Spielstand und Deutschland schied aus. Trainer Löw hatte damit sein Versprechen, woran er, wie oft genug kommuniziert, zu messen ist, gebrochen. Damit ist er natürlich nicht mehr haltbar und es war eine super Europameisterschaft für den FC Bayern München aber dazu mehr im Ausblick aufs Finale, wo nun Portugal auch Frankreich trifft.

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