Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Wenn wahre Liebe gegen Kommerz verliert

Die 1. Liga feiert 50. Geburtstag und wie durch Zufall trafen sich zwei deutsche Clubs in London zum Finale in der Champions League. Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München, live zu sehen unter anderem im ZDF, welches gerne mit dem eigene Namen spielt, was man hier natürlich aufgreift und vom `Zweiten Dummverkauf Fernsehen` spricht. Die Protagonisten dort, der Satiriker Oliver Welke und das Urgestein des FC Bayern München, Oliver Kahn, als unabhängiger Experte, was auch wieder an Satire erinnert. Das Spiel selbst wurde kommentiert von dem immer wieder negativ auffallenden Béla Réthy. Highlights gab es schon im Vorfeld, zum Beispiel als der FCB dem BVB Mario Götze wegkaufte. Es überraschte dann auch nicht, dass er Borussia Dortmund im Finale schwächte, da er angeblich wegen Gesundheitsproblemen auf der Tribüne sitzen musste. Man erinnerte sich just an den DFB-Pokal, wo der damals frisch eingekaufte Dante, den entscheidenden Elfer für Borussia Mönchengladbach verschoss und so seinen zukünftigen Verein weiterbrachte. Ganz nebenbei erzählte die Bundeskanzlerin, Angela Merkel (CDU), vorm Anpfiff einmal mehr etwas davon, dass der Fußball sich nicht instrumentalisieren lassen dürfte, was bei der Terrorshow für noch mehr Überwachungsstaat im Vorfeld des Spiels einfach nur vor Unglaubwürdigkeit strotzte.

Brot und Spiele
Dann ging die große Show des Kommerzes in London auch schon los und das Vorspiel zeigte, um was es wirklich ging. Brot und Spiele. Die Ablenkung der Massen, seitdem alten Rom beliebt und so zogen die Gladiatoren der Neuzeit ein und es kam, wie es kommen musste. Bis zur 25. Spielminute dominierte nur ein Team, welches quasi ein Heimspiel hatte, wenn man auf die Fans hörte, Borussia Dortmund. Dem begegneten die Bayern, wie man sie kennt, mit permanenter Unfairness, welche in der 25. Minute in einer klaren Tätlichkeit von Franck Ribéry gipfelte. In einem sportlich fairen Wettkampf wären die Bayern ab hier nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz gewesen, in der Welt des Kommerzes gab es aber noch nicht einmal eine gelbe Karte. In der 29. Minute wäre nach Halten von Thomas Müller der erste Elfer gegen den FCB fällig gewesen aber auch den gab der italienische Schiedsrichter, den nicht wirklich irgendwer als unparteiische bezeichnen könnte, nicht. Was folgte waren weitere oscarreife Schauspieleinlagen vom Verein aus dem Süden der Republik, unter anderem auch wieder von Thomas Müller. Mit Fußball hatte all dies schon lange nichts mehr zu tun, eben ganz der FC Bayern München. Die Halbzeit nutzte das über die Zwangsabgabe namens Rundfunkgebühr finanzierte Staatfernsehen dann dafür, die Terrorangst nun auch noch im Fußball zu verbreiten und um von stimmungslosen Plätzen des Public Viewings von Berlin bis München zu berichten, wo die Kommerzfans scheinbar ein Problem mit dem Herbstwetter hatten. Ganz anders auf dem Friedensplatz in Dortmund, wo man die wahre Liebe zum Fußball erleben konnte.

Alles verlief nach Plan
Der Steuerhinterzieher Uli Hoeneß, der trotz ausgesetztem Haftbefehl nach London reisen dürfte, was auch nicht immer üblich ist, sprach schon direkt nachdem klar war, dass der FCB in der Meisterschaft nicht mehr einzuholen ist, von drei gewonnenen Titeln, vielleicht weiß er mehr, als der durchschnittliche Fußballfan, der teures Geld für Spannung bezahlt. Die zweite Halbzeit begann mit ordentlich Pyro im Bayernblock, was aber nicht zu Kritik beim ZDF führte, obwohl man sonst so gerne auf gefährdete Familien und andere mögliche unschuldige Opfer hinweist. Der FCB gab direkt wieder unfair Vollgas und dies mit vielen kleinen und größeren Fouls und diese ungeahndete und bekannte Störtaktik zahlte sich in der 60. Spielminute dann auch mit dem abseitsverdächtigen 1:0 von Mario Mandzukic aus. Man erkannte, diese Taktik funktioniert nicht nur in der Liga. Es sollte mit bayrischen Schauspieleinlagen weitergehen, die an Lächerlichkeit kaum zu toppen waren. In der 66. Minute gab es dann einen Elfer für die Borussen, den selbst der italienische Schiedsrichter nicht übersehen konnte und der zum 1:1 führte. Eigentlich hätte der Schiri hier auch die gelbrote Karte ziehen müssen und es hätten nur noch neun Spieler der Bayern auf dem Platz gestanden, so ging es aber mit der ganzen Elf weiter. In der 73. Minute folgte die nächste Tätlichkeit von Ribéry, der eigentlich schon längst nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfen aber diesmal gab es zu mindestens die gelbe Karte. Schon in der 84. Minute folgte die nächste Tätlichkeit, diesmal von Arjen Robben und auch diese blieb zufälligerweise folgenlos und dies ließ keine Fragen mehr offen. Mit Robben schoss dann ein Spieler das Siegtor, der bei fairen Verhältnissen gar nicht mehr auf dem Platz gewesen wäre, womit Kommerz endgültig über die wahre Liebe zum Fußball siegte und die Stuttgarter nun wissen sollten, dass sie nächste Woche eigentlich gar nicht nach Berlin reisen müssen, da Uli Hoeneß wohl Recht behalten wird. So endete ein weiterer trauriger Tag für den Fußball in London.

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