Der BALLacker

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Leider bleibt Löw – Nach der Euro ist vor der Liga

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Längst ist die Euro 2016 in Frankreich Geschichte und in Deutschland geht es schon mehr und mehr ums Ligageschäft, was verständlich ist, war es doch eine Europameisterschaft, die man eher schnell vergessen sollte. Dies gilt natürlich nicht, wenn man Isländer, Waliser oder Portugiese ist. 24 Teams waren einfach zu viel, da waren sich einfach alle einig aber es wird wohl noch weiter aufgestockt, schließlich gibt es Kalkulationen, welche von 50 Millionen Euro Gewinn pro Team sprechen und niemand sollte glauben, dass der Sport es ist, der wirklich zählt. Auch auf diesem Gebiet konnte man schon kurz nach dem letzten Abpfiff, den es für Deutschland bekanntermaßen schon im Halbfinale gab, erleben, wie hier ebenfalls Geschichte verfälscht wurde. Keiner sprach plötzlich mehr vom festversprochenen Titel, es war auch nirgendwo zu hören, dass Bundestrainer Joachim Löw gescheitert sei. Genau dies ist aber der Fall. Den Titel in Paris zu holen, war ein Versprechen, dieses wurde nicht eingelöst, man hat sich nicht auf die Spuren der Spanier gemacht. Da kann man noch so oft erzählen, dass Löw unzählige Male im Halbfinale stand, dies interessiert in diesem Kontext nicht, denn dort gibt es keinen Titel. Die vermeintlich Mächtigen in diesem Sport, natürlich gerade auch beim DFB, wollten aber am Bundestrainer und damit an diesem Konzept festhalten. Mittlerweile ist es amtlich und er macht weiter. Was für ein Signal an die Gesellschaft. Bei solchen Vorbildern wundert nichts mehr. Es passt wieder einmal ins Bild, wird so auch weiterhin das Premiumprodukt des deutschen Vereinsfußballs forciert. Damit ist zu befürchten, dass Menschen, die eigentlich im Ruhestand sein sollten, gerne den Chancentod geben oder einfach noch nicht im Ansatz soweit sind, weiterhin für Glückssiege sorgen müssen. Zum DFB ist noch anzumerken, dass er gerade erst wieder gegen Fankultur von Dortmund bis Frankfurt vorgeht, anstatt sich mit den Unregelmäßigkeiten des bereits angesprochenen FC Bayern München zu beschäftigen. Wo so etwas in der Spitze hinführt, konnte man bei der EM in Frankreich auch sehen und zwar am Beispiel der Kroaten, wo der Riss zwischen Fans und Verband noch ein ganz anderer ist.

Packing und andere Verkaufsschlager
All dies kam bei ARD und ZDF während dem Turnier kaum rüber, was zeigt auf welcher Seite diese Sender stehen. Das Staatsfernsehen nutzte allgemein auch viele Chancen, mit denen man dort aufzeigte, warum die Zwangsabgabe namens Rundfunkbeitrag nichts mit Unabhängigkeit zu tun hat. Angefangen von vermeintlichen Experten aus dem Dunstkreis des FCB bis hin zur Dauerwerbung nicht nur für diesen Verein, sondern zum Beispiel auch für Packing, eine vermeintlich neue Waffe in Sachen Statistik und dies bei einem Turnier, was bewies, wie wenig all dies allgemein bringt. Dies war aber noch lange nicht alles. Da war der Trikothersteller, der es ganz geschickt schaffte, immer wieder, gerne auch namentlich, erwähnt zu werden, da gleich sieben seiner Trikots, wie durch Zufall, kaputt gingen. Werbestrategisch ein Meilenstein, dies muss man einräumen. So waren sogar Werbemöglichkeiten in den Rückblicken problemlos gesichert. Sicher konnte man die Euro 2016 selber nicht nennen, was eine Vielzahl von Flitzern und Pyrotechnik genauso bewiesen, wie die Fanausschreitungen, welche bis zum Finale ein Thema waren, deshalb sollte man erst einmal glücklich sein, dass es nur dabei blieb. Auch sehr angenehm muss man es nennen, dass es ein ziemlich faires Turnier war, so gab es nur drei Platzverweise und darunter nur ein direkter. Trotzdem schafften es die Schiedsrichter wieder einmal eine Leistung zu zeigen, welche einem solchen Turnier nicht gerecht wurde und auch hier war der Umgang des Staatsfernsehens phasenweise lächerlich. Oft genug gab es über 90 Minuten immer wieder Kritik, damit man am Ende ein Lob aussprechen konnte. Natürlich sagt so etwas auch einiges über journalistische Qualität und Glaubwürdigkeit aus. Das Finale selbst bot dann eine Show von Cristiano Ronaldo, die von den Medien auch noch angenommen wurde, welche einfach nur peinlich war und zeigte, welche Bühne für Selbstdarsteller dieses Turnier auch war und man muss berücksichtigen, dass hier vor allem die Vermarktung zählt. Dies ist auch ein Grund dafür, dass man nicht glauben sollte, dass der Abgang von Matthias Sammer, eben auch wieder bei Bayern München, genau am Finaltag, ein Zufall war. Mehr Publikum konnte man mit dieser Nachricht an keinem anderen Tag erreichen. All dies lässt erst einmal nichts Gutes für die Saison 2016 / 2017 in der Bundesliga erahnen aber vielleicht wird man tatsächlich einmal überrascht.

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