Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Wenn Fußball Flügel verliehen bekommt

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Heute wird einer der wohl umstrittensten Fußballvereine in Deutschland vorgestellt. Es geht um den RasenBallsport Leipzig e.V. oder einfach RB Leipzig.

Bei diesem Verein kann man kaum von Tradition oder Vereinsgeschichte sprechen, wurde er doch erst 2009 durch die Initiative der Red Bull GmbH gegründet. Der Energydrinkhersteller, welcher allgemein eine große Nähe zum Sport hat, übernimmt hier die Rolle des Hauptsponsors.

Der Aufstieg der Leipziger ist durchaus rasant zu nennen, stiegen sie doch in der Saison 2013 / 2014 erstmalig in die 2. Liga auf und das Ziel ist mit der Bundesliga ganz klar ausgemacht und genau hier haben offensichtlich viele ein Problem mit.

Man muss sagen, dass in der Bundesliga die Wiedervereinigung noch immer nicht wirklich stattgefunden hat, ist es doch seit einer gefühlten Ewigkeit eine reine Westliga.

Bei RB Leipzig ist das große Problem allerdings die dahinterstehend Finanzkraft, die selbstverständlich gewaltig ist und sehr viele Dinge auch erst ermöglicht. Schaut man sich aber im deutschen Fußball und hier vor allem in der Bundesliga um, versteht man die ganze Aufregung eigentlich kaum.

Wirft man zum Beispiel einen Blick auf die vermeintliche Premiummarke der Bundesliga, beobachtet man, wie der FC Bayern München arbeitet und was dort an Konzernen hinter steckt, muss man wohl einräumen, dass die völlige Kommerzialisierung auch in dieser Sportart schon ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat.

War Red Bull 2006 mit seinem Vorhaben auch im deutschen Fußball eine wichtige Rolle zu spielen, noch gescheitert, modifizierte man den Plan etwas und schaffte es drei Jahre später.

Nun muss man ebenfalls erwähnen, dass der Weg auch weiterhin steinig blieb, was vor allem für den jüngsten Aufstieg galt, denn ab der 2. Liga ist die DFL für die Lizensierung zuständig. Die Entscheidung über die vom Verein eingereichten Lizenzunterlagen wurde am 22. April 2014 bekanntgegeben und diese besagte, dass die Leipziger grundsätzlich eine Spielberechtigung für die laufende Saison erhalten sollten.

Dafür sollten sie allerdings drei Auflagen erfüllen. Es sollte zu einer deutlichen Absenkung des Mitgliedsbeitrags kommen, um den Verein für neue Mitglieder zu öffnen, dann sollte es keine Mehrheit von Funktionären des Hauptsponsors mehr in der Vereinsführung geben und außerdem sollte das Vereinslogo nach Vorgaben der DFL eine deutliche Abgrenzung vom Firmenlogo aufweisen.

Spannend in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Legal Tribune Online, ein juristisches Onlinemagazin, alle drei Forderungen der DFL als rechtlich fragwürdig bezeichnete.

RB Leipzig legte am 30. April 2014 fristgerecht Beschwerde gegen die gerade angesprochenen Auflagen ein und nicht wirklich überraschend lehnte die DFL am 8. Mai 2014 diese Beschwerde ab. Allerdings erteilte die DFL dann doch eine Woche später die notwendige Lizenz, da sich RB Leipzig im Gegenzug verpflichtete, zwei der drei beschriebenen Forderungen zu erfüllen. Hierbei ging es ums Wappen und um die Besetzung der Führungspositionen im Verein.

Nun darf man abwarten, wohin die Flügel diesen Verein noch tragen und wie massiv der Gegenwind dabei bleibt.

Pfeiff das Spiel an und setz den ersten Kommentar

Du hast den Ball