Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Krieg dem DFB

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Es ist Montag und damit wieder der Tag für den Rückblick auf die Spiele der Bundesliga, welche am Wochenende startete. Wie bereits angekündigt, wird diese Tradition auch in der Saison 2017 / 2018 weiter fortgesetzt, wenn auch mit einer Einschränkung. Die Spieltage mit Montagsspielen werden, was die Berichte angeht, boykottiert, stattdessen wird es an diesen Montagen Berichte zu den Verfehlungen von DFB und DFL geben, die mit Sicherheit auch in dieser Saison wieder ausreichend vorkommen werden, wie sich auch gleich schon zum Start zeigte. Nicht umsonst steht die Überschrift auch weiterhin über dieser gerade gestarteten Spielzeit. Der DFB will keinen Krieg, sondern Dialog, wie Reinhard Grindel bei einer Pressekonferenz in der Letzten Woche mitteilte. Nun muss er beweisen, dass man es dort ernst meint und der 1. Spieltag ließ doch gleich wieder Zweifel aufkommen. Eine weitere Frage ist dann noch, was man dort unter Dialog versteht, denn es geht vor allem um Veränderung und die Front wächst, was sich am Wochenende ebenfalls nachdrücklich abzeichnete. Den Auftakt gab es am Freitagabend mit dem Spiel zwischen dem FC Bayern München und Bayer 04 Leverkusen. Auf eine große Show wurde verzichtet, hat man sich wohl endgültig von diesem fußballunwürdigen Teil der Kommerzialisierung getrennt. Namika sang die Nationalhymne, was allerdings auch kein Knaller war. Der große Religionskrieg war ebenfalls ein Thema, so liefen die Teams mit Trauerflor auf und es gab eine Schweigeminuten für die Opfer des Terrors in Spanien. Dann sollte Schiedsrichter Tobias Stieler die 55. Saison endlich anpfeifen. Es wurde ein Spiel, was gleich bewies, dass sich an grundlegenden Problemen auch in dieser Saison rein gar nichts verändern wird. Dieser Situation angemessen wurde der DFB auch in München lautstark abgelehnt, was sich neben den passenden Gesängen auch in einer Fick-Dich-DFB-Choreo der Bayern zeigte, welche am Wochenende in den verschiedensten Stadien ebenfalls noch auftauchte.

Im Land der Fußballkanzlerin
Im Spiel litten die Bayern dann gleich wieder an Fallsucht und dies mit der Unterstützung von Schiri Stieler. So dauerte es auch nicht lange bis zum ersten lächerlichen Ticket gegen Leverkusen und dem 1:0. So kam alles erst einmal genau, wie man es befürchtet hatte. Dies galt ebenfalls dafür, dass das System Videobeweis auch gleich in der Liga scheitern sollte. Es hätte nachdem 2:0 einen Elfer für die Gäste geben müssen. Trotz der Option des Videobeweises, der an dieser Stelle erwartungsgemäß gar nicht erst zum Einsatz kam, gab es den fälligen Elfmeter nicht. Auch dies lief somit genau, wie man es nach der Blamage zur Einführung beim Supercup erwarten musste. Carlo Ancelotti flippte dann noch kurz vor der Pause aus, andere Trainer sind für solche Szenen schon vom Platz geflogen aber natürlich nicht, wenn es um den FCB geht. Die erste Halbzeitpause der Saison sollte dann ewig lange dauern, da sich ein Gewitter über dem Stadion festgesetzt hatte. Deshalb wurde ein fürs Ende der ZDF-Übertragung geplantes Interview mit DFB-Chef Grindel vorgezogen. Bei der großen Arroganz, welche er an den Tag legte, ist kaum davon auszugehen, dass es beim DFB wirklich zu Veränderungen kommen wird. Es hat auch weiterhin den Anschein, als wäre kein ernsthaftes Verständnis für die Belange der wahren Fans vorhanden. Aber man scheint dort doch immerhin mächtig zu zittern, denn selbst Hansa Rostock wurde nach den schweren Ausschreitungen im DFB-Pokal begnadigt. Das große Geschmäckle an der ganzen Sache bleibt natürlich, dass es erst eine Kriegserklärung brauchte, damit sich die vermeintlich Mächtigen in diesem schönen Sport bewegen, was selbstverständlich auch Signalwirkung auf andere Bereiche der Gesellschaft haben dürfte, denn offensichtlich ist dies mittlerweile der einzige Weg, mit dem man in diesem Land noch etwas bewegt bekommt. Dies wiederum zeigt auf, dass im Land der Fußballkanzlerin doch sehr viele Dinge völlig aus dem Ruder gelaufen sind.

Abschließende Blamage des Videobeweises
Die zweite Halbzeit sollte die Sache mit dem Videobeweis dann völlig lächerlich werden lassen, denn diesmal gab es wieder eine Szene, wo es um die Frage nach einem Elfer gehen sollte, allerdings diesmal zu Gunsten von Bayern München. Im Gegensatz zu der ersten Szene dieser Art in der ersten Halbzeit, wo es keinen Videobeweis gab, kam er nun zum Einsatz und es gab einen Elfmeter zum 3:0 für den FCB. Damit war klar, dass sich die bekannte Schiedsrichterproblematik einfach nur verdoppelt hat und sich somit am Grundproblem rein gar nichts verändert hat. Mehr Klarheit zu dieser Technik und der neuen Saison braucht es kaum. Verantwortlich für diese Peinlichkeiten war übrigens Schiedsrichter Jochen Drees, welcher eben auch in den letzten Spielzeiten oft genug negativ aufgefallen war und dies natürlich ganz ohne Sanktionen. Auch daran erkennt man schön, dass die Hauptprobleme vom DFB fortgesetzt werden und man damit auch weiterhin festhalten muss, dass es genauso gewollt ist. Nach einer ersten Halbzeit, wo die Werkself doch stark an die Vorsaison angeknüpft hatte, sollte der zweite Durchgang richtig gut werden, trotzdem schaffte man aber nur noch ein 3:1, was aber vor allem auch an der angesprochenen doppelten Schiriproblematik lag. Wozu das bayerntreue ZDF nach den drei Standardtreffern und dem Support der Schiris den Bayern gratulierte, bleibt ein Geheimnis und sollte nicht auch noch über die Zwangsabgabe mit dem Namen Rundfunkbeitrag finanziert werden, denn den zahlt man angeblich auch für Unabhängigkeit. Zu Leverkusen muss noch angemerkt werden, dass Rudi Völler ein großes Problem bleibt. In 16 Jahren ohne den ganz großen Erfolg elf Trainer zu verschleißen, zeigt deutlich auf, wie verfehlt seine Arbeit ist. Mit 40 Millionen Euro Transferplus, die es laut ZDF zuletzt gab, kommt man nicht weit, wenn es um wahre Fußballfans geht, denn die haben zum Glück ganz andere Prioritäten.

Manipulation ist nun amtlich
Nachdem der Freitagabend eigentlich schon klar gezeigt hatte, wo es auch in dieser Saison wieder hingehen sollte, standen natürlich noch die meisten Auftaktspiele am Samstagnachmittag auf dem Spielplan. Hier setzte sich der Saisonauftakt nicht nur weitestgehend ziemlich langweilig fort, sondern er wurde auch gleich zum Skandal und dies lag nicht nur an der längst normalen Schiedsrichterproblematik. An dieser Stelle muss man auch direkt schon wieder Schiri Felix Brych erwähnen, der nicht nur mit einem lächerlichen Kartenspiel für ein negatives Highlight beim 0:1 zwischen dem FSV Mainz 05 und Hannover 96 sorgte. Übrigens neben dem sich fortsetzenden Protest gegen den DFB, gab es auch Widerstand der Hannoveraner Fans, denn dort brodelt es in Sachen Ausverkauf auch intern ordentlich. Kommen wir aber nun dazu, wie es zum Skandalspieltag kam und man ahnt es schon. Der Videobeweis funktionierte am Samstagsnachmittag nur teilweise bzw. gar nicht, womit die Spiele nicht unter gleichen Voraussetzungen ausgetragen wurden und damit von einer amtlichen Manipulation ausgegangen werden darf. Ein Jahr Probelauf und dann eine solche Situation unterstrich dies alles noch einmal. Es zeigte deutlich, warum sich beim DFB und der DFL ganz schnell, sehr viel tun muss, denn das Limit ist absolut überschritten. Es ist schon erschreckend, dass die Saison schon am 1. Spieltag komplett verzerrt wurde, was eben damit auch für die Tabelle gilt. Technische Probleme gab es übrigens auch beim übertragenden Staatsradio, wo man auch gleich wieder erklärte, wie die Saison verlaufen wird. Im letzten Jahr lag man damit ziemlich daneben, um zum Ende der Saison zu erklären, dass manche Medienvertreter mit ihren Prognosen ziemlich falschgelegen hätten, dabei hatte man eben nur vergessen, dass man es selbst war. Selbstverständlich sagt dies auch wieder einiges zur Qualität aus, was in Zeiten von Fake-News natürlich ein Thema ist.

Die Brausejungs werden auch in dieser Saison abgelehnt
Nach diesem skandalösen Samstagnachmittag, der in den Staatsmedien völlig verfälscht dargestellt wurde, ahnte man Böses für das vermeintliche Topspiel am Abend, wo Schalke 04 und RB Leipzig aufeinandertrafen. Aber im Verhältnis war das 2:0 ein gutes Spiel mit einem sehr guten Ergebnis, trotzdem sorgte Schiri Felix Zwayer für Fragezeichen, was bei seiner Person nicht wirklich überraschte. Sehr schön war aber auch die Choreo der Schalker, die deutlich machte, dass die Brausejungs von den Antitraditionalisten auch in ihrer zweiten Saison in der Bundesliga nicht willkommen sind. Am Sonntag, wo der Videobeweis auch wieder nervte und der mit einem 0:0 zwischen dem SC Freiburg und Eintracht Frankfurt auch wieder sehr langweilig startete, lag das Hauptaugenmerk allerdings so oder so auf der neuen Anstoßzeit. So stand um 18 Uhr nicht nur die Auslosung zur 2. Hauptrunde des DFB-Pokals an, sondern vor allem auch das Derby am Niederrhein zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln. Zur Auslosung muss man noch kurz erwähnen, dass Carolin Kebekus die Losfee gab, was irgendwie bezeichnend für den Zustand im Fußball in diesen Tagen war, denn es erinnert doch zunehmend an ganz schlechte Comedy. Die ARD machte wieder die pure DFB-Werbung und schreckte dafür auch vor einem völlig einseitigen Rückblick auf die 1. Runde des Pokals nicht zurück, was nicht mehr Glaubwürdigkeit schafft. Dies galt selbstverständlich ebenfalls wieder für das Losglück, was auch in dieser Runde erstaunlich zugeschlagen hatte. Nun aber endgültig zum großen Derby im Rheinland, wo es schon vorm Anpfiff eine erste kleine Überraschung gab, denn es blieb alles friedlich. Was davon zu halten ist, dass ausgerechnet Deniz Aytekin eine so brisante Partie pfiff, versteht sich von selbst, ist dieses Problem doch schon ausführlich behandelt worden, wobei man sagen muss, dass er für seine Verhältnisse unauffällig blieb. Die Fohlen gewann dieses letzte Spiel des Saisonstarts, wo es natürlich auch Pyro gab, mit 1:0 und dies bedeutete einen Fehlstart für die rheinische Fahrstuhlmannschaft, die doch so ambitionierte Ziele in dieser Spielzeit hat. Es bleibt nun abzuwarten, ob es nur ein Ausrutscher war. Am Ende war es ein wirklich peinlicher und skandalöser Saisonauftakt, wie ihn die Bundesliga noch nicht erlebt hatte.

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