Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Vollgas kurz vorm Saisonende

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Es bleibt schon alles sehr faszinierend im Fußball und dies gilt natürlich vor allem wieder für den FC Bayern München. Bis zum vergangenen Dienstag zählte beim Premiumprodukt des deutschen Vereinsfußballs in der letzten Saison von Pep Guardiola nur der große internationale Titel, daran sollte sein Zwischenspiel beim FCB festgemacht werden. Nun hat der Spanier es tatsächlich geschafft, zum dritten Mal in Folge im Halbfinale gegen eine Mannschaft aus seinem Heimatland auszuscheiden, deutlicher kann man Versagen nicht aufzeigen, sollte man also meinen. Plötzlich ist aber alles ganz anders und dieses Titelversagen rückt in den Hintergrund und die bayerntreuen Medienvertreter taten gerade so, als ob der Sieg der Champions League auch nie so wichtig gewesen wäre und das wirklich wichtige nur der Rekord in der Liga sei. So blieb noch dieser mögliche große Erfolg, ein weiterer Bayernrekord, zum vierten Mal nacheinander den Meistertitel in der Bundesliga zu holen. Leider muss hier jeder unabhängige Beobachter, welcher über mathematische Grundkenntnis verfügt, feststellen, dass dieser Rekord nur auf dem Papier besteht und wenig mit sportlicher Leistung zu tun hat, dafür sehr viel mit Schiedsrichterleistungen, was manch einen veranlassen könnte, hier nicht von einem neuen Rekord zu sprechen. Bevor es zum 33. Spieltag direkt geht, der traditionell wieder komplett nur am Samstagnachmittag ausgetragen wurde,  soll dazu angeregt werden, sich zu überlegen, welch riesiger Hype um Pep gemacht wurde und was am Ende tatsächlich blieb. Eine große Show, Entertainment, leider alles Dinge, welche mit begeistertem und ehrlichem Sport sehr wenig zu tun haben. Der komplette Spieltag begann relativ ruhig, erst nach gut 15 Minuten sollte Fahrt aufgenommen werden und es sollte erwartungsgemäß ein Spieltag mit den bekannten Problemen werden, womit man auch gleich mit den Bayern weitermachen kann, die beim FC Ingolstadt antraten. Dort ging das Premiumprodukt im deutschen Vereinsfußball dann mit einem Elfer in Führung. Es gab viele Gründe, warum man darüber nicht mehr überrascht war und schon gar nicht, wenn die Schanzer beteiligt sind. Florian Meyer, der den Schiedsrichter gab, rundet das Bild dann ab. Nachdem die Bayern dann, wie man es schon so oft gesehen hatte, durch einen Standard auf die Siegerstraße gerieten und sie danach noch das 2:0 erzielten, gab es den nächsten Elfer, diesmal für den FCI, der so zum 2:1-Endstand führte. Der FC Bayern lieferte wieder die bekannte Leistung ab und zeigte so, warum sie unter sportlichen Aspekten selbstverständlich kein würdiger Meister sind und warum Gratulationen auch hier natürlich wieder ausbleiben.

Der Schiedsrichterwahn
Somit war der FC Bayern München Meister, was letztendlich aber schon solange feststand, dass es eigentlich keine ernstzunehmende Nachricht mehr war. Kommen wir somit zu Borussia Dortmund, die den Hinterherläufer geben dürften und bei Eintracht Frankfurt ran mussten. Der BVB sollte tatsächlich in Rückstand geraten, womit man quasi einen doppelten Boden für diese bayerische Meisterschaft eingezogen hatte, anders kann man es nicht nennen, nachdem was die Dortmunder bisher gezeigt hatten. Der BVB wäre schon in der ersten Halbzeit wieder rangekommen aber ein ganz klarer Treffer wurde merkwürdigerweise nicht gegeben, womit die Vermutung schon nach 45 Minuten untermauert wurde, wer bis zum letzten Spieltag den Ausschlag geben sollte, in diesem Fall namentlich Daniel Siebert. Unabhängig von dem wahren Wahn, der sich mittlerweile in Sachen Schiedsrichterproblematik ausgebreitet hat, muss man aber auch festhalten, dass Thomas Tuchel nie den letzten Biss hatte, die Bayern an der Meisterschaft zu hindern und da passte diese 0:1-Niederlage am Main irgendwie ins Bild. Ein wahres Juwel, wenn es um den gerade angesprochenen Wahn geht, bleibt natürlich Phantomtorschiri Felix Brych, der die Partie zwischen Hertha BSC Berlin und Darmstadt 98 leitete und so Einfluss auf den Abstiegskampf und das große internationale Geld nahm. Dies wurde auch gleich mit einer ganzen Reihe von Fehlentscheidungen deutlich und man ahnte, warum Torkameras und ähnliches in diesem Sport keine Probleme lösen. Solange Schiris weiterhin so agieren dürfen und nicht sanktioniert werden, geht es, egal welche Technik noch kommen mag, immer so weiter. So wunderte es auch nicht, dass im Berliner Olympiastadion das Spiel am Ende auch noch auf den Kontrollverlust zusteuerte und dies mit einigen Karten und auch noch einem Platzverweis. Immerhin gewannen die Lilien mit 2:1 und sicherten sich so den Klassenerhalt, eine der wenigen positiven News dieser Saison. Bis jetzt merkt man schon, dass einiges in Sachen Schiedsrichter los war und ist nicht erstaunt, dass es auch noch ein Skandalspiel gab. Felix Zwayer, der allgemein schon der größte Skandalschiri dieser Saison ist, baute diesen Titel in der Domstadt noch aus. Der 1. FC Köln empfing Werder Bremen und diese massiv abstiegsgefährdete Mannschaft bekam direkt einmal einen klaren Treffer nicht anerkannt. Man ahnt, dass auch dieser Fehltritt, welcher massive Folgen für die Jungs von der Weser haben könnte, wieder ohne Sanktionen für ihn bleiben wird. Man fragte sich dann in der zweiten Halbzeit, ob Zwayer sich bei den Bremern entschuldigen wollte, gab er den Kölner doch einen klaren Elfer nicht. Dieser Mann bleibt unfassbar und es bleibt unverständlich, dass er immer noch aktiv sein darf. So blieb am Ende ein torloses Unentschieden, welches man tatsächlich nicht der Kölner Spielweise anlasten konnte.

Die Derbys und die Trauer
Das letzte große rheinische Derby der Saison stand am Niederrhein an und Borussia Mönchengladbach traf dort auf Bayer 04 Leverkusen und sollte mit 2:1 siegen. Trotz sommerlicher Hitze war es kein sonderlich heißes Derby. Leverkusen bekam einen klaren Handelfer nicht, was vielleicht noch einmal einiges verändert hätte aber irgendwie passte es auch ins Bild des Spieltages und so sorgte auch Bastian Dankert mit dafür, dass die Bundesliga auch am vorletzten Spieltag nicht glaubwürdiger wurde, was nach dem Saisonverlauf auch kaum möglich war. Derbys verlieren, ist nie toll und solche Aktionen machen es nicht besser, auch wenn es keinen Einfluss mehr auf die Tabelle für die Werkself hatte und die Sache mit der Macht am Rhein auch schon abschließend geklärt war. Das zweite Derby des Tages, das Nordderby zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg war dann noch schlechter, als es der Kick vom Rhein war. Die Wölfe siegten mit 1:0 und am Ende sollte dies bedeuten, dass beide Teams irgendwie für diese Saison durch waren. Der HSV verpasste es mit dieser Niederlage ein passendes Geschenk zum Hafengeburtstag zu liefern aber immerhin vermieden sie so auch das Relegationstripple. Nur am Rand sei erwähnt, dass Schiri Benjamin Brand den Hanseaten einen Elfer klaute und auch sonst keinen überzeugenden Eindruck machte. Auch in der Begegnung zwischen Schalke 04 und dem FC Augsburg kommt man nicht ohne die Erwähnung des vermeintlich Unparteiischen aus, denn hier sorgte Christian Dingert für manch fragliche Entscheidungen. Zum Schluss stand ein 1:1, welches S04 schmerzte und den FCA rettete. Hannover 96 kämpfte weiter gegen den Abstieg, würde man wohl sagen, wenn sie nicht schon längst abgestiegen wären, so machten sie mit ihrem 1:0-Heimsieg natürlich 1899 Hoffenheim ihren Abstiegskampf nicht leichter, wobei sie das Glück hatten, dass der Rest für sie spielte und sie so auch weiterhin im Oberhaus bleiben können. Es war aber leider nicht nur der Heimabschied aus der Bundesliga für H96, denn gerade erst kam ein weiterer Jungprofi, der in Niedersachsen spielte, bei einem Autounfall ums Leben. Niklas Feierabend wurde nur 19 Jahre alt und es traf wieder den Verein, wo die Fans noch immer das Schicksal von Robert Enke vor Augen haben. Die Szenen des Abschieds zeigten auch diesmal wieder, wie viel Herz in den wahren Fans dieses tollen Sports steckt.

Die Medienhetze ist längst wieder unerträglich
Ein Spiel in Sachen Abstiegskampf fehlt noch und zwar die Partie zwischen dem VfB Stuttgart und dem FSV Mainz 05. Die Stuttgarter verspielten eine 1:0-Führung und verloren tatsächlich noch mit 1:3. Dies lag vor allem wieder einmal an der eigenen Leistung, man muss aber auch noch einmal darauf hinweisen, dass Robin Dutt noch immer Sportvorstand ist und hätte man sich ein wenig in seiner Vita umgesehen, hätte man gemerkt, dass einige andere Vereine mit Erfolg die Reißleine vorher gezogen hatten. In diesem Verein laufen eben schon viele Dinge etwas länger falsch und da ist es nur natürlich, dass die Frustrationsgrenze der Fans immer weiter sinkt. Folge für das letzte Heimspiel der Schwaben in dieser Saison war ein Platzsturm. Die Hetze der etablierten Massenmedien in diesem Kontext ist natürlich nicht hinnehmbar, vor allem nicht, wenn man auf der anderen Seite ständig noch ein Lob für die so vieles beeinflussenden Schiedsrichter findet, denn auch in diesem Spiel zeigte der Mann an der Pfeife, der in diesem Fall Deniz Aytekin war, seine bekannte, oftmals inakzeptable Leistung. Die vermeintlich unabhängigen Medien sollen auch das letzte Thema dieses Berichts sein. Erklärte zum Beispiel der Bremer Radiosender der ARD beim letzten Heimspiel von Werder noch die Nutzlosigkeit der Ultras, was sich auch gleich auf die Stuttgarter mit bezog, kann man so etwas durchaus eine klare Kampfansage nennen und man ahnt, wie auch dieser Teil der Medien mit möglichen Antworten umgeht. Gerade nach einem Spieltag, der wieder so deutlich zeigte, was mit der Schiedsrichterproblematik gemeint ist, nahm sich das Staatsfernsehen dann auch noch tatsächlich die Frechheit heraus, die Schiedsrichter in Schutz zu nehmen. Dies ist nicht nur erbärmlich, sondern auch nicht würdig, um eine Zwangsabgabe namens Rundfunkbeitrag zu rechtfertigen. Dann auch noch höchst suggestiv auf den angesprochenen Platzsturm einzugehen, um ein Bild zu schaffen, welches von Spielen etc. nicht geteilt wurde, schlägt dem Fass den Boden aus. Übrigens zeigte sich das hier ausführlich beschriebene Schiriproblem ebenfalls in den entscheidenden Spielen der 3. Liga, welche vorher ausgetragen wurden, was beweist, wie weitreichend diese Problematik ist. Was das Verhalten des angesprochenen Teils der Medien angeht, ist es diese Art, die in letzter Zeit ein bisschen nachgelassen hatte, was sich vor allem auch auf die Beschimpfungen von Fans im Zusammenhang mit Pyro bezieht, die nun wieder durchschlägt. Die erneute Verschärfung dieser Tonart, die man nun erleben muss, wird nicht für mehr Frieden im Fußball sorgen, auch dies sollte denen bewusst sein, die solche, oftmals sinnfreien, Kommentare abgeben und natürlich auch denen, die so etwas senden.

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