Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Wie der DFB vor Paris völlig zerfällt

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Man hat sich noch nicht ganz von all den Merkwürdigkeiten des letzten Spieltags in der Bundesliga erholt, da geht es am Freitag für die LÖWenherzen auch schon in Paris gegen Frankreich und dies dürfte noch das geringste Problem sein. DFB-Auswahl ist ein Begriff, den man im Moment eher meidet, weil er eben DFB beinhaltet, was ein immer größeres Geschmäckle hat. Auch wenn es am Freitag nur um ein Freundschaftsspiel geht, könnte auch hier wieder viel haften bleiben. Schaut man sich den Einfluss des FC Bayern München auf die aktuelle Affäre im deutschen Fußball, wie auch auf die Nationalmannschaft an, ahnt man, dass das Problem noch viel größer sein könnte und weit über die Grenzen des Sommermärchens hinausgehen könnte. Was das Nationalteam angeht, könnte man natürlich auch einmal die Frage stellen, warum man dort so oft das Glück der Freilosgruppen hat aber die Frage könnte man beim FCB auch stellen, national, wie international. Unabhängig vom aktuellen Skandal, dessen Größe auch nach den jüngsten Entwicklungen noch immer nicht abschätzbar ist, bleiben die großen Ankündigungen von Joachim Löw und demnach muss bei der EM 2016 in Frankreich beim Endspiel in Paris der nächste Titel her. Nun weiß man, wenn es in der französischen Hauptstadt diesmal nicht so gut laufen sollte, war es wieder alles nur ein Test. Sollte dieser Test gut verlaufen, wird der Jubel grenzenlos sein, was die sportliche Sinnfreiheit dieser ganzen Veranstaltung noch einmal auf den Punkt bringt. Fakt ist, was her muss, ist ein ehrlicher Sieg, in einem ehrlichen Sport und genau hier scheint zunehmend das Problem zu liegen. Der Vorteil ist, man weiß, wo man aufräumen muss. Den Sieg am Freitag beim letzten Auswärtsspeil vor der Winterpause schuldet man übrigens auch den Fans, denn die Leistungen in der Freilosgruppe mit der man sich für die EM 2016 in Frankreich qualifiziert hat, ließen doch in der Regel zu wünschen übrig.

Das Bauernopfer
Nun kommt man nicht daran vorbei, dass das Spiel gegen die Franzosen natürlich durch den bereits erwähnten Skandal beim DFB überschattet ist und dies sogar tiefgreifend. Unter der Woche trat dann endlich Wolfgang Niersbach zurück, natürlich ohne jegliches Schuldeingeständnis. Man muss sich nur fragen, welchen Grund hatte er dann zu gehen und vor allem, woher kam der plötzliche Wandel, sah es doch Stunden zuvor noch alles ganz anders aus. Es muss wohl neue, schwerwiegende Fakten geben, welche den DFB zu dieser kurzfristigen Kursänderung zwangen. Kurz nach dem Rücktritt waren, wie in solchen Fällen üblich, auch die verschiedensten Namen in Sachen Nachfolge im Spiel. Da war Matthias Sammer vom FC Bayern München, was schon lächerlich wirkt, schaut man sich an, wie dieser Verein an den verschiedenen Stellen vom Skandal betroffen zu sein scheint. Dann wurde aber auch Reinhard Rauball genannt, dessen Probleme auch bekannt sind und nicht gerade für eine nachhaltige Veränderung sprechen. Unabhängig davon, wie die Nachfolge geregelt wird, scheint sich an den grundlegenden Problemen erst einmal nichts zu verändern und es sieht auch nicht nach einer Austrocknung des Sumpfes, von dem man wohl längst sprechen muss, aus. Interessant ist auch, dass man wohl nicht mehr juristisch gegen den SPIEGEL vorgehen will, welcher den Skandal erst losgetreten hatte. Wolfgang Niersbach, auch dies macht schon längst die Runde, ist in diesem Spiel wohl nur ein Bauernopfer und es stehen noch wichtige Namen auf der Agenda, wie Günter Netzer, der unter anderem über Jahre fürs Staatsfernsehen arbeitete und die Rolle von ARD und ZDF bei sportlichen Großveranstaltungen sollte man auch niemals unbeachtet lassen. Aber natürlich ist da auch noch die vermeintliche Lichtgestalt Franz Beckenbauer, womit sich der Kreis zum FC Bayern München abermals schließt. Da auch Jogi Löw dem Verband unter den belasteten Strukturen noch immer Treue schwört, könnte sein Problem natürlich auch nicht nur das Spielerische in diesen Tagen sein.

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