Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Wenn das Topspiel wieder enttäuscht

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Dieser 25. Spieltag, welcher, wie die letzten auch, vom Kommerzwahn geprägt war, fand so  diesmal nur am Samstag und Sonntag statt und es sollte allgemein ordentlich zur Sache gehen. Aber irgendwie waren erst einmal alle Augen nur auf das Samstagabendspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München gerichtet, denn es sollte angeblich ein sehr ausschlaggebendes Spiel werden, da das Premiumprodukt der Liga überraschenderweise unter der Woche gegen den FSV Mainz 05 verloren hatte. Zum vermeintlichen Topspiel am Samstagabend gibt es später mehr, denn zuvor standen sechs weitere Begegnungen am Nachmittag an, darunter ein Nordderby, welches auch gleich ein Abstiegskrimi war. Werder Bremen empfing Hannover 96 und natürlich war es spannend zu sehen, was Felix Zwayer dort machte, der zuletzt mit einem nie dagewesenen Skandalspiel in Leverkusen negativ auffiel aber ohne jegliche Konsequenzen weitermachen dürfte. Er war diesmal allerdings verhältnismäßig unauffällig. Umso auffälliger war dafür das Ausrufezeichen, welches die Jungs von der Weser mit ihrem 4:1-Sieg setzten. Dank des eben angesprochenen Skandalspiels von Zwayer trat Bayer 04 Leverkusen beim FC Augsburg wieder ohne Trainer Roger Schmidt an, der noch immer gesperrt ist. Schmidt fuhr 30 Minuten vor dem Anpfiff übrigens von Augsburg nach München zum Flughafen, um nach Spanien zu fliegen und einige Stunden später das Spiel des nächsten Gegners auf europäischer Ebene zu sehen. So bekam er natürlich nicht mit, dass die Werkself in einem Wahnsinnsspiel durch ein Augsburger Eigentor und einen Elfer in letzter Minute das Spiel noch auf ein 3:3 drehte und abermals vom Schiri, der diesmal Markus Schmidt hieß, benachteiligt wurde. Man muss aber berücksichtigen, dass so trotzdem nicht nur die Probleme des Trainers immer größer wurden, welche auch durch seinen Kurztrip nach Spanien nicht weniger wurden, sondern vor allem auch die von Rudi Völler, dessen Schicksal eigentlich an das von Roger Schmidt gekoppelt sein sollte. Obwohl Leverkusen abermals Punkte geklaut bekam, hetzten die Staatsmedien weiter gegen den Leverkusener Trainer, was natürlich nicht hinnehmbar ist. Um noch etwas beim Thema Skandalspiel zu bleiben, stand auch noch das Westderby zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 unter Leitung von Wolfgang Stark an. Bei diesem Schiri überraschte es nicht, dass es schon nach 50 Sekunden einen Elfer für S04 gab. Einen solchen Elfer hätte nicht jeder bekommen, auch nicht die Kölner, denen später, in einer ähnlichen Situation, einer verweigert wurde, was aber nicht die letzte Benachteiligung dieses Spiels gewesen sein sollte. Mit diesem Elfer wurden die Schalker direkt erst einmal auf die Siegerstraße gesetzt und sollten dann auch mit 3:1 am Rhein siegen, wohlgemerkt, unter den angesprochenen Umständen.

Die zweite Hälfte des Samstagnachmittags
Ebenfalls mit einem Elfer für die Gastmannschaft begann auch die Partie zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Ingolstadt und diese entwickelte sich dann auch noch zu einem wahren Kartenspiel, wodurch der FCI auch noch dezimiert wurde. Unabhängig davon, was der vermeintlich Unparteiische Sascha Stegemann machte, war die Stimmung der Frankfurter vorher schon eindeutig und sie richtete sich ganz deutlich vor allem auch gegen Trainer Armin Veh. Am Ende stand ein 1:1, was die Situation am Main nicht verbessert und auch ein wenig glücklich für die Hessen war. So war es auch nicht überraschend, dass der Trainer seinen Posten verlor. Mit VfL Wolfsburg gegen Borussia Mönchengladbach gab es auch am Nachmittag schon ein Topspiel und es sollte ein wenig überraschend ausgehen, denn die Wölfe gewannen mit 2:1. Der Lauf war zuletzt doch eher bei den Fohlen zu erkennen aber diesmal sollte es nicht reichen und man konnte so in der Autostadt wieder ein wenig durchatmen, ging es dort doch zuletzt eher ein wenig bergab. Es war ein ordentliches Spiel, was man allerdings nicht von der Schiedsrichterleistung behaupten konnte aber dies ist längst ganz allgemein leider schon die völlige Normalität. Außerdem trat der VfB Stuttgart gegen 1899 Hoffenheim an und langsam aber sicher scheint das Hoch durch den Trainerwechsel bei den SAP-lern auch vorbei zu sein, denn die Stuttgarter gewannen dieses Derby sehr eindeutig und souverän mit 5:1, womit es für 1899 weiterhin richtig schlecht aussieht, wie auch die Tabelle verrät und sich hier ein weiterer Abstiegskandidat immer deutlicher zu manifestieren scheint. Übrigens, wer ein Topspiel suchte, war im Schwabenland genau richtig aufgehoben, womit man sich dem Samstagabend und dem offiziellen Topspiel gewissermaßen annähern konnte. Bei den Bayern hat sich alleine schon mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge eine gewisse Kriminalität schon länger eingenistet und es scheint nun bei der dortigen Lichtgestalt auch nicht besser auszusehen. Der Untersuchungsbericht zur DFB-Affäre von Freshfields wurde in der letzten Woche vorgestellt und brachte nicht wirklich viel Erhellendes in der Frage nach dem gekauften Sommermärchen 2006. Allerdings wird die Luft für Franz Beckenbauer scheinbar immer dünner. Die Erwartungen, welche in diesem Zusammenhang im Vorfeld aufgebaut wurden, passten dann aber nicht wirklich zum präsentierten Ergebnis und diesen Effekt sollte man am Samstagabend im Topspiel gleich noch einmal haben.

Die riesige Enttäuschung
Fangen wir damit an, was erwartungsgemäß beim Spiel der angeblich so großen Bayern gegen den Erzrivalen aus Dortmund lief, es blieb eine durchschaubare Veranstaltung. Hatte gerade auch das Staatsfernsehen zuletzt wieder das Märchen einer spannenden Bundesliga ordentlich angeschoben, wurde allgemein so viel Wind vor dem Spiel gemacht und alles was es dann gab, war eine riesige Enttäuschung. 0:0 sagte eigentlich schon fast alles zu diesem Spiel aus. Vor allem merkte man, dass all die Erklärungen vorm Spiel, welche auf ein neues Aufflammen im direkten Titelkampf abzielten, auch nur ein schlechter Witz waren. Der Abstand ist nun noch genauso groß, wie er vorher war und dies gilt auch für die Spannung. Solche Spiele gibt es selbstverständlich öfters, allerdings werden sie bei anderen Paarungen meistens zerrissen. Hier war die Kritik eher sehr zurückhaltend, was natürlich auch irritierte, wenn man sich überlegt, was für eine tatsächliche Enttäuschung es gerade auch im Kontext der bereits erwähnten Vorberichte war. Witzig war es dann auch, wenn man TV-Zusammenfassung sah, die klar zeigten, wie gut die Dortmunder waren, um dann danach erklärt zu bekommen, dass die Bayern besser gewesen seien. Natürlich kann man positiv hervorheben, dass es kein Skandalspiel war aber dies sollte eigentlich gar nichts sein, was man hervorheben müsste. Topspiel war hier mit Sicherheit nicht die richtige Bezeichnung, vor allem nicht nachdem, was dieser Samstag zuvor alles schon geboten hatte. Eins sollte aber noch erwähnt werden, die Sache mit den Schiedsrichtern und den Trainern. Pep Guardiola lieferte seine bekannte, inakzeptable Show ab und wurde vom vierten Offiziellen dafür massiv angegangen, was den Bayerntrainer kein Stück interessierte und er ihn einfach völlig ignorierte. Folgen während dem Spiel gab es keine und da der DFB offensichtlich an Glaubwürdigkeit kein gesteigertes Interesse hat, wird es wohl auch kein Nachspiel haben. Wie in diesem Bericht schon erwähnt wurde, kann es ganz andere Folgen haben, wenn man Schiris und ihre Ansagen ignoriert. Auch dieser Zusammenhang wurde bei dem Sender, den man teuer über eine Zwangsabgabe für Unabhängigkeit mitfinanzieren muss, erstaunlicherweise nicht erkannt. Also auch diesmal ganz schnell einen Haken hintern den FCB und weiter mit den Sonntagsspielen. Hier machten die Mainzer, welche gerade erst am Mittwoch die Bayern besiegt hatten, den Auftakt und empfingen Darmstadt 98. Die Herrlichkeit des Samstagnachmittags mit seinen 26 Treffern war irgendwie flöten gegangen und so endete es auch am Europakreisel mit einem torlosen Remis und dies trotz eines Platzverweises gegen Mainz nach einer Tätlichkeit in der 57. Minute. Ganz zum Schluss musste dann Hertha BSC Berlin noch zum Hamburger SV und auch dort musste man lange warten bis endlich wieder Tore fielen und es am Ende 2:0 ausging.

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