Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Märzmeisterschaft 2014 – Alles hat seinen Preis

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Englische Woche bedeutet, dass der 27. Spieltag am Dienstag und Mittwoch ausgetragen wurde und es sollte sich vor allem zeigen, dass alles in einem großen Ausgleich steht, was die Verantwortlichen hinter der Ware Fußball entweder noch nicht begriffen haben oder es einfach in ihrer Überheblichkeit ignorieren. Wie auch immer es sein mag, werden die Folgen deutlich zu erkennen sein, sollte sich der Kurs nicht bald ändern. Am Dienstag standen vier Partien an und es sollte spannend werden, im Norden der Republik. So gab es an der Weser einen weiteren Beweis dafür, wie schädlich Robin Dutt auch für Werder Bremen ist, denn die Bremer verloren im eigenen Stadion das Nordderby mit 3:1 gegen den VfL Wolfsburg. Große Freude hingegen anderswo im Norden, denn Eintracht Braunschweig besiegte den FSV Mainz 05 vor grandiosem Heimpublikum mit ebenfalls 3:1. Was das Thema Fans angeht, wird es später noch eine Rückkehr zu diesem Spiel geben. Als einziges Spiel an diesem Spieltag sollte das große Derby torlos bleiben. Beim Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 ging es zwar flott zur Sache aber der letzte Kick zu etwas ganz Großem fehlte auf beiden Seiten. Großes Lob konnte man auch in den etablierten Massenmedien dafür hören, dass es dort friedlich blieb und genau an dieser Stelle wird es sehr interessant. Ein paar Feuerwerkskörper, Massen an Rasierklingen und einiges mehr machte deutlich, dass die übliche Aggression durchaus vorhanden war, allerdings hielt man diese mit der wahnsinnigen Anzahl von 3.000 Polizeibeamten und 1.000 Ordnern in Schach. Dies ist eine Anzahl von Vertretern der Staatsmacht, wie es sie in Nordrhein-Westfalen bei einem Fußballspiel noch nie gegeben hat.

Fairplay ist nicht erwünscht
Eine Gesellschaft des totalen Leistungswahns, wo immer neue Rekorde her müssen, hat ihren Preis, wie man in Dortmund sehen konnte. Wo dies hinführen wird, kann man sich leicht ausmalen. Natürlich gibt es einen großen, komplexen Zusammenhang zwischen stetig steigendem Frust und Aggression und Fakten, wie denen aus Dortmund. Was es da bedeutet, dass der FC Bayern München mit einem 3:1-Auswärtssieg in der Hauptstadt von Absurdistan bei Hertha BSC Berlin so früh, wie niemand jemals zuvor, Meister wurde, ist offensichtlich. Die Märzmeisterschaft wurde im Vorfeld unter anderem durch das deutsche Staatsfernsehen, fast wie geplant, forciert und man fragt sich, wo dies in der Zukunft hinführen soll. Um bei der 24. Meisterschaft des FCB zu bleiben, so etwas braucht, unter den bekannten Vorzeichen, wirklich niemand in Deutschland oder sonst wo. Nun aber noch einmal nach Braunschweig, denn diesmal waren es die Mainzer, die hier ein nachhaltiges Feuerwerk abfackelten. Auch dieses Problem bekommen die, die meinen ihnen gehöre dieser tolle Sport ganz alleine, einfach nicht in den Griff. Dies gilt im Übrigen auch für eines der Einfalltore für Lug und Trug im Fußball, denn in dieser Woche entschieden die vermeintlich Mächtigen die Torlinientechnologie abzulehnen, womit man eine weitere Chance verpasst hat, die Möglichkeit von Schiedsrichtermanipulation zu minimieren. So spricht auch weiter alles für noch mehr Rekorde. Unendliche Profitgier gepaart mit Realitätsverlust ist eine böse Mischung. Dazu zählt auch, dass das Staatsfernsehen, seit der Verurteilung von Uli Hoeneß, selbst zur Rekordmeisterschaft, so tut, als hätte es ihn und sein Verbrechen nie gegeben. Da war es schon dumm, dass Pep Guardiola diese Märzmeisterschaft ausgerechnet dem Verbrecher widmete.

Der Rest und drei Fakten
Nachdem absehbaren Dienstagsspieltag, der Meisterschaft und der Mutter aller Derbys, ging es am Mittwochabend mit dem ganzen Rest weiter. Der erste Fakt war, dass sich die Frage, nach der Macht am Rhein wieder einmal deutlich klären sollte. Der zweite Fakt sollte sein, dass 3:1 das Ergebnis des Spieltags sein sollte, endeten doch fünf von neun Partien so. Der dritte und letzte Fakt sollte sein, dass der 1. FC Nürnberg der Sieger des Spieltags war. Aber, wie immer, der Reihe nach. 1899 Hoffenheim traf auf Hannover 96 und man trennte sich eben nicht überraschend mit einem 3:1-Heimsieg und dies allerdings nach einer Führung der 96er. Überaschender sollte es am Main zu gehen, wo Borussia Mönchengladbach gegen die Eintracht aus Frankfurt antrat und mit 1:0 verlor, womit der Grundstein in der Machtfrage des Rheinlands gelegt wurde. In diesem Zusammenhang sollte es dann natürlich auch noch ordentlich Spannung im Schwabenland geben, wo der FC Augsburg auf Bayer 04 Leverkusen traf und sich zeigen sollte, wo es in der Tabelle für Werkself hingeht und mit einem 3:1-Ausärtssieg wurde ein klares Zeichen gesetzt, was auch die Frage nach der Macht am Rhein abschließend klärte. Hochspannung erwartete man auf der einen Seite auch noch einmal ganz im Norden der Republik, wo es Abstiegskampf pur zwischen dem Hamburger SV und dem SC Freiburg gab, die bei einem 1:1 allerdings etwas ausblieb. Auf der anderen Seite, und dies kann man durchaus auch geografisch sehen, stand noch ein Kellerduell im Süden der Republik an, wo der 1. FC Nürnberg den VfB Stuttgart empfing und sich große Bewegung auftat, denn die Clubber legten einen sauberen 2:0-Heimsieg hin und schossen so in der Tabelle nach oben, während es um Stuttgart immer enger wird. Obwohl die Meisterschaft 2014 nun Geschichte ist, geht es schon am Freitag in der 1. Liga weiter und man darf sich schon darauf freuen, wie die etablierten Massenmedien krampfhaft versuchen werden Spannung aufzubauen, denn natürlich war die Märzmeisterschaft auch irgendwie geschäftsschädigend, ein klares Eigentor eben.

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