Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Und wieder die Sache mit der 13

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Es war ausgerechnet Freitag der 13. an dem der internationale Terrorismus auch im deutschen Fußball ankam. Es war die unvorstellbare Terrorserie von Paris, die auch das Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland (2:0) im Stade de France betraf, da sich Selbstmordattentäter, welche es glücklicherweise nicht ins Stadion schafften, davor in die Luft sprengten. Als nächstes gab es dann am Dienstag der letzten Woche die ominöse Absage des Freundschaftsspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden. Was dort in Hannover wirklich vor sich ging, wird man wahrscheinlich, wie in vielen ähnlichen Fällen auch, niemals erfahren, was natürlich große Fragezeichen hinterlässt. Fakt ist, es gab weder Sprengstoff, noch irgendwelche Verhaftungen. Und  nun das vergangene Wochenende und wieder die 13, denn es stand der 13. Spieltag an, der Spieltag, an welchem sich 2011 auch schon der renommierte Schiedsrichter Babak Rafati versuchte umzubringen. Außerdem ist der November seit dem Selbstmord von Robert Enke im Jahr 2009 allgemein mit Trauer im Kontext des deutschen Fußballs belegt. Und im November 2015? Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen soweit das Auge reichte und die Hinweise, dass keine konkrete Gefahr bestehen würde. Dies hatte man allerdings genauso auch am letzten Dienstag bis 19.08 Uhr in der niedersächsischen Landeshauptstadt kommuniziert. Man versteht, dass es auch diesmal nicht die gewohnten Spielberichte geben wird, da sich der Fokus komplett verschoben hat. Außerdem ahnte man schon vorher, wie dieses allgemeine Schauspiel, gegen welches niemand beim DFB oder der DFL etwas unternimmt, weitergehen sollte, wie vor der Länderspielpause. Dies ist selbstverständlich, gerade nach den erwähnten Geschehnissen, einfach nur erbärmlich, vor allem wenn man an die Fans appelliert, dass sie sich doch angemessen verhalten sollen. Wenn auch die vermeintliche Terrorgefahr in Deutschland im Moment das größte Problem für den Fußball ist, bleibt es, zwischen den Merkwürdigkeiten in der Bundesliga und dem DFB-Skandal ums Sommermärchen, eben nicht das einzige.

Wie hemmungslos man den Terror nutzt
Nun hat also der große Religionskrieg auch den Fußball erreicht, was nicht überrascht aber die Sache damit auch kein Stück besser macht. Der Terror von Paris, wie natürlich auch die vermeintliche Bedrohungslage in Hannover, überschatteten selbstverständlich auch den letzten Spieltag vom ersten Moment an und man rechnete ständig damit, dass irgendwas passieren sollte, was zeigt, wie sehr auch dieser schöne Sport nun leiden muss. Allgemein wird im Moment wieder viel Angst und Schrecken gestreut, denn verängstigte Menschen lassen sich einfach besser lenken, wie sich jüngst auch in Frankreich zeigte, wo die Bürgerrechte ohne breiten Protest massiv eingeschränkt wurden und man ahnt, dass es in Deutschland bald ganz ähnlich aussehen könnte. Im Land des Weltmeisters konnte man schon vorm Beginn des Spieltags äußerst bedenkliche Prozesse wahrnehmen. Verkündete man seit der Terrorserie von Paris immer wieder, dass das Leben nun weitergehen sollte, wie immer, scheint dies für den Fußball und seine wahren Fans nicht zu gelten. Ist der Aufschrei, gerade in den etablierten Massenmedien, immer wieder groß, wenn man Terror und Flüchtlinge auch nur in einem gemeinsamen Atemzug nennt, sieht dies im Bereich Pyro und Terror ganz anders aus und man vermengt es sehr gerne miteinander, obwohl es auch nichts miteinander zu tun hat. Natürlich sind Böller auch in der Bundesliga im Moment absolut nicht tolerierbar, würden sie alleine nur vom Klang her schon zu sehr an den Terror von Paris erinnern und damit natürlich auch eventuell für Panik sorgen. Eine ganz andere Baustelle sind Bengalos und dieses Thema versuchen die vermeintlich Mächtigen in diesem Sport mit ihren Medienhelfern nun auch gleich mit abzuräumen, was einfach unangemessen ist und einiges über ihr Niveau aussagt. Man könnte im Kontext Bengalos auch sagen, Licht ist Leben. Am Ende des Spieltages soll aber einfach nur stehen, dass es zum Glück verhältnismäßig friedlich und unaufgeregt geblieben ist und neben dem normalen Wahn, den man dort spieltäglich mittlerweile geboten bekommt, kein neuer dazu kam.

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