Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Weitere Chancen verpasst

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Natürlich hat sich in der Länderspielpause nichts getan, dass die Stimmung in der Bundesliga zu mindestens ein bisschen besser wird, eher das Gegenteil war der Fall. Jetzt ermittelt auch noch die FIFA gegen den DFB, was man dort schlichtweg selber zu verantworten hat, schließlich will man dort die Eskalation. Der 3. Spieltag zeigte auch wieder, dass es einfach nicht besser werden wird, womit hier auch diesmal nicht auf jedes Spiel im Detail eingegangen werden muss, denn es lohnt einfach nicht. Schon am Freitagabend zeigte sich dann unter Schiedsrichter Deniz Aytekin, dass alles weitergeht, wie man es schon in der letzten Saison nicht sehen wollte. Der Hamburger SV empfing RB Leipzig und die Antitraditionalisten siegten mit 2:0. In diesem Spiel fiel auch Schwalbenkönig Timo Werner wieder negativ auf und sorgte für viel Unmut, trotzdem macht das Staatsfernsehen einen riesigen Hype um ihn. Diese Art, wenn es um den Dosenclub geht, zeigt natürlich, wie die ARD wirklich zur Kommerzialisierung des Fußballs steht. Spätestens am Samstag wurde auch klar, was der Preis für den Ausverkauf sein wird, denn bei den normalen Spielen, die es in großer Stückzahl auch am Samstagnachmittag wieder gab, waren die Ränge nicht wirklich voll. Längst ist es sogar so gravierend, dass es selbst in den Staatsmedien erwähnt wird. Die Mehrzahl der Spiele vom Wochenende rechtfertigten allerdings auch, dass man sie nicht schaute.

Grindel und die Glaubwürdigkeit
Der Videobeweis machte all dies auch am vergangenen Spieltag noch schlimmer. Durch diese Technik, welche auch am Samstag wieder für Geschmäckle sorgte, gab es nun auch den ersten Platzverweis und zwar beim 0:0 zwischen dem SC Freiburg und Borussia Dortmund. Da die Breisgauer es waren, die dezimiert wurden, sagt dieses Ergebnis doch sehr viel über die Leistung der Dortmunder aus und die sind Tabellenführer. Beim Spiel zwischen dem FC Augsburg und dem 1. FC Köln, wo es am Ende 3:0 stand, sorgte nicht nur der Videobeweis für Unmut, sondern ebenfalls richtig bittere Fakten für die Kölner. So muss man am Ende der Tabelle in der Domstadt nun von einem ordentlichen Fehlstart sprechen. Ähnlich sieht es auch für Bayer 04 Leverkusen aus, die beim FSV Mainz 05 ran mussten. Die 05er siegten mit 3:1, was noch einmal unterstrich, dass das Management der Werkself schon lange gescheitert ist und endlich gehen sollte, was man ihnen wohl noch deutlicher machen muss. Nach so viel Langeweile, welche die ersten Zweidrittel des Spieltags bis zu diesem Punkt boten, muss man noch auf DFB-Chef Reinhard Grindel zu sprechen kommen, denn der bekam in der ARD wieder eine Plattform und äußerte sich auch zum Thema Glaubwürdigkeit, was schon an Comedy grenzte. Man weiß, wie es bei ihm selbst bei diesem Thema aussieht, das Stichwort heißt an dieser Stelle Dialogbereitschaft.

Das falsche Derby
Selbst das Derby in Niedersachsen zwischen dem VfL Wolfsburg und Hannover 96 konnte nicht überzeugen und war ebenfalls nicht ausverkauft, was für sich spricht. Eigentlich hätte Hannover auch eher gegen Eintracht Braunschweig im Niedersachsenderby ran gemusst, gegen die sich die Wölfe durch die Relegation gemogelt hatten. In der Autoskandalstadt gab es übrigens ein 1:1. Man merkt, das Mogeln scheint auch in dieser Spielzeit ein wichtiges Mittel zu werden, wo der Videobeweis bestens zu passt. Zur neuen Technik sei noch kurz angemerkt, dass diese auch weiterhin nicht fehlerfrei läuft, was den ganzen Skandal noch größer werden lässt. Natürlich ist unter solchen Vorzeichen auch die Tabelle immer relativ zu sehen. Übrigens versucht das Staatsfernsehen den angemessenen Protest, den es auch weiterhin gegen den DFB gibt, soweit es möglich ist, zu verschweigen, was sich schon bei den ersten Berichten wieder zeigte und es gab auch diesmal feine Aktionen über die man hätte berichten müssen. Mit unabhängigem Journalismus hat dies natürlich nichts zu tun und wird wohl für noch mehr Ablehnung gegenüber diesem Teil der Medien sorgen, was man unter diesen Umständen nur gerechtfertigt nennen kann. Damit kann man perfekt zum so genannten Topspiel kommen, denn am Samstagabend trafen 1899 Hoffenheim und der FC Bayern München aufeinander und hier sollte es eine kleine Überraschung geben, denn die SAP-ler gewannen tatsächlich mit 2:0. Man musste doch schmunzeln, dass sich ausgerechnet das Premiumprodukt des deutschen Vereinsfußballs vom Schiedsrichter benachteiligt fühlte. Wenn ein Verein kein Recht dazu hat, sich zu diesem Thema zu äußern, ist es definitiv der FCB. Es gilt dann doch eher darauf hinzuweisen, dass Thomas Müller auch weiterhin ein großes Problem bleibt, wie es ebenfalls in dieser Partie deutlich wurde.

Eher keine Frauensache
Der Sonntag begann in der Hauptstadt mit einem weiteren Novum, denn Bibiana Steinhaus pfiff ihr erstes Bundesligaspiel und zwar Hertha BSC Berlin gegen Werder Bremen und es endete 1:1. Der Hype darum wurde schon seit Wochen immer größer gemacht, dabei schien es oftmals so, als sei es vor allem eine Werbeaktion für die Schiedsrichter ganz allgemein. Genau diese Berufsgruppe braucht natürlich auch irgendwelche Schlagzeilen, welche vom spieltäglichen Versagen ablenken, von dem man kaum noch glauben kann, dass es sich dabei um Zufall handelt. Steinhaus hatte aber schon im Vorfeld ihres Debuts, vor einigen Wochen bei den Bayern, gezeigt, dass sie genauso tickt, wie ihre männlichen Kollegen, womit man auch mit ihr nicht wirklich an eine Verbesserung dieser Situation glauben kann. Ganz zum Schluss trennten sich dann noch Schalke 04 und der VfB Stuttgart mit 3:1, natürlich mit Geschmäckle und Einfluss durch den Videobeweis. Auch dieses Spiel wurde wieder zur neuen, nervigen Anstoßzeit um 18 Uhr angepfiffen, eine weitere Neuerung in dieser Saison, die niemand haben möchte und die auch zeigt, warum der DFB in diesen Tagen viele Baustellen hätte, wenn er an einer Deeskalation interessiert wäre. Nun hat aber der noch junge Saisonverlauf schon deutlich gezeigt, dass dieses Interesse beim Verband nicht gegeben ist und man sich dort nachher nicht überrascht zeigen sollte, wenn man mit den Folgen zu kämpfen hat und genau diese werden auftreten. So muss man festhalten, dass es sehr schade ist, dass die Bundesliga auch am Wochenende wieder ein Trauerspiel war.

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