Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Zwei Halbfinale – Ein Verdacht

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Drei Halbfinale wären wohl auch kaum möglich und ohne einen Verdacht kommt der deutsche Fußball auch schon lange nicht mehr aus, womit die Überschrift natürlich relativ zu sehen ist. Man hatte wirklich schon im Vorfeld des ersten Halbfinalspiels im DFB-Pokal in diesem Jahr zwischen dem FC Bayern München und Werder Bremen alles daran gesetzt, es den Gästen möglichst richtig schwer zu machen. Wie durch Zufall, wurde das große Nordderby, was diesmal auch ein großes Abstiegsduell gegen den Hamburger SV ist, schon auf Freitag terminiert. Dies war schon ein erster Hinweis darauf, wie ernst man die Partie am Dienstagabend nehmen konnte und wo sie hinführen sollte. Bei der Übertragung im Staatsfernsehen gab es vor dem Anpfiff natürlich die ganz große FCB-Werbeshow mit Mehmet Scholl und diesmal auch noch mit Jerome Boateng. Bevor es zu dem geht, was man als Fußballspiel verkaufen wollte, sei auch noch erwähnt, dass es zum wiederholten Male nicht nur ein Heimspiel für das Premiumprodukt im deutschen Fußball gab, sondern auch wieder so etwas wie einen Freilosgegner, war es doch der einfachste Gegner, welchen die vorletzte Runde bereithielt. Auffällig war ebenfalls, wie man es seit einigen Wochen auch aus der Bundesliga kennt, das übertriebene Maß an Lob für den Schiedsrichter, den Tobias Stieler gab und man musste am Anfang einräumen, dass er zwar extrem kleinlich pfiff aber man nicht von großer Unfairness gegen die Bremer sprechen konnte, was schon überraschte, fehlte den Bayern doch in der ersten halben Stunde jegliche Effizienz und Bremen glänzte. Eigentlich ist dies immer der Punkt, wo der Schiri aktiv wird. Aktiv ist auch das Stichwort in Sachen Fans, auch hier glänzten die Bremer und sorgten die meiste Zeit über für die Stimmung im Stadion der bayerischen Landeshauptstadt. Leider gelang den Bayern ein glückliches 1:0, welches einfach nicht gerechtfertigt war, da ein Tor für die Bremer wahrscheinlich gewesen wäre.

Der Skandal und leidende Millionäre
Bis zur 60. Minute musste man sich dann bemühen, nicht einzuschlafen, eben ganz das Bayernspiel aber dann fiel endlich der verdiente Ausgleich für die Jungs von der Weser, dachte man zu mindestens. Allerdings zeigte Tobias Stieler nun sein wahres Gesicht und erkannte den Treffer unverständlicherweise nicht an. Spätestens damit begann die bekannte Bayernshow und somit bahnte sich ein weiteres Skandalspiel an und Stieler sollte es auch noch zu einem solchen machen. Arturo Vidal gab dann noch den Joker für die Bayern, natürlich nicht durch sportliche Leistung, sondern durch eine billige Schwalbe, die man selbst auf den ersten Blick im Fernsehen erkannte. Der vermeintlich Unparteiische erkannte dies erstaunlicherweise allerdings nicht und gab einen Elfer, der zum 2:0 führte. Spätestens ab diesem Moment war es natürlich die totale Lachnummer und niemand beim DFB sollte hoffen, dass wahre Fans dieses tollen Sport so etwas noch glauben, da es nachweislich längst keine Einzelfälle mehr sind und all diese Skandale auch völlig folgenlos bleiben. Dieser war dann auch gleich so massiv, dass man selbst bei der ARD, die sonst immer gerne über 90 Minuten FCB-TV machen, ans Stottern geriet. Unverständlicherweise lobte man die Bayern nach Abpfiff dieses Skandalspiels dort dann doch wieder und jeder Mensch, der noch halbwegs normal denken kann, musste sich fragen, woher dieser inhaltliche Wandel plötzlich kam. Bei einem Verein mit einer solch engen Verknüpfung zum Verbrechen ist dahingehend natürlich einiges denkbar. Es sollte aber auch nach dem Abpfiff lächerlich bleiben. Wenn ein Thomas Müller, auch noch das große Gejammer der Millionäre anstimmt, welche nur durch solche Spiele vorankommen oder sein Trainer nach einer solchen Lächerlichkeit auch noch von harter Arbeit spricht, ist dies ein Schlag ins Gesicht all derer, die täglich hart und ehrlich für einen Hungerlohn in Deutschland arbeiten müssen. Man muss sich schon schämen, wenn man sich Fan eines solchen Vereins schimpft und kann nur hoffen, dass es dem Fußball auf dieser Ebene ergeht, wie den Kirchen und ihnen die Anhänger abhandenkommen.

Berlin wieder ohne Berliner
Nach einem ersten DFB-Pokal-Halbfinale, was man unter fairen und sportlichen Maßgaben kaum so nennen konnte, trafen in der zweiten Partie am Mittwochabend Hertha BSC Berlin und Borussia Dortmund aufeinander und man war gespannt, ob es diesmal tatsächlich um Fußball gehen sollte. Bevor es darum geht, muss noch angemerkt werden, dass zum Anpfiff auch feststand, dass der Betrug vom Vorabend, wie erwartet, tatsächlich ohne Folgen bleiben sollte, da der DFB Ermittlungen für unnötig hält, womit auch dieses Thema in Sachen Unabhängigkeit geklärt wäre. Zum Spiel im Olympiastadion in Berlin muss man sagen, alles begann mit einer tollen Choreo der Berliner. Auf dem Platz gaben aber dann die Dortmunder den Ton an und gingen in der 20. Minute verdient in Führung. Danach wurden die Berliner etwas stärker, was aber nichts brachte. Der Start in die zweite Halbzeit war eher müde und kein Knaller. Es folgte das 2:0 der Dortmunder, die danach, warum auch immer, noch einmal aufdrehten und dann auch noch den 3:0 Endstand erzielten, der vielleicht etwas zu hoch war. Als Fazit des zweiten Halbfinalspiels muss man festhalten, dass es kein Knaller war, außer was die Stimmung angeht, was für beide Fanlager gilt und vor allem war es glücklicherweise kein weiteres Skandalspiel. Die Hertha zeigte nicht das, was zu den Ankündigungen aus der Hauptstadt passte, womit es in genau einem Monat, am 21. Mai 2016, in Berlin wieder ohne die Berliner im Finale weitergeht. Schiedsrichter Deniz Aytekin war völlig unauffällig, was für ihn sehr erstaunlich war aber man weiß nicht, wie seine Rolle bei einem anderen Spielverlauf gewesen wäre. So treffen im Endspiel nun Borussia Dortmund und der FC Bayern München aufeinander, womit das nächste Skandalspiel eigentlich schon gebucht ist. Man erinnert sich noch gut an das letzte Aufeinandertreffen vor etwa einem Jahr im Halbfinale und die große Elfershow der Bayern, die auch niemand geglaubt hat. Abschließend muss man noch erwähnen, dass der Trainer des BVB sich in der Meisterschaft sehr früh dazu entschieden hatte, keine Chance gegen die Bayern haben zu wollen, was ihn schon vom Biss her ein wenig vom legendären Kloppo unterscheidet und es so spannend wird, wie es sich nun in der letzten Partie dieser DFB-Pokalsaison verhält und ob er dort endlich die notwendige Größe zeigt.

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