Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Wie zersetzt ist der deutsche Fußball und vor allem auch das Premiumprodukt?

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Nach einer erneut einfach nur ernüchternden Länderspielpause, in der Jogi Löw all seinen Worten wieder einmal keine Taten folgen lassen konnte, lag die Resthoffnung am vergangenen Wochenende natürlich ganz auf der Bundesliga. Noch bevor der 9. Spieltag begann, ließ der SPIEGEL allerdings eine Bombe im deutschen Fußball platzten und man wird sehen, wie groß der Schaden für den DFB und gegebenenfalls auch für die DFL sein wird. Die Resthoffnung war damit auch gleich dahin. Die Stimmung in den Stadien richtet sich zu mindestens auch weiterhin gegen die vermeintlichen Machthaber und es wird wohl in Zukunft noch deutlicher werden. Im Gesamten war es auch nicht zuträglich, dass gleich im ersten Spiel am Freitagabend, beim 2:0-Sieg von Borussia Dortmund beim FSV Mainz 05, ein fragwürdiger Elfer von Schiedsrichter Tobias Stieler, der auch nicht zum ersten Mal auffiel, eine Rolle spielte. Wie bereits erwähnt, überschattete der Verdacht, dass auch die WM 2006 in Deutschland gekauft war diesen Spieltag und lässt die Berichterstattung zu den Spielen vom Wochenende doch etwas in den Hintergrund treten. Spätestens jetzt muss man sich fragen, was im deutschen Fußball noch alles gekauft ist, womit man nicht nur bei den Schiedsrichtern angelangt, sondern natürlich auch beim Premiumprodukt der Bundesliga, deren Lichtgestalt Franz Beckenbauer auch schon wieder in die Schusslinie geraten ist und dies nun wirklich nicht zum ersten Mal. Man bedenke, dass man beim FC Bayern München auch Straftäter, wie Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß findet und sich dort auch Personen, wie der Ex-VW-Chef Martin Winterkorn tummeln und der Abgasskandal, der unter seiner Regentschaft lief, schadet dem Fußball ebenfalls. Aktuell erkennt man dies in Sachen Nachwuchsarbeit beim VfL Wolfsburg, wo massiv eingespart werden muss. Was den FCB angeht, wundert es nicht, dass bei den aktuellen Vorwürfen auch der verstorbene Mr. Adidas, Robert Louis-Dreyfus wieder eine Rolle spielt, tat er dies doch auch schon beim großen Skandal um den bereits erwähnten ehemaligen Präsidenten der Bayern. Man merkt schon länger, wie der Kommerz und die Gier auch die Bundesliga zersetzen. Wolfgang Niersbach, der in letzter Zeit auffällig schweigsam war, ließ am Samstag verlauten, dass an all den Vorwürfen nichts dran wäre und man gegen den SPIEGEL vorgehen würde. Übrigens stellte er sich dafür nicht der Öffentlichkeit. Dies alles klingt wiederum irgendwie, wie man es von FIFA-Boss Sepp Blatter oder auch vom UEFA-Chef Michel Platini kennt. Auch was den DFB angeht, wurde hier vor genau diesem Szenario immer wieder gewarnt, folgt es doch einfach nur einer gewissen Logik.

Neue Rekorde
Am Samstag setzten sich die immer wieder kritisierten Merkwürdigkeiten in der 1. Liga weiter fort, die natürlich nun auch noch einmal in einem ganz neuen Licht daher kommen. Man darf nicht vergessen, dass es nicht die ersten Kratzer sind, welche der Fußball in Deutschland abbekommt. Hier muss sich auch das Staatsfernsehen wieder Kritik gefallen lassen, welches doch in den meisten Fällen sehr parteiisch für das Premiumprodukt berichtet und von dort auch einen großen Teil ihrer vermeintlich unabhängigen Experten bezieht. So feierte man dort auch an diesem Wochenende nach einem gähnend langweiligen 1:0-Sieg des FC Bayern München bei Werder Bremen einen neuen Rekord. Unabhängige Medien hätten wohl darauf hingewiesen, dass der Weg zu diesem Rekord vor allem Schiedsrichterentscheidung zu verdanken war, welche zum Teil sogar ganz offiziell als Fehler eingeräumt wurden. Sollten die aktuellen Vorwürfe gegen den DFB und die hier genannten Personen nicht zu 100 Prozent aus der Welt geschafft werden, hätten ARD und ZDF übrigens gleich noch ein riesiges Problem, haben sie doch auch Gelder in die WM 2006 gesteckt, welches sie zuvor per Zwangsabgabe mit dem Namen GEZ-Gebühr eingetrieben hatten. Übrigens nicht nur beim gerade erwähnten Spiel an der Weser, machte sich an diesem Wochenende eine gewisse Langeweile breit, ist es doch ein Problem, welches allgemein zunimmt. Ganz und gar nicht langweilig dürfte es bald schon bei Bayer 04 Leverkusen zur Sache gehen. Man muss sich nämlich dort langsam fragen, warum man sich den Begriff Vizekusen überhaupt gesichert hat. Auch am Samstag zeigte sich beim Spiel  der Leverkusener gegen den Hamburger SV, welches 0:0 endete, dass von den großen Worten von Rudi Völler, der übrigens auch klar auf der Seite der Beschuldigten in Sachen Kauf der Weltmeisterschaft steht, auf dem Platz nichts ankommt und nur da zählt es. Natürlich spielte auch hier der Schiedsrichter eine maßgebliche Rolle, denn Tobias Welz sorgte nicht nur für ein Kartenspiel, sondern verweigerte der Werkself auch einen glasklaren Elfer aber nur daran sollte man es nicht alleine festmachen. Der Fußball hat sich an diesem Wochenende grundlegend verändert, da fallen die Schiedsrichterfehlentscheidungen, die hier auch wieder nur ausschnittsweise aufgezeigt wurden und selbstverständlich auch ihren Anteil an der Gestaltung der Tabelle haben, kaum noch auf. Es zeigte sich aber vor allem noch einmal, wie wichtig es ist, kritisch über den Fußball zu berichten und es werden sich wohl noch einige hier geäußerte Vermutungen in der Zukunft bestätigen.

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