Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Noch ein paar Zufälle in 2017

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Die Winterpause rückt auch in der Bundesliga langsam immer näher und nie war sie nötiger. Der 14. Spieltag stand aber erst einmal ganz im Zeichen der LÖWenherzen, denn am Freitag, noch bevor es in der Liga losging, stand die Auslosung zur WM 2018 in Russland an. Deutschland muss in der Gruppe F gegen Mexiko, Schweden und Südkorea ran. Von einer Freilosgruppe zu sprechen, wäre diesmal wirklich übertrieben aber eine Hammergruppe ist es tatsächlich auch nicht. Trotzdem ist Bundestrainer Joachim Löw doch etwas ruhiger und es ist auch nur noch von einem Ziel die Rede. Große Titelversprechungen hört man nicht mehr, was man so im Raum stehen lassen kann. Aber die kommende Weltmeisterschaft im nächsten Jahr kann man auch noch nicht wirklich beurteilen, denn die allerwichtigste Entscheidung fällt erst kommendes Jahr und dann weiß man, ob es den gescheiterten Videobeweis auch dort geben wird. Die Tatsache, dass diese Frage überhaupt noch im Raum steht, sagt schon viel aus, mindestens genauso viel, wie der Fakt, dass es noch entscheidender ist, als es die Gruppenauslosung war. Die große Zeit der vermeintlichen Zufälle scheint aber auch in der Bundesliga noch länger anzuhalten, wie man sehen sollte. Der Freitag war ansonsten eher mau, denn das Kellerduell zwischen dem SC Freiburg und dem Hamburger SV endete 0:0. Die Mehrheit der Spiele an einem wettertechnisch bescheidenen Samstagnachmittag  boten auf dem Papier keine großen Gründe das Haus zu verlassen. So trat das Kellerkind von der Weser gegen den Aufsteiger aus dem Schwabenland an. Man muss dort aber anmerken, dass das Spiel zwischen Werder Bremen und dem VfB Stuttgart ausverkauft war. Eigentlich hätte man bei diesem 1:0 auch eher nach Köln am Rhein pilgern sollen und nicht an die Weser, denn entscheidend war wieder die Domstadt, denn auch dort wurden Fakten durch den Videobeweis geschaffen, außerdem fehlte er beim Siegtreffer, denn es gar nicht hätte geben dürfen. Wieder war klar, dass sich auch in der Adventszeit rein gar nichts ändern würde.

Zensur in den Staatsmedien auch beim Fußball
Auch die Partie zwischen dem FC Bayern München und Hannover 96 brauchte man nicht wirklich, was wieder mehr am vermeintlichen Premiumprodukt des deutschen Vereinsfußballs lag, als an dem anderen Aufsteiger. Aus den bekannten, ablehnungswürdigen Gründen war dies ein sehr kurioser Kick, welchen man kaum werten kann aber dies gilt längst schon für die gesamte Saison. Am Ende stand ein natürlich lächerliches 3:1, womit alles lief, wie man es leider längst gewohnt ist und wie es kein Mensch braucht. So viel Zufall, wie man ihn auch dort erlebte, war schon außerordentlich merkwürdig. FSV Mainz 05 gegen den FC Augsburg  war dann auch so eine Begegnung für wirkliche Hardcorefans. Genau diese hatten die Augsburger ins ansonsten wieder reichlich leere Stadion am Europakreisel mitgebracht und die feierten in der zweiten Halbzeit beim Spielstand von 0:2 eine Entscheidung zum heimischen Stadion in Sachen Rauchfreiheit mit feiner Pyro, was ebenfalls auch wieder ein deutliches und schönes Zeichen an den DFB war. Dieses wichtige Detail wurde übrigens in der ARD zensiert, allgemein hatte man an diesem Spieltag das Gefühl, dass DFB und DFL auf die Staatsmedien eingewirkt hätten, war es doch nicht mehr im Ansatz so kritisch, wie es zuletzt noch der Fall war. Im Spiel selbst gab es dann aber noch den Anschluss durch die Mainzer, welcher aber gleich mit dem 3:1 für den FCA gekontert wurde, was auch der Endstand war. 1899 Hoffenheim gegen RB Leipzig war mit Abstand das Spiel, welches man am wenigsten brauchte. Aber die SAP-ler markierten an diesem Samstag immerhin den ersten Treffer. Somit kein guter Start für den Dosenclub aber schnell stand dann auch fest, dass das Team Brause brav für die Bayern spielte, womit Hoffenheim mit 4:0 gewinnen dürfte. Schon wieder ein großer Zufall mit dem so wirklich niemand gerechnet hatte, der aber wieder, wie erwähnt, vor allem den FCB voranbringt, wie ein Blick auf die Tabelle verrät.

Der ablehnungswürdige Videobeweis und die Langeweile
Witzigerweise gab es am Samstagnachmittag schon das Topspiel, welches angeblich immer Samstagsabends ausgetragen wird. Bayer 04 Leverkusen empfing Borussia Dortmund. Das erste von zwei Westderbys sollte auch schon gleich ein ordentliches Geschmäckle mit sich bringen, was bei einem solchen Spiel eigentlich leider nicht anders zu erwarten war. So wurde Leverkusen schon in der ersten Halbzeit aus Köln dezimiert, nachdem man 1:0 führte. Den Impuls gab der Rentner Wolfgang Stark, welcher dann von Robert Hartmann im Stadion umgesetzt wurde. Rot durch Hartman ist für B04 nun auch wirklich nichts Neues, was natürlich auch in den Bereich Zufall fällt. Es dauerte zwar noch etwas aber natürlich kam der BVB in Überzahl noch zum Ausgleich. Was für ein Trauerspiel unter den benannten Umständen, sowas hat ein so wichtiges Derby einfach nicht verdient. Außerdem wurden der Werkself so in Köln zwei Punkte genommen, was wieder für sich und gegen den Videobeweis spricht. Sollte er, wie es wohl sicher ist, nach der Winterpause weiter nerven, müsste man sich wohl noch mehr mit der erweiterten Manipulationsoption beschäftigen. Man sieht, warum man kurz vorm Ende der Hinrunde festhalten kann, dass nicht nur der Widerstand gerechtfertigt ist, sondern noch viel stärker werden muss. Zu der Langeweile, welche den Samstagnachmittag prägte, gesellte sich dann natürlich wieder Aufregung um die Schiedsrichter und eben den gescheiterten Videobeweis, was aber natürlich auch keine Einladung für diesen Sport darstellt. Die Staatsmedien scheinen eine Schlussoffensive für die Hinrunde gestartet zu haben und es gab ordentlich Lob aber man weiß, dass man es dort mit der Realität nicht so eng nimmt und eben nicht umsonst systemtreu genannt werden muss.

Drei zum Schluss
Das formelle Topspiel am Samstagabend war das zweite Westderby des Samstags, Schalke 04 gegen den 1. FC Köln. Hier machte schon weit vorm Anpfiff die Runde, dass es unabhängig vom Ergebnis wohl das letzte Spiel für Trainer Peter Stöger sein sollte. Noch vor dem ersten Anpfiff am Sonntag war es dann soweit und die Trennung am Rhein war amtlich. Das Aus für einen Trainer kann schnell kommen, ganz im Gegensatz zum Videobeweis, welcher auch einen sehr großen Anteil an den Kölner Problemen hat. An diesem Abend sollte es aber etwas anders kommen, denn diesmal hatten die Kölner Glück und konnten mit einem Handelfer samt Videobeweis, den nicht jeder bekommen hätte, den Endstand von 2:2 erzielen und so einen glücklichen Punkt mitnehmen. Dieser Punkt ist schon eine wirklich ganz große Besonderheit, denn nun sind es drei seit Saisonbeginn, eine Zahl, welche man auch mit einem einzigen Sieg holen könnte aber dies ist eine ganz andere Fußballgeschichte, vor allem in Köln. Der Sonntag begann dann, was die Spiele anging, mit der Partie zwischen Hertha BSC Berlin und Eintracht Frankfurt. Mittelfeld sorgt für Mittelmaß, so könnte man dieses Spiel kurz zusammenfassen. Kein wirklicher Leckerbissen, welcher hier zum 1. Advent serviert wurde. Das bessere Ende sollte am Ende die Eintracht haben, die mit 2:1 in der Hauptstadt siegte. Den Abschluss des Spieltags gab es dann in Niedersachsen, wo der VfL Wolfsburg auf Borussia Mönchengladbach traf. 45 Minuten, vier Tore und kein 2:2, sondern ein 2:0 für die Wölfe, zeigte schon zur Pause, warum es auch in der letzten Partie wieder ausreichend Gesprächsstoff gab und dies alles natürlich wieder mit freundlicher Unterstützung des Videobeweises. Besonders kritisch muss man es natürlich sehen, da Wolfsburg eigentlich in der 2. Liga spielen müsste, da aber schon die Relegation ein Witz war, kicken sie noch immer in der Bundesliga. In der zweiten Hälfte sah es kaum besser aus und so siegte der Verein aus der Autoskandalstadt am Ende mit 3:0. Dies half natürlich auch wieder, wie durch Zufall, dass alles weiter wirkte, als gäbe es ein schlechtes Drehbuch dahinter.

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