Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Wenn die Lächerlichkeit langsam amtlich wird

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Dienstag ist schon reichlich spät für den Bericht zum 32. Spieltag vom Wochenende, mag man meinen. Ursprünglich sollte der Spieltag eigentlich nur bis zum letzten Samstag gehen, was aber wohl nicht zu organisieren war und so ging er bis zum gestrigen Abend, warum der Bericht auch erst jetzt erscheint. War Brisanz hier schon zum letzten Spieltag ein Thema, spielte sie auch diesmal wieder eine Rolle aber dazu später mehr. Erst einmal begann alles relativ normal mit dem Freitagabendspiel. Der FC Augsburg empfing den 1. FC Köln und es ging eher nicht so spannend los. Schiedsrichter war Tobias Welz und so wurde es immerhin in der zweiten Hälfte noch zu einem ordentlichen Kartenspiel inklusive Platzverweis gegen Köln, was der FCA aber auch nicht nutzen konnte und so endete es mit einem torlosen Unentschieden. Wobei man noch erwähnen sollte, dass die Augsburger einen klaren Elfer nicht bekamen, ob dies aber was geändert hätte, weiß man nicht aber auch dazu später mehr. Übrigens stieg am Freitag auch der SC Freiburg wieder auf, was schön für die Menschen der Region und die Mannschaft ist, allerdings braucht der Fußball keine Trainer, die diesen Sport politisieren wollen, was klar gegen Christian Streich spricht aber natürlich auch irgendwie zum DFB passt. Man hat auch wieder versucht diesen Spieltag spannend zu machen, was die Meisterschaft angeht und dann lief doch wieder alles ziemlich gewöhnlich ab. Borussia Dortmund empfing den VfL Wolfsburg und es endete 5:1. Ein wirkliches Hammerspiel, allerdings dürfte auch dies am Ende nichts nutzen, wenn es um die Meisterschaft geht, was allerdings nicht wirklich die Schuld des BVB ist. Der FC Bayern München hatte Borussia Mönchengladbach zu Besuch und es war ein gewohnt langweiliges Spiel ohne Stimmung und dies obwohl es doch um die Meisterschaft gehen sollte. Die Bayern hätten einfach nur gewinnen müssen und wären zum 26-mal Meister geworden und dies dann auch zum vierten Mal in Folge. Offensichtlich sollte es aber nicht so sein, vielleicht damit man später behaupten kann, die Liga sei bis zum Ende spannend geblieben, was natürlich lächerlich ist. Das Premiumprodukt der Bundesliga, wo sich so viel kriminelle Energie vereint hat, schaffte diesen Sieg allerdings nicht und es endete 1:1. Damit wird es in jedem Fall eine knappe Meisterschaft, was noch einmal untermauert, dass es wohl völlig anders ausgesehen hätte, wenn es nicht die vielen Geschenke in der laufenden Saison an die Bayern gegeben hätte, von denen nun natürlich niemand mehr sprechen mag, würde das Geschmäckle doch sonst noch größer werden. Erwähnenswert ist auch noch, dass Mats Hummels wohl das übelste Spiel seines Lebens hatte, wurde er permanent von den eigenen Fans ausgepfiffen. Schuld daran war eine Lüge des bayerischen Straftäters Uli Hoeneß, der weiter an seinem Comeback feilt und suggerierte, ein möglicher Wechsel von Hummels zum FCB sei vom Borussen ausgegangen. Dies hat natürlich keinen Einfluss auf seine Bewährung, zeigt aber deutlich, dass das, was man bei ihm so Haftzeit nannte, nicht viel an seiner Persönlichkeit verändert hat.

Das Elferproblem
Hannover 96 empfing, auf der mittlerweile gestarteten Abschiedstour aus der 1. Liga, Schalke 04 und man erinnerte sich bei den 96er tatsächlich noch einmal daran, wie man richtig guten Fußball spielt, leider eben viel zu spät und leider auch wieder Pech gehabt, denn am Ende sollte S04 mit einem eher glücklichen 3:1-Auswärtssieg das siegreiche Team sein. 1899 Hoffenheim traf in Sinsheim auf den FC Ingolstadt und Bastian Dankert war der Schiedsrichter und so wunderte es nicht, dass es auch dort ein Kartenspiel gab und auch noch einen Elfer. Alles Dinge, die man natürlich von Spielen mit Beteiligung vom FCI auch allgemein gut kennt. Den Elfer konnten die SAP-ler nicht verwandeln, ein Trend, der sich in der Liga langsam auch manifestiert. Trotz des verschossenen Elfmeters schafften es die Hoffenheimer das Spiel noch zu ihren Gunsten zu drehen und sammelten so, mit einem 2:1-Heimsieg, richtig wichtige Punkte zum Klassenerhalt. Pluspunkte für den Schiedsrichter und sein Team konnte man allerdings nicht vergeben. Darum sollte es auch im wohl brisantesten Spiel vom Samstagnachmittag gehen, wo Darmstadt 98 gegen Eintracht Frankfurt antrat. Hier gab Manuel Gräfe den Schiedsrichter, der einen Elfer für die Lilien gab und auch dieser wurde nicht verwandelt, was allerdings fatalere Folgen haben sollte, denn die Eintracht drehte hier das Spiel tatsächlich noch und siegte am Ende mit 2:1. Übrigens sei auch hier noch einmal auf den Schiri hingewiesen, der ebenfalls nicht im Ansatz überzeugen konnte, es bleibt wohl bis zum letzten Spieltag so. Gab es im Hinspiel schon ordentliche Ausschreitungen, war dies auch ein Hauptthema bei dieser Begegnung. Der Gästeblock war gesperrt und ein Innenstadtverbot für den Frankfurter Anhang wurde erst in letzter Minute vom Gericht gekippt. Niemand hatte wirklich daran geglaubt, dass es bei diesem Hessenderby friedlich bleiben würde und so ging es in der zweiten Halbzeit, trotz der beschriebenen Maßnahmen, so zur Sache, dass die Polizei sich sogar genötigt fühlte, im Stadion Pfefferspray einzusetzen und es außerhalb zur Ingewahrsamnahme von gut 500 Personen kam. Ein Bild, welches man auf den letzten Metern dieser Saison wohl noch häufiger erleben wird. Dies ist mindestens genauso bedenklich, wie die Schiedsrichterleistungen und der Umgang damit in den systemtreuen Medien auch in dieser Saison wieder. Man darf nicht vergessen, wie viele Spiele durch Merkwürdigkeiten und knallharte Fehlentscheidungen ein anderes Ergebnis erhielten. Es gab auch nicht einen Fall in der ablaufenden Spielzeit, wo es irgendwelche Konsequenzen für die Schiris gegeben hätte, ganz anders erging es denen, die sich erlaubten, diese so einflussreiche Personengruppe zu kritisieren. Nicht zum ersten Mal muss man so auch kurz vorm Saisonende festhalten, dass die Bundesliga immer mehr an Glaubwürdigkeit verliert und die Lächerlichkeit dort langsam amtlich wird.

Das lange Ende des Spieltags
Das unspektakulärste Spiel gab es wohl am Samstagnachmittag zwischen dem FSV Mainz 05 und dem Hamburger SV, was doch etwas irritierte, ging es doch für beide Mannschaften noch um etwas, wie ein Blick auf die Tabelle verrät. Trotzdem endete es mit einem 0:0, was eine Idee besser für den HSV war, als für die Mainzer. Dann stand auf dem Papier noch einmal ein richtiger Knaller am Samstagabend an und Bayer 04 Leverkusen empfing Hertha BSC Berlin am Rhein und hier gilt es auch festzuhalten, dass die zweite Halbzeit unter Tobias Stieler noch zu einem Kartenspiel wurde. Zum Spiel kann man sagen, dass der Begriff Topspiel es nicht ganz so traf, man muss aber vor allem festhalten, wie knapp diese Saison für Rudi Völler war. Es war ein 2:1- Heimsieg und damit die direkte Qualifikation für die Champions League, man darf bei aller Freude darüber aber nicht vergessen, dass es lange Zeit auch ganz anders aussah. Außerdem hatte sich so auch gleich abschließend die Machtfrage am Rhein für diese Saison wieder geklärt und sie ist ganz klar und deutlich in Leverkusen zu finden und dies muss nun auch noch gebührend im letzten rheinischen Derby am kommenden Wochenende bei den Fohlen mit einem überzeugenden Sieg untermauert werden. Dann war der Sonntag spielfrei und so entstand die bereits angesprochene Pause bis zum gestrigen Montag. Zum reichlich späten Ende gab es dann noch einmal ein richtiges Abstiegsduell und Werder Bremen empfing den VfB Stuttgart. Auch bei dieser Partie gab es schon im Vorfeld klaren Protest, denn das Vorhaben nun auch noch einen regulären Montagsspieltag in der Bundesliga einzuführen, muss einfach mit Widerstand beantwortet werden. Im Falle dieser Partie bedeutete dies, dass ein Großteil der Stuttgarter Fans dieses Spiel boykottierten und so kann man wieder einmal von einer gelungenen Aktion des Anhangs aus dem Schwabenland sprechen. An der Weser gab es allerdings erst einmal eine frühe und ebenfalls gelungene Aktion der Bremer, die damit in Führung gingen. Diese hielt aber nur eine knappe Viertelstunde, da die Werderaner Ruhe einkehren ließen, was die Schwaben nutzten und ausglichen, allerdings brachten sie die Bremer kurze Zeit später auch wieder mit einem Eigentor in Führung. Man merkte, es sollte ein verrücktes Abstiegsduell werden und Bremen tat das Stuttgarter Eigentor scheinbar sehr gut, denn es folgte ein Jokertor zum 3:1, womit es auch in die Pause ging. Die zweite Hälfte begann dann wieder mit einem Treffer, allerdings für die Stuttgarter und man ist nicht irritiert, dass die Jungs von der Weser dann das 4:2 machten. Allerdings sollte dann noch das 5:2 und sogar das 6:2 folgen, womit die Partie natürlich durch war und man im Norden einen echten Befreiungsschlag feiern konnte. Es muss noch einmal erwähnt werden, dass die 1. Liga am Montag rein gar nichts zu suchen hat aber trotzdem war es ein grandioses Spiel. Nun noch zwei Samstage und dann ist auch diese Saison schon wieder Geschichte.

Pfeiff das Spiel an und setz den ersten Kommentar

Du hast den Ball