Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Vor 50 und vor 25 Jahren

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. In diesem Jahr feiern einige Fußballvereine aus der ehemaligen DDR ihren 50. Geburtstag und dafür gibt es einen ganz einfachen Grund, den man hier natürlich auch erfährt.

Am vergangenen Wochenende war es soweit und auch der F.C. Hansa Rostock feierte mit einer großen Choreo und ordentlich Pyro gegen den VfL Osnabrück den 50. Geburtstag. Fußballerisch war diese torlose Partie wohl eher kein großes Geburtstagsgeschenk.

Hansa Rostock oder auch einfach der FCH hat rund 10.500 Mitglieder und eine wirklich interessante Geschichte, welche untrennbar mit dem SC Empor Rostock und der Sportpolitik der damaligen DDR verbunden ist. Gegründet wurde der F.C. Hansa als Fußballclub Ende Dezember 1965, wobei die Geschichte eigentlich etwas länger zurückreicht.

Im Jahr 1954 wurden in den meisten Bezirken der ehemalige DDR, im Rahmen der Leistungssportförderung, Sportclubs gegründet, welche im Gegensatz zu den breitensportorientierten Betriebssportgemeinschaften (BSG) zu leistungssportlichen Zentren ihrer jeweiligen Region und ihrer zentralen Sportvereinigung gemacht wurden.

In Rostock wurde im November 1954 der SK Empor Rostock mit Sektionen für sieben Sportarten gegründet und bald schon in SC Empor Rostock umbenannt. Nun wurde im Sommer des gleichen Jahres das Ostseestadion in Rostock fertiggestellt, allerdings schaffte man es zu diesem Zeitpunkt nicht, ein konkurrenzfähiges Team aus der Region zusammenzustellen. Ein allgemeines Problem im Norden der DDR zu dieser Zeit, was dazu führte, dass die Meisterschaft meist unter sächsischen Clubs ausgespielt wurde.

Um dies zu ändern, delegierte man die BSG Empor Lauter aus Sachsen noch während der laufenden Saison nach Rostock. Schon ein Jahr zuvor ging man so mit Vorwärts Leipzig um, die man nach Berlin delegierte. Man kann sich vorstellen, dass eine solche Verpflanzung eines Fußballclubs an verschiedensten Stellen, von Spielern über Anwohner bis hin zu Anhängern dieses Sports, zu Problemen führte.

Dann kam der angesprochene Dezember 1965 und fußballerisch sollte es für den SC Empor Rostock zu Ende gehen, denn es kam zur Unterzeichnung der Gründungsurkunde, mit welcher die Rostocker Fußballabteilung aus dem Gesamtverein Empor entfernt wurde und der F.C. Hansa Rostock als reiner Fußballclub gegründet wurde.

Die Sportführung der DDR wollte mit diesem Schritt Leistungszentren nur für den Fußball etablieren, der so eine Sonderstellung im Leistungssportsystem in Ostdeutschland bekam. Gut eine Woche zuvor wurde in diesem Rahmen bereits der 1. FC Magdeburg als erster Fußballclub gegründet. Zum Beginn des Folgejahres folgten Fußballclubs aus Berlin, Cottbus, Chemnitz, Erfurt, Halle und Leipzig.

So wurde die Geschichte des Fußballs in der DDR natürlich nachhaltig verändert und zum Ende dieser Geschichte holte der FCH 1991 das Double und fuhr so die letzte Meisterschaft der DDR ein und holte dort auch den letzten Pokal, bevor es im wiedervereinigten Fußballdeutschland weitergehen sollte und dies auch sehr erfolgreich.

Hansa Rostock ist bis zum heutigen Tage die erfolgreichste Fußballmannschaft aus der ehemaligen DDR im Deutschland nach der Wende, so bringen sie es auf 12 Spielzeiten in der Bundesliga.

Mittlerweile gehören aber auch solche Erfolge der Geschichte an. 2012 stieg der FCH zum zweiten Mal nach 2010 aus der 2.  in die 3. Liga ab, wo sie aktuell schlichtweg ums Überleben kämpfen.

Pfeiff das Spiel an und setz den ersten Kommentar

Du hast den Ball