Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Voll in die Fresse beim DFB

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Die Überschrift ist in Anlehnung an die neuen sprachlichen Umgangsformen der Politiker im Land der Fußballkanzlerin zu verstehen, wo die Verrohung der Sprachen eben zum Programm gehört. Der Vorteil, man kann die Dinge noch deutlicher auf den Punkt bringen. Immer wieder am Freitag startet die Bundesliga, so auch zum 9. Spieltag und den Auftakt machten Schalke 04 und der FSV Mainz 05. Aber schon vorher war es sehr interessant und äußerst peinlich für den DFB, womit es dort immer schlimmer wird. Man hat schon genug Probleme mit dem Videobeweis, der dafür sorgt, dass die Liga kaum noch etwas mit sportlichen Entscheidungen zu tun hat, wie auch das letzte Wochenende wieder sehr deutlich zeigen sollte. Die wahren Fans hat man auch schon längst wieder verprellt, so dass der Widerstand weiter wächst. Jetzt dann auch noch 19 Millionen Euro Steuernachzahlung, der nächste Tiefschlag für den Verband. Übrigens ein weiterer Beweis dafür, dass aller Widerstand gerechtfertigt ist. Außerdem wurde dem DFB für 2006 die Gemeinnützigkeit aberkannt, was das Sommermärchen, die WM 2006 in Deutschland, noch deutlicher zu einem Schauermärchen macht. Man darf gespannt sein, wie DFB-Boss Reinhard Grindel auch noch aus dieser Nummer rauskommen will. Im Notfall kann er einfach bei Uli Hoeneß anrufen, der ist schließlich Spezialist in Steuerfragen. Der dunkle Fleck auf seiner Amtszeit ist nun noch einmal ein ganzes Stück mächtiger geworden, so viel steht auch fest. Dies gilt übrigens auch für den internen Schiedsrichterkrieg, der so viel in Sachen Schiedsrichterproblematik  in der Liga erahnen lässt und gerade fleißig weiter eskaliert. Dies zur Basis dieses Spieltags und nun auf den Platz. Schalke 04 gewann ein sportlich eher ödes Spiel mit 2:0, dafür war es umso emotionaler neben dem Platz, denn man gedachte dem viel zu früh verstorbenen Ultra Fabian mit verschiedenen Aktionen, wie zum Beispiel einer großartigen Choreo. In diesem Zusammenhang wurde sogar Pyro toleriert, was man eigentlich selbstverständliche nennen sollte, es aber leider eben nicht ist.

Der Derby-Hammer
Am Samstagnachmittag standen aus den bekannten Ausverkaufsgründen wieder nur vier Spiele auf dem Plan aber immerhin auch ein wahres Topspiel und zwar ein Derby am Niederrhein. Borussia Mönchengladbach trat gegen Bayer 04 Leverkusen und man kann nur sagen, was für ein Hammer dies war. Es begann wenig überraschend mit einem 1:0 für die Fohlen, womit es auch in die Halbzeitpause ging. Danach sollte sich allerdings alles ändern und es begann ein Torfestival der Leverkusener, was einfach nicht mehr enden wollte und somit nur durch den Schlusspfiff gestoppt werden konnte. Am Ende war die Werkself mit einem 5:1-Sieg der glasklare Derbysieger. So muss es sein und dann am Besten nicht nur im Derby, denn so wird man dann auch endlich wieder den Ansprüchen gerecht. Ein weiteres, heiteres Spielchen gab es am Main, wo Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund antrat. Es begann erst einmal mit ordentlich Frankfurter Pyro und den üblichen, inakzeptablen Beleidigungen im Staatsradio, wobei das Thema Verrohung der Sprache eine Menge zulässt, wie bereits festgestellt wurde, man darf sich dann nur in diesem Teil der Medien nicht über das Echo aufregen. Sonst sah es ein bisschen so aus, wie es gerade vom Niederrhein berichtet wurde. Es begann mit einem klaren 2:0 für den BVB aber dann war es auf einmal nur noch ein 2:2, womit es am Main nicht ganz gedreht wurde aber trotzdem voll ins Drehbuch der bayerischen Fußballsoap passte, wie man später am Abend noch deutlicher erkennen sollte. All dies mag sich gut verkaufen lassen, wobei auch dies bezweifelt werden darf, nur die wahren Fans bekommt man mit sowas nicht auf seine Seite. Bleiben wir aber noch beim Nachmittag und anderen Dingen, welche dem Fußball schaden und kommen so zu RB Leipzig gegen den VfB Stuttgart. Es war keine Überraschung, dass die Staatsmedien, wie so oft in letzter Zeit, wieder den Schwalbenkönig Timo Werner feierten, ansonsten war es allgemein ein eher schwacher Kick und die Antitraditionalisten braucht im Oberhaus des deutschen Fußballs so oder so niemand, deshalb kann man sich getrost auf das Ergebnis beschränken und dies lautete 1:0.

Nächster Teil der langweiligen Fußballsoap aus Bayern
Kein Hammerspiel war FC Augsburg gegen Hannover 96, wobei das Schema irgendwie bekannt war, denn der FCA ging mit 1:0 in Führung und am Ende siegten die 96er mit 2:1. Dieser Sieg hatte aber leider ein Geschmäckle, was an Schiri Sascha Stegemann und auch wieder einmal am Videobeweis lag, womit die Samstagsnachmittagsspiele dann auch schon durch waren und dies am Ende natürlich wieder unter den bekannten, negativen Vorzeichen. Womit man an dieser Stelle auch perfekt zum Abendspiel überleiten kann. Das Topspiel am Abend war so etwas selbstverständlich mal, allerdings ist dies schon unendlich lange her. Damit war klar, was man vom Hamburger SV gegen den FC Bayern München zu erwarten hatte. Im Rahmen der bereits angesprochenen großen Show des vermeintlichen Premiumproduktes des deutschen Vereinsfußballs, wo Jupp Heynckes jetzt die Hauptrolle spielen darf, blieb es gewohnt lächerlich. Im Vorfeld wurde eigentlich nur über die Höhe der Klatsche für den HSV philosophiert. Irgendwas lief allerdings offensichtlich schief, denn die Realität sah wieder einmal ganz anders aus, was wiederum zeigte, dass Heynckes nicht wirklich was verändert hat. Ein mageres 1:0, mehr gab es nicht und dies auch erst nachdem Schiedsrichter Marco Fritz die Hamburger kurz vorm Ende der ersten 45 Minuten dezimiert hatte. Eine weiteres spielentscheidendes und lächerliches Präsent für den FCB und so gab es die nächste zwei Punkte geschenkt. Ganz die gewohnten Bayern eben und so bleibt die riesige Spanne zwischen dem in der Öffentlichkeit verkauften Bild und der Wirklichkeit. Diese wird natürlich noch größer, wenn man alle Schiedsrichtergeschenke zusammenrechnet. Einfach nur peinlich aber passend auch zu dieser Saison. Zwischenfazit zu diesem Zeitpunkt war, dass man wieder so tun konnte, als hätte die Bundesliga irgendwas mit sportlicher Spannung zu tun, war Dortmund doch nun nur noch ganz oben in der Tabelle, weil sie ein etwas besseres Torverhältnis aufwiesen. Jeder merkt doch ganz deutlich, in welche Richtung auch diese Saison wieder gesteuert wird. Außer einem Hoch auf den Widerstand, fällt einem deshalb auch kaum etwas ein.

Kellerkinderspielplatz unterm Dom
Der Sonntag begann wieder ungemütlich früh, was dem bereits kritisierten Kommerzwahn geschuldet war. Immerhin startete es mit einem Schicksalsspiel am Dom, wo der 1. FC Köln auf Werder Bremen traf, die beiden absoluten Kellerkinder dieser Saison. Positiv gesprochen kann man sagen, dass beide Mannschaften einen Punkt holten, realistischer ist allerdings, dass das 0:0 passend war und die Probleme im Keller noch größer werden ließ. Was die Domstädter angeht, hat all dies natürlich nichts mehr damit zu tun, was man vor der Saison noch erreichen wollte. Nach diesem Spiel zum Abhaken ging es im Breisgau weiter, wo der SC Freiburg auf Hertha BSC Berlin traf. Dort an der Dreisam sollte sich dann noch einmal sehr ausführlich zeigen, wo das Problem im Fußball ist. Die wichtigsten Namen in diesem Zusammenhang waren dort Guido Winkmann, denn er gab den Schiedsrichter auf dem Platz und Felix Brych, der den Videoschiedsrichter in Köln gab. Man ahnt schon, dass dies wieder ein Skandalspiel geben sollte und so kam es denn auch. Ganze drei Elfmeter gab es und dies eben mit ordentlich Videobeweis garniert und einem 1:1 am Ende, da die Hertha ihren ersten Elfer nicht verwandelte. Dafür gab es kurz danach aber noch einen, der dann zum angesprochenen Ausgleich führte. Man versteht leicht, dass sowas mit Sport eigentlich gar nichts mehr zu tun hat. Am Ende gab es dann noch das Treffen zwischen dem VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim, wohlgemerkt stand mit den Wölfen ein Team auf dem Platz, welches unter normalen Umständen gar nicht in der Bundesliga spielen würde aber unter den bekannten Umständen ist eben vieles möglich. So überraschte es auch nicht, dass auch in Niedersachsen das lustige Elfmeterschießen weiterging aber auch der VfL verschoss und so ging es torlos in die Pause. Schiedsrichter in der Autoskandalstadt war übrigens Felix Zwayer. Nach der Pause gab es dann den nächsten Elfer, diesmal für 1899, der dann aber zum 0:1 führte, womit bis dahin alle Tore am Sonntag durch Elfmeter fielen. Dann gab es auch noch eine dieser unerklärlich langen Nachspielzeiten und da konnte der VfL nach einer Ecke noch ausgleichen. Mit diesem 1:1 war der Skandalsonntag perfekt und die Probleme des DFB gleich noch größer.

Pfeiff das Spiel an und setz den ersten Kommentar

Du hast den Ball