Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Wer fährt 2017 nach Berlin?

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Am Dienstag ging es in Fußballdeutschland dann gleich weiter und zwar mit dem Halbfinale im DFB-Pokal. Den Auftakt gab es am Niederrhein, wo Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt aufeinandertrafen und dies war natürlich auch wieder, mit den üblichen Nebenwirkungen, in der ARD zu sehen. Man muss aber einräumen, dass sich die übliche Werbung für den FC Bayern München von und mit Mehmet Scholl, dem vermeintlich unabhängigen Experten, an diesem Abend erstaunlicherweise im Rahmen hielt. Vorm Spiel gab es feine Pyro im Frankfurter Block und die Eintracht setzte das Feuerwerk auch gleich auf dem Platz fort und ging mit 1:0 in Führung. Dann wurde es eine der ödesten Veranstaltungen, welche man im Pokal, zu einem so fortgeschrittenen Zeitpunkt, seit langem erleben musste. Schiedsrichter war übrigens der immer wieder auffällige Deniz Aytekin aber auch für ihn gab es kaum etwas zu tun. Aber dann, einige Sekunden vorm Pausenpfiff, fiel der Ausgleich für die Fohlen, wobei dieser Treffer zu Diskussionen führte, ohne geht es offensichtlich einfach nicht. Nach der Pause stand damit wieder alles auf Neustart und man war gespannt, was aus dieser, so großartig angekündigten Partie noch werden sollte. Leider wurde es noch schlechter und es fielen erst einmal keine weiteren Tore und so ging es mit 1:1 in die Verlängerung. An einem Sonntagnachmittag in der Bundesliga wäre man froh gewesen, wenn nach solchen 90 Minuten endlich alles vorbeigewesen wäre, im Pokal sieht es eben anders aus. Man muss auch noch anmerken, dass Aytekin nicht über das Mittelmaß in Sachen Leistung hinaus kam und so weiter für viele Diskussionen sorgte und dann auch noch immer weiter abbaute, was nichts Gutes für die Bonuszeit erwarten ließ. So war man nicht überrascht, dass dem Schiri die Partie zum Ende fast gänzlich entglitt. Es endete dann wirklich mit dem 1:1 aus den ersten 45 Minuten und ging somit ins Elfmeterschießen, was mit einem wirklich Unparteiischen eher nicht passiert wäre. So kam aber die Lotterie und die endete zwar spannend aber nicht ganz überraschend, denn die Frankfurter hatten es im laufenden Wettbewerb schon öfters trainieren müssen, so gewannen sie am Ende nach einer langen und meistens eher anstrengenden Pokalnacht mit 8:7 gegen die Gladbacher. Frankfurt fährt Ende nächsten Monats somit schon einmal nach Berlin.

Eine Blamage zum Karriereende
Wie durch Zauberhand trafen im zweiten Halbfinale, wie seit einem halben Jahrzehnt immer im Finale oder eben knapp davor, wieder einmal der FC Bayern München und Borussia Dortmund aufeinander. Raum für Spekulationen, ob es wieder ein Skandalspiel geben würde, war schon vorm Anpfiff gegeben, hatte man doch ausgerechnet Manuel Gräfe zum Schiri gemacht und dieses grundlegende Problem müsste der DFB kennen, warum man von Vorsatz ausgehen darf aber es sollte diesmal ein wenig anders kommen. Den Bayern war vom ersten Moment an wohl klar, wie schwer sie es haben würden, so begannen sie gleich mit der typischen Unfairness, welche immer wieder dazu führt, dass der Gegner aus dem Konzept gebracht wird. Hier spielte Gräfe auch noch für den FCB mit und verstärkte dies noch einmal, nachdem der BVB trotzdem in Führung gegangen war. Dann drehten die Bayern das Spiel aber und alles schien klar. Dann kam allerdings die Überraschung, denn der Schiri nahm sich mehr und mehr zurück und die Dortmunder fanden zurück ins Spiel und ließen sich vom bayerischen Spielstil auch nicht mehr ablenken, stattdessen drehten sie nun das Spiel und gingen am Ende tatsächlich mit einem 3:2-Sieg aus der Partie und fahren damit ebenfalls nach Berlin. Dieser vierte Finaleinzug hintereinander ist übrigens historisch, dies gilt auch für den Bock von Philipp Lahm, welcher mit ein Grund für die Niederlage war und der seinem Karriereende so eine fette Blamage beimischte, was irgendwie angemessen erscheint. Völlig blamabel war aber auch wieder die Art der dazugehörigen Sendung der ARD, welche wieder fast ausschließlich zur FCB-Dauerwerbesendung mutierte, was wieder einmal den völligen Mangel an Unabhängigkeit unter Beweis stellte und klarmachte, warum man längst Eigenwerbung im Kontext Information braucht. Diese wird übrigens rein gar nichts bringen, wenn man nicht etwas an den Inhalten verändert. Am Ende soll all dies aber egal sein, denn der BVB hat es ins Finale geschafft und der FCB präsentiert wieder eine Saison, welche unendlich weit hinter jeglichen Ansprüchen hinterherhinkt. Betrachtet man dann noch, unter welch ominösen Umständen die wohl nur noch schwer zu vermeidende Meisterschaft entstand, was nicht nur für diese Spielzeit gilt, bleibt vom vermeintlichen Premiumprodukt im deutschen Vereinsfußball nicht mehr viel übrig, außer vielleicht einer Chefetage voller Verbrecher. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wurden übrigens auch wieder mit Lob überschüttet, warum man sich im Staatsfernsehen auch bitte nicht mehr über die Verrohung der Gesellschaft überrascht zeigen sollte.

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