Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Neues vom großen Religionskrieg zum Rückrundenauftakt

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Und nun ist auch die Rückrunde mit dem 18. Spieltag gestartet und man muss leider festhalten, dass es ein klarer Fehlstart war und dies bezieht sich nicht nur wieder einmal auf die bekannten Unregelmäßigkeiten, welche natürlich auch am vergangenen Wochenende eine Rolle spielten. Ein immer größer werdendes Problem, auch im Oberhaus des deutschen Fußballs, spielt die Politisierung dieser Sportart. Dies ist natürlich kein ganz neues Thema aber es gab kurz vor dem Auftakt zur Rückrunde eine sehr alarmierende neue Entwicklung. Längst ist der Fußball schon zur großen politischen Bühne geworden, dies zeigte sich schon häufiger durch die große Angstmacherei in Sachen vermeintlicher Terrorgefahr, bei welcher man nur zu gerne auf den Islam verweist, in dem man von Islamismus spricht. Hier ist man selbstverständlich auch gleich beim großen Religionskrieg angelangt. Nun trennte sich in diesem Kontext  Darmstadt 98 und Änis Ben-Hatira und dies nach politischem Druck, welcher unter anderem vom hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU) kam. Nicht nur, dass man sowas in Deutschland alles schon einmal mit einer anderen Weltreligion durch hat, widerspricht es denen, die behaupten Politik hätte im Sport nichts zu suchen. Solange sich Akteure im Fußball strafrechtlich unauffällig verhalten, kann so etwas eigentlich nicht sein. Jeder der nun mit der Vorbildfunktion argumentieren möchte, sei an die Riege von Straftätern in der Führungsetage des Premiumproduktes des deutschen Vereinsfußballs erinnert, wo selbst dies keine Rolle spielt. Hier ist auch noch einmal auf die nicht unabhängige Rolle der etablierten Massenmedien zu verweisen, welche in diesem Spielchen auch wieder ordentlich mitmischten. Es scheint doch so, dass man in Sachen Politisierung, wie auch im Kontext von Vorbildern, selektiert, ob diese den vermeintlichen Machthabern und ihren Medienhelfern in den Kram passen oder nicht. Wenn Politik im Fußball solche Folgen hat und bei anderen Vereinen auch noch Ultras bestraft werden, welche sich für das Wohl ihrer Stadt einsetzen, läuft etwas völlig aus dem Ruder und man sollte sich später nicht über die Konsequenzen wundern. Dies gilt vor allem auch für Rassismus, dem mit einem Vorgehen, wie man es in Darmstadt erleben musste, sehr gut der Weg geebnet werden kann.

So sieht es im Haifischbecken eben aus
Es gibt aber nicht nur Probleme in Sachen Politik, welche den Fußball überschatten, ebenfalls nicht gut sieht es im Bereich der Wirtschaft aus und hier ins Besondere, was die völlige Kommerzialisierung dieses Sports angeht. Gerade erst wurde bekannt, dass sich die Transfersumme in Deutschland zum letzten Jahr glatt verdoppelt hat. Da versteht man gleich zum Start der Rückrunde, warum der Fußball selbst immer mehr zur Nebensache wird und es könnte natürlich auch das Problem der fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen erklären, schließlich muss im Kommerzwahn alles genau nach Plan laufen. Auch hier steht der FC Bayern München wieder in der Kritik, allerdings natürlich nicht alleine, denn längst haben sich Vereine, wie der Antitraditionsverein RB Leipzig, dazugesellt. Es sind diese Fußballunternehmen, welche, wie durch Zauberhand, natürlich auch die Spitze der Tabelle dominieren, die zu einem immer größeren Problem werden. Aber die Sache hat auch noch eine amüsante Komponente, womit man wieder bei der Führungsetage vom FCB angelangt ist. Hier regte sich zuletzt großer Protest unter anderem auch gegen die Art, wie man in China mit dem Thema Fußball umgeht. Es ist schon interessant, solange man bei den Bayern also meint, der Größte im Haifischbecken zu sein, war das Thema Kapital kein wirkliches Thema. Stellt man dann allerdings fest, im großen Ganzen doch auch kein wirklich großer Fisch zu sein und könnte somit selber ein Problem bekommen, ist das Gejammer plötzlich ziemlich groß. Auch hier bietet sich natürlich noch einmal ein Hinweis in Sachen Vorbildfunktion an. In der angesprochenen Denkweise schließt sich dann auch gleich noch ein Kreis zu den bayerischen Protagonisten auf dem Platz. Bekommt man wieder einmal Punkte durch fragwürdige Elfmeterentscheidungen geschenkt oder ermogelt sich diese durch unfaires Spiel, ist die bayerische Welt in bester Ordnung. Wehe nur, wenn ein Bayernspieler etwas härter angegangen wird, dann ist der Alarm wieder einmal richtig groß und im besten Fall wird diskutiert, wie in einer dieser fragwürdigen Politshows im Staatsfernsehen. Trotzdem bleibt hier die Hoffnung, dass man irgendwann wieder ungetrübt einfach von einem tollen Spieltag oder gar einer überragenden Saison berichten kann, denn darum sollte es doch eigentlich gehen.

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